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Dienstag, 29. Mai 2018, 15:29

Agnetha's Popularität als Solokünstlerin!

Über 50 Jahre ist es her, das Agnetha ihren allerersten Song im Studio aufgenommen hat.
Davon gibt es ja auch schon einen Thread!

Ich würde gerne hier einmal Agnetha's Popularität als Solokünstlerin näher beleuchten.

Ihren ersten Song schrieb sie ja schon mit 5 (TVÅ SMALL TROLL), da bemerkte sie, das sie eine Melodie schreiben kann. Ab 6 lernte sie Klavier spielen.
Der Anfang, der sie immer näher brachte zur Musik.
Im Teenager Alter sang sie in einer Danceband und sie schrieb ständig neue Songs, die sie auch auf der Bühne performte.

Mit 17 wurde sie dann entdeckt und nahm ihre 1. Schallplatte auf! Ein Traum ging für sie in Erfüllung.
Sie wollte schon immer mal mit ihren eigenen Liedern eine Platte aufnehmen.
Und 1968 schaffte sie es in so jungen Jahren an die Spitze der schwedischen Charts.
Es ging steil nach oben!

Agnetha wurde quasi über Nacht berühmt.
In ganz Schweden kannte man sie auf einen Schlag. Ich würde sagen, sie gehörte damals zu einer der bekanntesten Sängerinnen in Schweden.
Mir fällt jetzt keine Erfolgreichere ein.

Schweden ist ja nun ein kleines Land mit keinen 8 Mio Einwohner, so war Agnetha wohl schon eine Berühmtheit dort!

Ich weiß jetzt nicht genau, wieviele Alben sie in Schweden insgesamt von ihren Soloplattenverkauft hat, speziell jetzt die Schwedischen, aber es waren nicht wenige...

Ich hab mir jetzt mal wieder einen meiner Lieblingsauftritte von Agnetha angeschaut aus dem Jahre 1975:

https://youtu.be/egZ1zCfa3d0


TV Sendung "Sommarnojet" mit "TACK FOR EN UNDERBAR VALIG DAG"!

Ich hab mir das schon öfter überlegt und hab mir jetzt gedacht, ich schreibe meine Gedanken hier einfach auf ^^
Und vielleicht, haben auch andere hier auch sich schon darüber Gedanken gemacht, oder haben sogar Daten und Fakten zu dieser Zeit...


Bei dem Auftritt fällt mir auf, das sich alle freuen, das Agnetha da ist. Klar ist ABBA da schon in aller Munde, aber Agnetha hat zu der Zeit, glaub ich, sogar noch einen höheren Stellenwert!

Als Solokünstlerin ist sie schon über 7 Jahre bekannt und durch das Land getingelt und sie hat bis dahin schon einiges veröffentlicht.
Sie ist in dieser Sendung der Star als Solokünstlerin und nicht als ABBA Mitglied und das Publikum, der Moderator und das Orchester freuen sich sehr, das sie da ist!
Auch Agnetha macht einen total relaxten, entspannten, glücklichen Eindruck.
Nachdem wohl ABBA den Grand Prix und dann den ersten Hype in Europa erlebten, war das in Schweden, mal wieder als Solokünstlerin aufzutreten, ein, wie nach Hause kommen!

Ich glaube, das verstand Agnetha als "Ich wollte ein kleiner Star werden", obwohl klein, beim Erfolg allein in Schweden, nicht gerecht formuliert ist. Aber gesehen auf die ganze Welt, schon.

Agnetha war bis Mitte der 70iger in Schweden erfolgreicher als mit ABBA.
ABBA standen ja noch am Anfang und waren auch nach ihrem Sieg 1974 noch nicht ganz oben in Schweden angekommen...

Nicht missverstehen...
Mir geht es hier um die Popularität in Schweden, in der Agnetha schon die Erfolgreichste von allen Vieren war.

Und das ist nicht als abwertend zu sehen, sondern zu belegen:

Agnetha hat von 1967-1975 veröffentlicht:
5 Solo Alben
28 Singles

Die Chartplatzierung hab ich jetzt nicht gesucht...

