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61

Mittwoch, 12. Dezember 2018, 18:09

Kann mir jemand eine Quelle nennen wo ein ABBA Mitglied davon gesprochen hat das Sie overdubbing verwenden?

LG
In allen guten Dokus über ABBA, die ich in den letzen 10 Jahren im TV gesehen habe, wurde von ABBA-Insidern (entweder Björn oder Benny selbst oder Mitarbeitern ihrer Tonstudios) erzählt, dass ihr Tontechnider Michael B. Tretow auf die Idee kam, die Stimmen der Sängerinnen mehrfach übereinander zu legen, um einen reicheren Vokalsound zu erreichen, und dass das bei sehr vielen ihrer Lieder so gemacht wurde. Einen direkten Link auf eine Quelle kann ich im Moment nicht nennen.

Rotzlöffel

unregistriert

62

Mittwoch, 12. Dezember 2018, 18:23

OK. Dann warte ich noch. Nicht das die jetzt mit overdubbing overchoring meinten? Also die Stimme einer anderen Person mit der Stimme von z.B. Agnetha übereinander zu legen usw. Man kennt das ja aus der Schule z.B. beim Kanon :S der natürlich übertrieben versetzt gesungen wurde :huh:

Ich glaube ja, das man ca. 3 Mädels im Hintergrund overdubbingmäßig singen lassen hat und Agnetha einfach ein wenig lauter abgemischt hat 8| 8o
Weil Ihre Stimme natürlich die Beste war ;)




LG

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Rotzlöffel« (12. Dezember 2018, 18:55)


63

Mittwoch, 12. Dezember 2018, 23:02

Mit overdubbing ist gemeint: Ein Sänger oder eine Sängerin singt ein Lied zweimal, jede Version wird auf eine Spur eines (realen oder virtuellen) Bandes aufgenommen, und dann werden beide Spuren "addiert". D.h. der Sänger/die Sängerin singt mit sich selbst unisono im Duett. Das lässt sich beliebig oft wiederholen, auch mit der Variante, dass der Sänger/die Sängerin eine zweite und eine dritte Stimme dazusingt und somit ein Gesangstrio simulieren kann. Wenn jede der drei Stimmen/Melodielinien gedoppelt wird, hört sich der eine Sänger/die eine Sängerin an wie ein sechsstimmiger Chor. Backgroundsängerinnen braucht man im Studio eigentlich nicht mehr, seit die Mehrspurtechnik zur Verfügung steht, es sei denn der Produzent findet, dass es besser klingt, wenn unterschiedliche Stimmen zusammengemischt werden.

64

Donnerstag, 13. Dezember 2018, 03:51

Natürlich hatten ABBA keine 4 oder 5 Fältskog- oder Lyngstad-Schwestern, die wie bei den BEACH BOYS oder BEE GEES den gleichförmig gleichklingenden Gesang zelebrieren konnten........aber das war auch überhaupt nicht der entscheidende Punkt......

Overdubbing ist nicht etwas, was man "nötig hat" oder auf was man "zurückgreifen muss"........sondern Overdubbing ist einfach eine wunderbare und anspruchsvolle Möglichkeit, ein für bestimmte Teile eines Liedes perfekt passendes Klangbild zu schaffen......

Wie hätte sich beispielsweise der Refrain von THANK YOU FOR THE MUSIC angehört, wenn da Agnetha, Frida, Benny und Björn mit je einer Stimme gesungen hätten ??.......vielleicht noch mit Backvocals.........Sicher weniger gut als nun, wenn wir hier 6 Mal Agnetha hören..........Es gibt in ABBA-Songs ja so einige Stellen, wo Refrains gedoppelt wurden, so dass sie choral klangen, was aber im Endeffekt die gedoppelten Stimmen von Agnetha und Frida waren.......oder teilwese auch nur die Stimme Agnetha's wie z.B auch bei JUST LIKE THAT, be dessen Aufnahme Frida gar nicht anwesend war....

Wenn nach Quellen gefragt wird, so haben da eigentlch alle ABBA-Mitgleder und auch Micke Tretow mal darüber gesprochen.......Agnetha hat dies, wie gesagt, schon in ganz jungen Jahren eingesetzt für bestimmte vielstimmig klingende Songteile........Auch später arbeitete sie damit und hat zum Beispiel aus einem Song wie WHEN YOU WALK IN THE ROOM mit einem raffiniert und ausgeklügelt aufgebauten Arrangement in Verbindung mit ihrer Stimme einen völlig neuen Song gemacht, der alle davorliegenden Versionen wohl übertroffen hat......

Overdubbing machen viele, ja fast alle........aber nur wenige verstehen es, dieses Stilmttel richtig gut und wrikungsvoll einzusetzen........Dafür gehört zwefellos auch eine hohe musikalische Kompetenz.....

