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1

Samstag, 2. Mai 2020, 11:32

ABBAs Inspirationsquellen!

Ich wusste jetzt nicht, wie ich es nennen sollte, diesen Thread...

Auf jeden Fall geht es mir um den Einfluss auf ABBAs Lieder, der letzte Schliff, die Inspiration, was dann letztendlich die Melodie, der Rhytmus, den Gesang usw. ausmacht.

Björn und Benny's erste Einflüsse waren ja die Beatles, im speziellen John Lennon und Paul McCartney. War wohl auch Inspiration auch gemeinsam was zu machen.
Später kamen noch die Beach Boys und Bee Gees hinzu und ich denke, noch einige mehr.
Welche waren das?
Was schöpften sie daraus?
In welchen Liedern erkennt man das deutlich!

Agnetha hatte ja gesanglich ihre Idole und hat das oft in den Songs mit einfließen lassen. Wie z.B. bei HASTA MANANA, wo das dann auch der Ausschlag des Ganzen war.

Frida hat durch ihre jazzige Vorgeschichte und einer Stimme, die ins Musicalhaftige ging, auch ihre Ideen und Stimmveränderung dann, mit einfließen lassen.

Manches Lied hat dadurch ihre Handschriften gezeichnet.

Hier kennen sich doch einige besser in dem Bereich aus und mich Interessiert es.
In welchem Lied hat welcher Komponist, Sänger oder Sängerin
einen deutlichen Einfluss gehabt?
Wie hat sich das Herauskristalisiert?

Ach ich wäre so gerne im Studio dabei gewesen. Wenn eine Melodie entstand, die dann doch eine andere Richtung einschlug, oder wenn Agnetha und Frida sangen, es nochmal eine andere, neue Dynamik entwickelte!

wolfbear1968

unregistriert

2

Samstag, 2. Mai 2020, 11:37

Hallo Nissi,

sehr interessantes Thema, bei dem ihc gerne auch noch mal ausführlicher antwiorten werde. Beim ersten Lesen viel mir aber ein, dass Benny und Björn natürlich auch sehr stark von skandinavischer und britischer Volksmusik beeinflusst sind und gerade in den Anfangsjahren auch der Schlager einige Einflüsse hinterlassen hat.
Beim Voulez-Vous-Album höre ich stark die Bee-Gees raus und beim Song The Visitors erinnere ich mich sogar an Kraftwerk.

Grüße
Wolf

3

Samstag, 2. Mai 2020, 13:54

Schönes Thema, Nissi...

Also, was den Song VISITORS betrifft, so ist das eigentlich von der Stilistike eher ein Beatles-Song als ein ABBA-Song.........Der Einfluss der Beatles, hier übrigens auch jener von George Harrison, ist nicht zu überhören, und als ich damala VISITORS erstmals gehört habe, war ich fast ein bisschen sprachlos über diese stilistische Ähnlichkeit

Der musikalische Einfluss der Beatles ist bei ABBA ein ganz entscheidender, vor allem natürlich für ihre Motivation, Musik zu machen, aber auch für nicht wenige musiktechnische Dinge und innovative Entwicklungen, die damals die Beatles auf den Weg gebracht haben wie etwa einige Aspekte des Overdubbings oder auch Klangwände, was heutzutage oft mit Phli Spector in Verbindung gebracht wird, mit dem die Beatles ja auch zusammengearbeitet haben, was aber nur ein Teil dieser innovativen Entwicklung ist.

Dieser Einfluss der Beatles, speziell von John Lennon und Paul McCartney, aber auch George Harrison, trifft aber nicht nur für Benny und Björn zu, sondern sehr stark auch auf Agnetha, die auch nicht nur alle Beatles-Platten besaß, sondern sich auch von ihrer Art der Musik inspirieren liess, kreativ, aber nicht zuletzt auch technisch, siehe etwa ihr ganz frühes Interesse für den spannenden Teil der Overdubbing-Technik.......Nur für Frida trifft das alles nicht zu, die als Einzige von ABBA keinerlei Beziehung zu der Beatles-Musik hatte,...