Es wäre schön, wenn ihr noch mehr Informationen, Austausch und vielleicht auch Daten habt! :thumbsup:


Ich wollte einfach meine Überlegungen dazu hier im Thread bei Agnetha euch mitteilen.
Vielleicht habt ihr euch darüber auch schon mal so eure Gedanken gemacht... ^^

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Nissi« (29. Mai 2018, 15:39)


2

Dienstag, 29. Mai 2018, 16:44

Ja, Agnethas Popularität in Schweden war schon ganz früh enorm, sie war ja auch eine absolut hervorragende Sängerin und war einfach eine liebenswerte Person, und dazu noch sehr hübsch. :)

Ich finde ja auch ihre frühen Alben bis hin zu Elva Kvinnor, und auch noch När du tar mig i din famn, am besten… :thumbsup:
Robert

3

Mittwoch, 30. Mai 2018, 08:48

Ein interessanter Thread, Nissi.....

Schön, darüber Deine Gedanken zu lesen.....

Die exorbitante Popularität war immer etwas, was Agnetha in ihrem ganzen Leben begleitet hat........Es war für sie Fluch und Segen zugleich.......

Sie war in der Vor-ABBA-Zeit die wohl populärste Sängerin in Schweden.........und sie war auch in der ABBA-Zeit das für die allgemeine Öffentlichkeit populärste Bandmitglied der Gruppe.......etwas, wonach sie nie gesucht hat, was aber immer da war und womit sie immer leben musste............

Dabei ging es für Agnetha sofort von 0 auf 100, denn während nahezu jeder Künstler sich erst einmal hocharbeiten muss, schoss Agnetha's allererstes Lied, welches sie professionell in einem Studio aufgenommen hat, sofort auf Platz 1 der Charts und löste da eine Gruppe mit dem Namen THE BEATLES ab.........Einen größeren Blitzstart konnte es überhaupt nicht geben......

Und so ging es für sie weiter........Sie wurde in den schwedischen Blättern nach ihrer allerersten Fersnehsendung im Januar 1968, bei der auch Frida aufgetreten ist, als der große Star gefeiert........

Agnetha war auch praktisch vom ersten Moment an eine sehr selbstbestimmte Künstlerin........Schon ihre allerersten Lieder, die sie sang, waren Eigenkompositionen........

Sie war unfassbare 19 Jahre alt, als sie ihre Schweden Tour praktisch selbst zusammenstellte, die entsprechenden Begleitmusiker für die Tour aussuchte und als absoluter Star der Tour durch das Land zog.......

...................

In Deutschland setzte sie gegen alle Widerstände der männerdominierten Schallplattenindustrie durch, ihre eigenen Kompositionen singen zu können, wofür sie sogar das Musiklabel wechselte......

Und als es dann Jahre später mit ABBA durch die Decke schoss, dachte sie nicht daran, ihre Individualität aufzugeben und verlängerte gegen den erbitterten Widerstand von Stig ihren Vertrag mit Cupol, womit sie sich immer einen gewissen Schuss Selbständigkeit bewahrte.........

Und als sie schliesslich ab 1976 zu Polar wechselte, tat sie das erst, als sie auch Anteile an dem Label erhielt......

Trotzdem hat diese sehr toughe Art von Selbstbestimmung, Selbstsicherheit und Individualität nie dazu geführt, dass das in der Öffentlichkeit negativ bewertet wurde, sondern Agnetha war eigentlich immer so eine Art "Everybody's Darling"........Sie wurde geliebt und bewundert.......

Warum war das so ?????

Ich glaube, der Link den Du in Deinem Posting eingestellt hast vom SOMMARNÖJET 1975 sagt da mehr aus als 1000 Worte..........Dieser Ausschnitt repräsentiert genau das, für was Agetha steht und was sie so unglaublich populär gemacht hat...........Da sieht man Natürlichkeit, da sieht man Schönheit, da sieht man Lebensfreude und da sieht man eine Frau mit einem unglaublichen Charisma, die aber gleichzeitig das sympathische und lebensfrohe Mädchen aus der Nachbarschaft hätte sein können ............Dazu kam die wunderbare Stimme zu Liedern, die sie selbst geschrieben hatte......

Ich glaube, diese sehr ungewöhnliche Kombination zwischen unglaublichem Charisma und Ausstrahlung auf der einen Seite und purer Natürlichkeit auf der anderen Seite war ein wichtiger Baustein für Agnetha's so übergroßer Popularität in der Öffentlichkeit......