Für mich ist und blebt THANK YOU FOR THE MUSIC ein Paradebeispiel für perfektes Overdubbing.........Zunächst hören wir Agnetha's unverfälschte Solostimme in der Strophe, und dann sehen wir im Refrain zwar die Lippen-bewegenden Agnetha, Frida, Benny und Björn.......aber wir hören 6 Mal die mit sich selbst singende Agnetha.........

https://www.youtube.com/watch?v=0dcbw4IEY5w
.
"Wenn ich mir von allen ABBA-Songs und meinen Liedern eines aussuchen dürfte, dann DA FINN DU HOS MIG. Wenn ich es höre,denke ich : Das ist wirklich gut"

Agnetha Fältskog,September 2009,über ein Lied,dass sie als 20jähriges Mädchen geschrieben, getextet, arrangiert und gesungen hat


https://www.youtube.com/watch?v=xdf75BZwAv4

Einer Mutters Herz/Teresa Teng

https://www.youtube.com/watch?v=px-d6PNVKS4

Rotzlöffel

unregistriert

65

Donnerstag, 13. Dezember 2018, 20:53

Aber overdubbing nennt man es doch auch wenn 2 unterschiedliche Personen ein und die selbe melodie einsingen und diese dann technisch übereinander gebracht werden oder nicht? Es muss nicht zwangsläufig die selbe Person sein? Ich blick da nicht mehr so ganz durch ?(

Ich kenne das auch von E-Gitarren Riffs usw. Es wird mehrmals ein und das Selbe eingespielt, entweder von ein und der selben Person oder halt von mehreren und das dann übereinander gelegt dann klingt der Sound sowas von Satt und kraftvoll...und das kann technisch gelenkt werden je nachdem wie weit man das ganze fechern will :) Live ist das auch möglich nur nicht ganz so perfekt wie im Studio ;)

Und bei thank you for the Musik höre ich im Hintergrund nicht mehrfach Agnetha? sondern andere Frauenstimmen?! Hab ich so ein schlechtes musikalisches Gehör :S ich finde Agnethas Stimme dabei nur sehr hervorgehoben :huh:

Aber nun gut, ihr habt es ja alles erklärt und vernünftig vorgetragen. Ihr seid die alten Hasen und werdet es besser wissen aber ein wenig bin ich jetzt von meiner inneren Überzeugung entäuscht das es nicht so ist wie ich es gedacht habe :(

Egal, ich lern immer gern dazu ;) :P

LG

66

Freitag, 14. Dezember 2018, 00:11

Es gibt m.W. keine verbindliche Definition von "overdubben". Beide von dir genannten Varianten kommen sicherlich vor. Wenn jedoch zwei Sänger ein und dieselbe Melodie unisono singen wollen, ist overdubben nicht besonders sinnvoll. Es ist einfacher, wenn sie zusammen singen. Sie können einander dabei anschauen und so eine weitgehend perfekte Synchronität erreichen, weil sie miteinander interagieren können, dann kommen die Einsätze auf die Zehntelsekunde genau synchron. Beim Overdubben werden die Abweichungen deutlich größer sein.

67

Freitag, 14. Dezember 2018, 06:26

Ich verstehe das Overdubbing so,
das die Sängerin das Lied mehrmals einsingt,
einmal tiefer, einmal höher & auch in der gleichen Stimmlage z.B., und das wird dann anschließend übereinander gelegt! Auch etwas verschoben... und da reden wir über Bruchteile einer Millisekunde.
Der Kniff darin liegt ja darin, das es der selbe Sänger ist und das ist das geniale!

Agnetha hat das schon bei ihrem ersten Lied "JVSK" gemacht!
Ihre Worte dazu: "...ich hätte es auch rückwärts einsingen können!"

In verschiedenen Interviews von mehreren ABBA Mitgliedern und Musikfamilie, kann man das Nachlesen in Büchern oder Dokus!
TA DET BARA MED RO

68

Freitag, 14. Dezember 2018, 09:02

Agnetha hat das schon bei ihrem ersten Lied "JVSK" gemacht!
Ihre Worte dazu: "...ich hätte es auch rückwärts einsingen können!"

:thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:

Ein Genie fängt eben da an, wo alle anderen aufhören....... :thumbsup:
.
"Wenn ich mir von allen ABBA-Songs und meinen Liedern eines aussuchen dürfte, dann DA FINN DU HOS MIG. Wenn ich es höre,denke ich : Das ist wirklich gut"

Agnetha Fältskog,September 2009,über ein Lied,dass sie als 20jähriges Mädchen geschrieben, getextet, arrangiert und gesungen hat


https://www.youtube.com/watch?v=xdf75BZwAv4

Einer Mutters Herz/Teresa Teng

https://www.youtube.com/watch?v=px-d6PNVKS4

Rotzlöffel

unregistriert

69

Freitag, 14. Dezember 2018, 12:25

Ja, da ist wohl was dran! :)

LG

70

Mittwoch, 6. März 2019, 07:15

Das Stück mit einer 10- oder 12köpfigen Band auf der Bühne live zu spielen, ist nochmal was ganz anderes.

Wenn das überhaupt reicht – zumal bei wirklich extrem hochdotierten Tributebands.

Für die frühen Sachen braucht man ein Orchester.

Für die späten, immer elektronischeren Sachen braucht man mindestens vier Keyboarder mit Bergen an Equipment, das man womöglich schon lange nicht mehr neu im Musikgeschäft kaufen kann, gebraucht zu Liebhaberpreisen gehandelt wird und ständig repariert werden muß. Die zerstören dann das Bühnenbild, weil sie weniger wie Musiker wirken als wie die Kommandobrücke eines Flugzeugtrügers oder wie NASA Mission Control, so hochkonzentriert, wie sie sind, wenn sie den Studiosound von ABBA nachbauen. Wenn man sie denn überhaupt sieht, wenn sich also ihre Instrumente nicht zu hoch übereinander stapeln. Derweil können die Orchestermusiker in der Nase bohren, weil sie nichts mehr zu tun haben.

Bei den frühen Stücken stehen dann die vier Keyboarder in ihren sauteuren Instrumentenburgen und haben nichts zu tun.

Vor diesem Problem hat noch jede ABBA-Tributeband kapituliert, auch die ganz großen.

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