Diesen Einfluss würde ich persönlich als eine Art Oberbegriff für die ABBA-Musik sehen, was gerade für die drei hauptsächlichen Arrangeure der ABBA-Musik, Agnetha, Benny und Björn, wichtig war....

Dies mischte sich dann aber noch mit erheblichen weiteren Einflüssen, die bei den ABBA-Mitgliedern dann aber sehr, sehr unterschiedlich waren, was schliesslich zum Mix und zur ganzen Gemengelage für die ganze ABBA-Stilistik führte....

Ich kann hier ein bisschen was dazu schreiben, vor allem über Agnetha's Inspirativen Einflüsse, einfach, weil ich die viel besser kenne als die der anderen ABBA-Mitglieder

Über diese beschriebenen Beatles-Einflüsse waren für Agnetha sicherlich die Einflüsse der sehr frühen britischen Popmusik der wichtigste Einfluss.......Agnetha war ja diejenige von ABBA, die im Verlaufe der ABBA-Zeit ihr Augenmerk von allen 4 ABBA-Mitgliedern immer am stärksten auf den popmusikalischen Sektor gelegt hatte, was auch sicher ein Aspekt dieser Inspiration war.......Es waren für Agnetha vor allem die Sängerinnen der frühen "British Invasion", von denen sie beeinflusst wurde, was uns im übrigen auch wieder auf die Spuren der Beatles führt, denn jene "British Invasion" wurde ja maßgeblich von den Beatles nicht nur beeinflusst, sondern eigentlich sogar begründet........Wir alle kennen Agnetha's frühe Begeisterung und ihr Faible für die Musik von CONNIE FRANCIS, aber es waren vor allem auch die britischen Sängerinnen wie eine CILLA BLACK, die Agnetha sehr inspiriert haben.....Ebenso beispielsweise eine HELEN SHAPIRO, die zwar stimmlich völlig anders als Agnetha sang mit einer viel tieferen Stimme, die sie aber in anderen Dingen musikalisch inspirierte. CILLA BLACK und HELEN SHAPIRO galten damals als große Gegenpole für den nordenglischen Beat/Pop (Cilla) und den südenglischen Beat/Pop (Helen) und Agnetha inspirierten beide, wobei Cilla sicherlich den noch größeren Einfluss auf Agnetha hatte, im Endeffekt sicher den größten Einfluss aller Sängerinnen überhaupt. Von ihr nahm sie viele Jahrzehnte später als einziger Sängerin 3 Lieder für ihr MCB-Album auf. Aber auch von Helen Shapiro inspirierte sich Agnetha damals, so sang sie beispielsweise schon als 16jähriges Mädchen bei ihren ersten Auftritten mit der Enghardt-Band deren THE END OF THE WORLD.... Es ist in diesem Zusammenhang sehr schade, dass Helen Shapiro nirgendwo in einem ABBA-Buch oder einer anderen ABBA-Publikation diesbezüglich erwähnt ist. (Was wohl u.a. damit zusammenhängt, dass eben oft der eine vom Anderen abschreibt).....Was CONNIE FRANCIS wiederum betraf, wurde durch deren Art zu singen, beispielsweise Agnetha maßgeblich zu der kompletten Um-Arrangierung und völligen Neugestaltung des ABBA-Klassikers HASTA MANANA inspiriert. Auch Sängerinnen wie SANDIE SHAW und PETULA CLARK gehörten zu ihren inspirativen Vorbildern, was man auch sehr schön auf Agnetha's 2. und 3. Solo-LP an ihrem Gesang hören kann, auch in der Stilistik der Lieder, vor allem, was Sandie Shaw betrifft......