Dieser Auftritt bei Sommarnöjet ist auch mein absoluter Lieblingsauftritt.........Und er zeigt vor allem eins.........Agnetha hat zwar ABBA viel zu verdanken genau wie ABBA Agnetha viel zu verdaken hat.......aber Agnetha hätte ABBA nicht gebraucht......Sie wäre auch als Solokünstlerin glücklich gewesen..........Und waren die ABBA-Auftritte noch so schön, aber keiner war herzlicher als dieser beim SOMMARNÖJET......

Agnetha war vor ABBA sicher erfolgreicher als ihre Kollegen und es ist ja schon fast ein Wahnsinn, wenn man bedenkt, dass sie von November 1973 bis in den März 1974 die schwedischen SVENSKTOPPEN angeführt hat mit einem Lied, das wochenlang auf Platz 1 stand.......sogar länger als später dann WATERLOO.......

Und dies alles praktisch bis 3 Wochen, bevor ABBA den ESC gewann.......

Und das passt auch zu Deiner Bewertung, dass damals zu dieser Zeit Agnetha in Schweden sogar größer war als ABBA, bevor sie dann ihre Solokarriere für ABBA opferte.....

Für Agnetha war es in der Tat eine viel schwierigere Frage, ob sie solo oder in der Gruppe weitermachen würde als für Benny, Björn und Frida.......

Für Benny, Björn und Frida war ABBA damals eigentlich fast alternativlos......Es war genau das, was sie sich erträumt hatten und worauf sie hingearbeitet hatten.........Für Agnetha war das nicht so.......Ihr hätten auch andere Wege offen gestanden und sie hat sich damals auch vielmehr als Solokünstlerin gesehen anstelle als Gruppenmitglied......

Ich bin sicher, hätte es bei ABBA damals nicht diese private Bande gegeben, und wär es einfach eine "normale" Musikgruppe gewesen, hätte sie ihre Solokarriere nicht aufgegeben.........

Und bei ABBA fand diese exorbitante Popularität dann ihre Fortsetzung.....Da war das schwedischen Mädchen mit der hohen, klaren Stimme, mit der sie "weinen" konnte, mit den langen blonden Haaren, diesem unglaublich unschuldigen Lächeln usw.........Sie war der Inbegriff der unbeschwrten Skandinavierin, die die Träume vieler Menschen weckte......

Und dann sang sie viele der größten ABBA-Icons wie "Thank You For The Music" oder "The Winner Takes It All" oder "S.O.S" oder "The Day Before You Came" oder "Happy New Year" oder "One Of Us" oder "Chiquitita" oder "Hasta Manana" oder "I've Been Waiting For You" oder "Lay All Your Love On Me" und noch viele mehr.........

Diese Bilder aus dem anderen Thread,.....Agnetha mit Folklorekleidchen und barfuß auf der Pressekonferenz, das war so typisch für sie......Das war nicht nur eine Laune oder Masche von ihr, sondern das war so etwas wie eine Lebeneinstellung von ihr und völlig authentisch.......Und das mekten die Menschen...

Was den Begriff "kleiner Star" betrifft, der sie gerne geblieben wäre, so bedeutet das vor allem, dass es weniger ihr Leben bestimmt hätte und sie noch mehr Intensität der Familie hätte widmen könen, aber das liess dann ABBA nicht mehr zu.........ABBA geriet sozusagen in einen Strudel von Euphorie und Massenhysterie, der eigenrltich das Leben daneben auffraß.........Ein "kleiner Star" konnte sie schon lange nicht mehr sein..........Aber Agnetha liess nicht zu, dass sie bei allem Weltruhm vereinnahmt wurde und ihre Kinder waren für sie immer größer und wichtiger als ABBA........

Aber wie gesagt.........Diese Popularität war für Agnetha Fluch und Segen zugleich...........Als es mit ABBA zu Ende war, legte sich das nicht und sie konnte noch jahrzehntelang danach kaum ohne Bodyguards aus dem Haus.......die Szenen von Malmö und ähnliche bleiben im Gedächtnis haften.........Die Jagdszenen bei der MM-Premiere sind unvergessen....

Diese 28 Singles und 5 Alben, die Du da aufgelistet hast vor der ABBA-Zeit, Nissi, sind schon eine bemerkenswerte Zahl für eine 24 jährige junge Frau..........Eine Tatsache, die heute oft vergessen wird, wenn über ABBA geschrieben wird........

Es gab damals sicher keine schwedische Künstlerin, die in Schweden populärer war.......und das noch ohne ABBA........

Ein Thema, zu dem noch einiges zu sagen ist........
50 Jahre - Jag Var Så Kär

An einem Tag im Winter 1968, vor 50 Jahren, löste ein 17jähriges blondes Mädchen aus Jönköping mit ihrer allerersten Platte die Beatles von Platz 1 der schwedischen Charts ab

1.Agnetha Fältskog/Jag Var Så Kär
2.The Beatles/Hello Goodbye
3.Georgie Fame/The Ballad of Bonnie and Clyde
4.The Beatles/Magical Mystery Tour
5.The Monkees/Daydream Believer

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Scotty« (30. Mai 2018, 09:10)


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Mittwoch, 30. Mai 2018, 16:45

Wenn Du schon diesen wunderschönen Auftritt vom SOMMARNÖJET 75 mit TACK FÖR EN UNDERBAR VANLIG DAG verlinkt hat, Nissi......

.....dann hier auch noch die andere Hälfte dieses Auftritts mit "DOM HAR GLÖMT"..........fast genauso schön......

https://www.youtube.com/watch?v=GlDS68FfomQ

Ein interessanter Text übrigens, den Agnetha da damals gemeinsam mit Bosse Carlgren geschrieben hat von einer alternden und einst gefeierten Künstlerin, die mit der Zeit vergessen wurde........Etwas, was Agnetha sicherlich nie passieren wird.... ;)
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50 Jahre - Jag Var Så Kär

An einem Tag im Winter 1968, vor 50 Jahren, löste ein 17jähriges blondes Mädchen aus Jönköping mit ihrer allerersten Platte die Beatles von Platz 1 der schwedischen Charts ab

1.Agnetha Fältskog/Jag Var Så Kär
2.The Beatles/Hello Goodbye
3.Georgie Fame/The Ballad of Bonnie and Clyde
4.The Beatles/Magical Mystery Tour
5.The Monkees/Daydream Believer

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Donnerstag, 14. Juni 2018, 08:35

Agnetha war bis Mitte der 70iger in Schweden erfolgreicher als mit ABBA.

Zu dieser Aussage von Nissi passt wunderbar die Jahres-Gesamtwertung der SVENSKTOPPEN aus dem Zeitraum Dezember 1973 bis Dezember 1974..........also genau der Zeitraum, indem Agnetha ihre weitere Solokarriere für ABBA vorerst opferte........

Die TOP-TEN der Jahreswertung der SVENSKTOPPEN aus diesen 12 Monaten lautete wie folgt......

1 EN SÅNG OM SORG OCH GLÄDJE.... FÄLTSKOG, AGNETHA
2 WATERLOO.... ABBA
3 VI HAR SÅ MYCKET ATT SÄGA VARAND.... JIGS
4 JAG VILL RESA BORT.... SVEN-INGVARS
5 HEMMA HOS MIG IGEN.... FLAMINGO-KVINTETTEN
6 I MIN LILLA, LILLA VÄRLD AV BLOM.... ELDORADOS
7 HASTA MANANA.... ANDERSSON, LENA
8 HONEY HONEY.... ABBA
9 FLYG DIN VÄG.... TONIX
10 BARA FEMTON ÅR.... STREAPLERS

Die Chartergebisse von EN SÅNG OM SORG OCH GLÄDJE waren wie folgt (Nur Top-Three)

9. Dezember 1973 - Platz 1
16. Dezember 1973 - Platz 1
23. Dezember 1973 - Platz 1
30. Dezember 1973 - Platz 1
6. Januar 1974 - Platz 1
13. Januar 1974 - Platz 1
20. Januar 1974 - Platz 1
27. Januar 1974 - Platz 2
3. Februar 1974 - Platz 2
10. Februar 1974 - Platz 3
17. Februar 1974 - Platz 1
24. Februar 1974 - Platz 1

Vier Wochen später übernahm WATERLOO Platz 1 der SVENSKTOPPEN und verweilte insgesamt 6 Wochen auf Platz 1.......

Ich finde, das sind immer wieder sehr interessante Momentaufnahmen aus dem Jahre 1974, die heutzutage oft vergessen werden, wenn man von den Anfängen von ABBA spricht......