Aber es waren beileibe nicht nur die Sängerinnen, die Agnetha inspirierten, denn neben den Beatles waren da beispielsweise Beatgruppen wie die SEARCHERS oder GERRY MARSDEN, die für Agnetha einen inspirativen Wert hatten, so beispielsweise sei hier der Searchers-Hit WHEN YOU WALK IN THE ROOM genannt, den Agnetha vor allem in deren Version liebt........Agnetha's Einfluss wurde oft in ABBA-Publikationen vor allem im Schlagerbereich angesiedelt, was so nicht ganz richtig ist......Sicher trifft dies zu einem etwas kleineren Anteil auch zu, die Grenzen waren hier manchmal etwas fliessend, es seien hier stellvertretend PAUL ANKA und NEIL SEDAKA erwähnt, ebenso SYLVIE VARTAN oder RITA PAVONE, zu deren Musik sich Agnetha ebenfalls sehr hingezogen fühlte, aber es waren vor allem die popmusikalischen Aspekte, ausgehend von dieser oben beschriebenen "British Invasion", zu denen sich Agnethaals 14-16 jähriges Mädchen sehr hingezogen fühlte und was sie später zu vielen Details in der Art, zu singen oder zu arrangieren, inspiriert hat....

Agnetha steht vor allem für den popmusikalischen Bereich der ABBA-Lieder....

Benny und auch Björn stehen daneben vor allem auch für die volksmusikalische, folklorehaften und musicalhaften Aspekten der ABBA-Musik.....

Bei Benny war das ein Mix aus schwedischer Volksmusik, aber auch aus der schottisch-keltisch angehauchten Stilistik, was man später wunderschön bei seinem Instrumental ARRIVAL hören konnte, das heutzutage einer der beliebtesten Standards der scottischen Pipers ist......Benny's Affinität zu der schwedischen Volksmusik war schon in seiner frühesten Kindheit präsent und später vermischte sich das dann mit seiner Begeisterung für die britische Beatmusik, auch hier wieder zurückgehend auf Lennon/McCartney......So war beispielsweise die Musik seiner Gruppe HEP STARS extrem stark an den damals so populären MERSEYSOUND, einem Stil der damaligen Beatmusik, angelehnt......Auch Themen wie Klangwände, Wilson's West-Coast-Sound der Beach Boys und diese Dinge begeisterten ihn......Durch Benny's Faible aber auch für klassische Musik ergab das dann später einen Mix, der ihn dann sehr stark in Richtung Musical zog.....

Benny steht vor allem für diesen Mix aus Volksmusik, Beatmusik und Klassik, was schliesslich die musicalhaften Aspekte innerhalb der ABBA-Musik beförderte...

Ich denke, dass es vor allem diese beiden extremen Gegenpole der popmusikalischen Hinwendung Agnetha's und der volksmusikhaften und musicalhaften Hinwendung Benny's sind, die einen entscheidenden Punkt der ABBA-Musik ausgenmacht haben...

Björns inspirative Einflüsse liegen ein bisschen zwischen diesen beiden starken musikalischen Gegenpolen von Agnetha und Benny......Björn wurde in seiner Jugend sehr stark von der typischen Folkmusik inspiriert..(die zwar namentlich, aber nicht musikalisch identisch mit der sogenannten"Volksmusik" ist).....Auch Nebeneinflüsse wie etwa Skifflemusik und ähnliches waren damals für Björn sehr präsent. Und auch für Björn gilt das, was für Agnetha und Benny gilt, nämlich große inspirative Einflüsse aus der britischen Popmusik, ausgehend von den Beatles und im Speziellen John Lennon und Paul McCartney.....Später entwickelten sich diese inspirativen Einflüsse von Björn auch noch sehr in Richtung Glam-Rock im Stile eines Roy Wood......Auch die Tatsache, dass Björn hier etwas zwischen diesen enorm starken Gegenpolen Pop (Agnetha) und Volksmusik/Musical (Benny) stand, war für die ABBA-Musik sehr wichtig...