......und sie sind sicher auch ein Beleg für Nissi's These für Agnetha's Popularität, die zu diesem Zeitpunkt sicher größer als ABBA war und ohnehin größer als die ihrer Band-Kollegen.....

Ohne die Liebe und Partnerschaft zu Björn hätte Agnetha damals sicherlich nicht auf ihre Solokarriere in diesen Jahren verzichtet......

Nach so vielen Zahlen aber auch dieses wunderbare Lied..........EN SÅNG OM SORG OCH GLÄDJE

https://www.youtube.com/watch?v=vWnmk4AcX1Q
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P.S.........Auch die Bildershow dazu ist sehenswert !!!!!
50 Jahre - Jag Var Så Kär

An einem Tag im Winter 1968, vor 50 Jahren, löste ein 17jähriges blondes Mädchen aus Jönköping mit ihrer allerersten Platte die Beatles von Platz 1 der schwedischen Charts ab

1.Agnetha Fältskog/Jag Var Så Kär
2.The Beatles/Hello Goodbye
3.Georgie Fame/The Ballad of Bonnie and Clyde
4.The Beatles/Magical Mystery Tour
5.The Monkees/Daydream Believer

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Scotty« (14. Juni 2018, 08:42)


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Donnerstag, 14. Juni 2018, 10:02

......und sie sind sicher auch ein Beleg für Nissi's These für Agnetha's Popularität, die zu diesem Zeitpunkt sicher größer als ABBA war und ohnehin größer als die ihrer Band-Kollegen.....

Ohne die Liebe und Partnerschaft zu Björn hätte Agnetha damals sicherlich nicht auf ihre Solokarriere in diesen Jahren verzichtet......
Das glaube ich auch. Agnetha hat aus Liebe zu Björn auf ihre Solokarriere verzichtet, oder besser gesagt, zurück gestellt!

Ich habe ja jetzt wieder mal das Buch "Som jag är" gelesen und Agnetha´s persönliche Worte, zeigen es auch auf, welche Prioritäten Agnetha hatte!

Hier mal ein paar Ausschnitte aus den Buch:

Zitat:
Selbst schrieb ich während der ABBA Zeit aus natürlichem Grund nicht so viel Musik. Ich hatte ja auch Heim und Kinder zu versorgen, so das keine Zeit zum Komponieren übrig blieb.
Aber ich gab viele künstlerische Ideen dazu. Davon hatte ich immer reichlich in mir und die wuchsen während der Arbeit.
Ich kam mit Vorschlägen, die dazu führten, dass die Melodien einen besonderen Schwung erhielten, und fand verschiedene Arten darauf zu singen. Mir fällt das Timing auf die Stimme zu legen leicht. Es kommt fast von selbst und ich fühle instinktiv, wie eine Melodie interpretiert werden muss.


Agnetha hatte zwar selbst keine Zeit mehr eigene Lieder zu schreiben, zumindest nicht so viele, da Familie wichtiger war. Aber ihre Arbeit bei ABBA ist nicht zu unterschätzen. Da hat sie eine Menge mit eingebracht. Somit stimmt das eigentlich auch nicht, das sie in der Zeit nicht viel Komponiert hat.
Sie hat vielleicht bei dem Grundgerüst keine Mitarbeit, aber das danach, wie der Song formen annimmt, hat sie einen grossen Anteil gehabt.

Es ist für mich also falsch zu sagen, das Agnetha zur ABBA Zeit nichts gemacht hat und nur für die Familie da sein wollte.
Im Studio hat sie hart mitgearbeitet und sich voll mit involviert!

Zitat:
Mein Zuhause in der Musik ist das Studio, nicht die Bühne. Dort in einem Raum mit Frida, Benny und Björn oder nur mit mir allein und mit den Musikern und Tontechnikern, beherrsche ich alles und meine Stimme kommt zu ihrem Recht. Im Studio habe ich meine Stärke, weil ich da in aller Ruhe arbeiten kann.


Sie hat zwar wenig selbst komponiert, aber bei den ABBA Liedern ihren Stempel aufgesetzt. Da war sie voll mit dabei. Das Studio war und ist ihr Arbeitsplatz, nicht die Bühne. Das hätte sie immer so weiter gemacht.
Das irgendwann die Musik schwieg, kann ich sehr gut verstehen. Irgendwann ist einem alles zuviel.

Agnetha hat neben ihrer Solokarriere seit 1967 und mit ABBA soviel erlebt, durchgemacht (positives und negatives), das ich es auch vollkommen verstehe, wenn man satt ist und nichts mehr von alldem wissen will. Das Ende der 80iger es ihr so ging, ist absolut verständlich.

Zitat:
Wenn ich in der Luxus- und Prominentenwelt lebe, ist das ein Gastspiel. Keine Lebensvoraussetzung wie für so viele.
Es ist zu Hause, in der Familie, mit einigen wenigen Freunden vom unglamourösen Schlag, wo sich mein Leben abspielt.


Agnetha macht aus Freude und Liebe ihren Beruf. Das sie da in Erscheinung treten muss, ist ihr klar und unvermeidlich. Aber sie brauch es nicht. Ihr Leben spielt sich im Privaten ab, da kann sie sein, wie sie ist. Da ist sie die Privatperson Agnetha und nicht die Popikone.

Der Stempel Greta Garbo bekam sie aufgesetzt, nur weil sie in den Jahren, wo sie beruflich nichts machte und völlig im Privatleben sich aufhielt. Aber da gab es nichts zu Schreiben. Da gab es keine Interviews. Da gab es keine Fotos. Und das führte dazu, das es hiess, sie habe sich zurück gezogen. So ein Blödsinn!

Agnetha hasst es, zu etwas gezwungen zu werden.
Mir gefällt auch der Schlußsatz in dem Buch:

Ich habe keine Angst vor Veränderungen. Das gehört zum Leben, im Guten wie im Bösen. Aber ich muss sein dürfen, WIE ICH BIN.


Wenn man die Karriere von Agnetha näher durchleuchtet, was sie schon in jungen Jahren alles erlebt hat. Wieviel Bühnenauftritte sie absolviert hat, die vielen Reisen, die fremden Länder. Der Druck, der automatisch dadurch ensteht. Die Zeit mit ABBA, die eine Hysterie auslöste, die sie gefühlsmäßig zu erdrücken drohte. Das muss man sich mal vorstellen!
Da verstehe ich die Zeit des Schweigens vollkommen. Obwohl das ja nur ein Teil war, warum Agnetha einige Jahre beruflich nicht in Erscheinung trat.

Sie war satt von allem. Ihre Solokarriere, ABBA, die Trennung von Björn, der Wunsch, nur noch für ihre Kinder dazusein, der Druck und die Lügen von seitens der Presse...

Und damals, Anfang der 70iger, zweigleisig zu fahren, wollte sie nicht.
Björn zuliebe, lies sie sich auf das Quartett ein. Es passierte ja ganz natürlich. Benny und Björn schrieben Songs, für ein Soloalbum und merkten, das die Stimmen ihrer Mädchen einfach besser klingen. Schwuppdiwupp schrieben sie einen Song, in dem Agnetha und Frida die Leadstimmen waren und es wurde ein Erfolg. Den wollten sie natürlich ausbauen. Erst in Europa und dann natürlich auf den anderen Kontinenten.
Sie stiegen auf ein Karusell, das sich mit der Zeit immer schneller drehte und es einem schwindelig wird.
Das man einmal die Bremse tätigen musste, ist aus heutiger Sicht klar.

Man ist ja nicht nur Künstler oder ein Teil von ABBA, sondern auch ein privater Mensch, der persönlich Wünsche hatte, die nichts mit der Popwelt zu tun hatte.

Aber Agnetha hat mit ihren Liedern etwas erschaffen, was nur wenige schaffen. Ihr Talent, so wunderbare Melodien zu schreiben, ist schon was großartiges.

Das wird sie nie aufgeben! Es wird mal mehr, mal weniger sein.
Und wenn sie heute zurück blickt, kann sie stolz auf das alles sein. auf Sich, auf ABBA, auf ihren beruflichen Weg.

Der schon 1967, im Alter von 17 Jahren begonnen hat.

Die TOP-TEN der Jahreswertung der SVENSKTOPPEN aus diesen 12 Monaten lautete wie folgt......
Danke für die Auflistung!
Es ist schon PHANTATISCH das zu sehen, was ein so junges Mädchen schon erreicht hat, gleich zu Anfang ihrer Karriere! :thumbup:
Wenn ABBA 1974 den Grand Prix nicht gewonnen hätten, wer weß, wie es dann weiter gegangen wäre.
Agnetha hätte wohl alle paar Jahre ein neues Album veröffentlicht!
Benny und Björn hätten gemeinsam für andere Künstler komponiert und vielleicht eher im Musical angefangen.
Und Frida hätte auch versucht, Solo, mit Hilfe von Benny, erfolgreich zu sein! Vielleicht dann auch auf einer Musicalbühne oder so.