Und schliesslich ist da noch Frida, deren musikalischen Einflüsse sich am meisten von allen 4 ABBA-Mitgliedern unterscheiden. Sie wurde zweifellos am meisten von der amerikanischen Jazzmusik beeinflusst, auch von deren Elementen wie etwa Blues und Gospel und sie war zweifellos von der Art von Musik, wie ABBA sie später machten, Popmusik, stilistisch am weitesten entfernt. Frida's Stimme war auch sehr prädestiniert für diese Art von Musik. Gleichwohl hat sie gesanglich auch schon vor der ABBA-Zeit Lieder in Richtung Pop sehr stark und gut interpretiert........Die Tatsache, dass Frida's Einfluss an den ABBA-Arrangements geringer war als der Einfluss von Agnetha, Benny und Björn ist wohl auch ein Mitgrund, dass man die Jazzelemente von allen in meinem Posting beschriebenen musikalischen Elementen in den ABBA-Liedern am wenigsten hört und sie im Gegensatz zu den anderen Elenementen deutlich unterrepräsentiert sind. Aber diese Inspiration aus der Jazzmusik von Frida war sicherlich noch ein weiteres Puzzleteilchen zu der Musik von ABBA

Ein interesantes Thema

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Scotty« (2. Mai 2020, 14:15)


4

Samstag, 2. Mai 2020, 14:49

Auch für mich ein sehr interessantes und spannendes Thema.

Also, was den Song VISITORS betrifft, so ist das eigentlich von der Stilistike eher ein Beatles-Song als ein ABBA-Song.........
Du hattest dazu mal einen Link zu einem Beatles-Song eingestellt, der die Ähnlichkeit aufzeigen soll.
Ich finde diese Gegenüberstellung nicht mehr, weiß aber noch, dass ich damals kaum Gemeinsamkeiten heraushören konnte.
Könntest du diesen Link nochmals einstellen, ich würde die Songs gerne erneut vergleichen?

Ansonsten wurde ja auch bereits angesprochen, dass sich Benny auch Inspirationen aus dem Bereich der Klassischen Musik geholt hat. Als Beispiel sei dazu u. a. "I Let The Music Speak" genannt, worin meiner Ansicht nach, diverse Elemente aus der Klassik gekonnt eingeflossen sind.

Grundsätzlich haben ABBA aber auch stets Inspiration aus dem jeweils akteull angesagten Bereich der Popmusik gekonnt in in die Musik einfließen lassen, ohne sich jemals komplett einer Stilrichtung hinzugeben.

Als Beispiel sei hier das Album Voulez-Vous genannt, das zwar unverkennbar viele Elemente der Disco-Ära enthält, dennoch aber ganz bewusst kein typisches Disco-Album ist. Ich bin sicher, dass "Chiquitita" und "I Have A Dream", die auf den ersten Blick so gar nicht auf dieses Album passen, ganz bewusst ausgesucht worden sind.

Aus meiner Sicht zeigt gerade dieses Album wie sorgfältig bei ABBA sämtliche zu erwartende Faktoren berücksichtigt worden sind, indem man weder traditionelle Fans vergraulen wollte, sich dem gerade aktuellen Trend aber dennoch offen zeigt, ohne komplett darauf einzusteigen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Webmark« (2. Mai 2020, 15:27)


5

Samstag, 2. Mai 2020, 14:57

Die Einflüsse von mehreren Gruppen oder Musikrichtungen sind in vielen ABBA Songs unverkennbar.

Vorallem in den ersten Jahren sind die Songs stark von den Beatles (Beat, Folk) geprägt. Middle Of The Road haben sicher auch zu diesem Sound beigetragen. Dann kam eine Weile der damals angesagte Glitterrock (Rock Me, So Long) dazu. Das hört und sieht man sehr gut bis 1975.