Obwohl ich sicher bin, das ABBA auch ohne Grand Prix international Erfolgreich geworden wären. :thumbsup:

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Nissi« (14. Juni 2018, 10:08)


7

Donnerstag, 14. Juni 2018, 17:38

Somit stimmt das eigentlich auch nicht, das sie in der Zeit nicht viel Komponiert hat.
Sie hat vielleicht bei dem Grundgerüst keine Mitarbeit, aber das danach, wie der Song formen annimmt, hat sie einen grossen Anteil gehabt.

Sie hat zwar wenig selbst komponiert, aber bei den ABBA Liedern ihren Stempel aufgesetzt

Das ist ganz genau und exakt das, was ich auch immer schreibe,Nissi.....

Natürlich waren die Grundmelodien schon da.......die Grundgerüste der Lieder........Schöne Melodien.......Aber sie waren noch meilenweit davon entfernt, mitreissende Popsongs zu sein...........Dafür hat dann vor allem Agnetha's großer Einfluss bei den Arrangementierungen der ABBA-Lieder gesorgt.........Sie hat aus den schönen Melodien Popsongs gemacht

Nicht von ungefähr sind fast alle ABBA-Lieder, bei denen Agnetha etwas weniger involviert war, alle sehr musical-lastig.......

Und natürlich gingen bei der kreativen Entwicklung der Lieder die Grenzen zwischen Komposition und Arrangementierung ineinander über........Denn solche exorbitanten Veränderungen in den Arrangements wie zum Beispiel der Aznavour-Refrain bei THE DAY BEFORE YOU CAME oder die Veränderungen Bei THANK YOU FOR THE MUSIC oder WHEN I KISSED THE TEACHER und so weiter, sind im Prinzip auch ein Eingriff in die Komposition selbst....

Die Familie war für Agnetha immer die Nummer 1......aber das hat nichts daran geändert, dass sie sich im kreativen Ablauf von ABBA im Studio immer zu 100 Prozent eingebracht hat.............Und wenn eine Frau wie Agnetha, die die personifizierte Bodenständigkeit ist, selbst von diesen Dingen spricht, dann lässt das auch keine Fragen offen......

Es ist zu Hause, in der Familie, mit einigen wenigen Freunden vom unglamourösen Schlag, wo sich mein Leben abspielt.

Hier zitiere ich jetzt mal Agnetha selbst.........weil das auch eine persönliche Sache für mich ist......

.......und hier empfinde ich die Bezeichnung "unglamourös" als ein großes Kompliment....

Agnetha braucht keine sogenannten "Celebrities" als Freunde, keine Könige oder Prinzen, sondern ganz normale Menschen.........Und das ist es auch, was viele ABBA-Fans nicht wirklich begreifen bei all dem Personenkult........

Agnetha hasst es, zu etwas gezwungen zu werden.

Agnetha hat sich in ihrem ganzen Leben nie zu etwas zwingen lassen.......Dafür war und ist sie viel zu stark......

Da haben sich viele im übertragenen Sinne eine "blutige Nase" geholt wie damals Stig, als er Agnetha zwingen wollte, zu Polar zu gehen.....oder Björn, als er mit "Engelszungen" auf Agnetha einredete, sich doch eine weitere Nanny zu holen und länger auf Tour zu gehen in der Zeit des Hypes bei ABBA.......und viele andere mehr......

Bei ABBA mussten alle Kompromisse machen......aber Agnetha zog immer eine Linie, wo sie Grenzen zog........Wenn man aber bedenkt, was sie alles noch für ABBA getan hat nach der Scheidung von Björn, dann sollten ihr alle ABBA-Fans ganz besonders dankbar sein......

Da verstehe ich die Zeit des Schweigens vollkommen. Obwohl das ja nur ein Teil war, warum Agnetha einige Jahre beruflich nicht in Erscheinung trat.

Die Zeit des Schweigens war für Agnetha eine völlig logische Sache............Und es war ja nur eine Zeit des Schweigens für die Öffentlichkeit........Gerade die Jahre von 1989 bis 1992, 1993 waren für Agnetha eine unglaublich ereignisreiche Zeit.......

Das Showbiz aber war für Agnetha damals keine Option mehr.......Sie hatte alles gehabt und es war nichts mehr da, was für sie da noch interessant gewesen wäre........Sie war ganz oben.......Sie war der Superstar der größten Gruppe der Epoche.......Darüber gab es nichts mehr........Alles, was nun ihr Leben ausmachte, lag woanders........

Wir alle kennen das auch selbst von uns, wenn sich Dinge verschieben.......aber wenn eine Frau, die Ende der 70er-Jahre das bekannteste weibliche Gesicht auf der Welt war.........und das nicht nur in der Welt der Musik, sondern überhaupt.......dann wird das eben völlig anders wahrgenommen.........

Agnetha hätte wohl alle paar Jahre ein neues Album veröffentlicht!
Benny und Björn hätten gemeinsam für andere Künstler komponiert und vielleicht eher im Musical angefangen.
Und Frida hätte auch versucht, Solo, mit Hilfe von Benny, erfolgreich zu sein! Vielleicht dann auch auf einer Musicalbühne oder so.

Agnetha hätte den ESC dann eben solo gewonnen..........Irgendwann.......Vielleicht etwas später,1976 oder 1977......Wer weiss das schon........Ihren Weg hätte sie so oder so gemacht.......Und nicht nur in Schweden......
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50 Jahre - Jag Var Så Kär

An einem Tag im Winter 1968, vor 50 Jahren, löste ein 17jähriges blondes Mädchen aus Jönköping mit ihrer allerersten Platte die Beatles von Platz 1 der schwedischen Charts ab

1.Agnetha Fältskog/Jag Var Så Kär
2.The Beatles/Hello Goodbye
3.Georgie Fame/The Ballad of Bonnie and Clyde
4.The Beatles/Magical Mystery Tour
5.The Monkees/Daydream Believer

Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »Scotty« (14. Juni 2018, 17:55)


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Freitag, 15. Juni 2018, 04:43

Im Nachtrag zu meinem Vorposting auch nochmal Danke an Nissi für die Wiedergabe der Agnetha-Zitate und die Kommentare dazu.........Hatte ich oben vergessen....

Ich finde es immer spannend, solche Gedanken aus anderen Zeiten mal wieder in Erinnerung zu rufen und ein bisschen darüber zu sinnieren und zu schreiben.......auch im Kontext, wie in den folgenden Jahrzehnten das Leben weitergegangen ist........ :thumbup:

Und noch kurz hierzu......

Der Stempel Greta Garbo bekam sie aufgesetzt, nur weil sie in den Jahren, wo sie beruflich nichts machte und völlig im Privatleben sich aufhielt. Aber da gab es nichts zu Schreiben. Da gab es keine Interviews. Da gab es keine Fotos. Und das führte dazu, das es hiess, sie habe sich zurück gezogen. So ein Blödsinn!

Dieser ganze Garbo-Schwachsinn entstand natürlich noch aus 2 anderen Gründen.........Einmal aus der Tatsache, dass Agnetha eben nie irgendwelche Hollywood-Stars, König/innen oder sonst geartete Celebrities brauchte, mit denen sie sich umgab.........sondern sie umgab sich mit sogenannten "normalen" Menschen, die ebenfalls kein Interesse an Tabloids hatten und auch Agnetha's Privatsphäre immer hochhielten.......So etwas nennt man dann wirkliche Freundschaft........Und diese wirklichen Freundschaften finden eben NICHT in den Zeitungen oder Magazinen statt.........

Und da ist dann natürlich auch Agnetha's Konsequenz, wie sie ihr Leben dann gelebt hat.......Keine Halbheiten und keine Kompromisse, die sie nicht will.........Und privat hat für sie eben auch wirklich privat bedeutet........
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50 Jahre - Jag Var Så Kär

An einem Tag im Winter 1968, vor 50 Jahren, löste ein 17jähriges blondes Mädchen aus Jönköping mit ihrer allerersten Platte die Beatles von Platz 1 der schwedischen Charts ab

1.Agnetha Fältskog/Jag Var Så Kär
2.The Beatles/Hello Goodbye
3.Georgie Fame/The Ballad of Bonnie and Clyde
4.The Beatles/Magical Mystery Tour
5.The Monkees/Daydream Believer