Mit dem Arrival Album gab es eine Wende hin zu mehr von Pop geprägten Songs. "Dancing Queen" als Beispiel ist stark geprägt durch den Welthit von George McRae "Rock Your Baby".
Mit THE ALBUM wurden die Pop-Songs immer komplexer. Nun war es ABBA, die den Ton für andere Bands vorgaben.

Mit dem VOULEZ VOUS Album wollte ABBA auch auf den DISCO Zug aufspringen, was andere Bands schon vorher gemacht haben. Sogar Queen brachte mit "Another One Bites The Dust" einen Discosong raus.
Das Album ist sehr geprägt durch die damaligen Discoszene. Und trotzdem ist es immer noch Pop.

Mit Super Trouper und The Visitors gingen ABBA mehr und mehr in Richtung Synth-Pop. Songs wie Lay All Your Love On Me, The Visitors oder The Day Before You Came sind sehr stark vom Synth-Pop geprägt.
Ein schönes Beispiel ist für mich auch "One Of Us" bei welchem ABBA den Reggae Groove mit in einen Popsong verpackt hat. Ich bin überzeugt, die Erfolge von Bob Marley und vielen anderen Reggaekünstlern anfangs der 80er Jahre haben sie damals auch inspiriert.

Dass ABBA auch in den späteren Jahren immer noch den Hang zu Folk hatte, zeigen sie z.B. mit "The Piper" sehr gut auf.

ABBA haben schon mit allerlei möglichen Richtungen experimentiert und trotzdem blieben sie sich aus meiner Sicht immer treu, nämlich Pop Songs zu kreieren.
Gruss Charly

*** ABBA Forever ***

6

Samstag, 2. Mai 2020, 15:06

"Dancing Queen" als Beispiel ist stark geprägt durch den Welthit von George McRae "Rock Your Baby".
Findest du? Ich kann hier keinerlei Gemeinsamkeit erkennen :S

7

Samstag, 2. Mai 2020, 15:43

Da habt ihr ja schon einiges geschrieben, vielen Dank!

Die frühen Werke ist so eine Mischung, zwischen Middle of the Road und Sweet.
Bei DANCING QUEEN kann ich jetzt keine Verbindung zu Rock your Baby feststellen. Was hörst Du da genau, Chabba?

Das VOULEZ-VOUS Album ist für mich stark geprägt, von den Bee Gees und den Beach Boys. Ich finde, einen starken USA Einfluss!

Und beim VISITORS Album kommt dann schon mehr das Musical- & Opernlastige hervor. Was sie da inspiriert hat?

Der jeweils persönliche Favoritstil, das ist schon ein wichtiger Bestandteil.

In welchen Liedern hört ihr einen bestimmten Künstler, Komponistin...?

Muss mich kurz halten, hab grad Zeitmangel...

8

Samstag, 2. Mai 2020, 15:53

In welchen Liedern hört ihr einen bestimmten Künstler, Komponistin...?
Ich höre bei ABBA eigentlich in keinem Song Anklänge an einen bestimmten Künstler/Komponisten, sondern erkenne eher Gemeinsamkeiten was die Stilrichtung angelangt.

Für mich ist übrigens "The Album" am meisten von einem "US-Stil" inspiriert.

9

Samstag, 2. Mai 2020, 16:28

Du hattest dazu mal einen Link zu einem Beatles-Song eingestellt, der die Ähnlichkeit aufzeigen soll.
Ich finde diese Gegenüberstellung nicht mehr, weiß aber noch, dass ich damals kaum Gemeinsamkeiten heraushören konnte.
Könntest du diesen Link nochmals einstellen, ich würde die Songs gerne erneut vergleichen?

Beim Lied VISITORS gibt es gleich eine ganze Reihe von Beatles-Songs, bei denen man dessen stilistische Wurzeln heraushören kann...

Wohlgemerkt, hier geht es nicht um eine ähnliche Melodie, sondern um die diversen musikalisch-stilistischen Ähnlichkeiten von Liedern...

Ein gutes Beispiel für Lied VISITORS ist der 16 Jahre früher auf dem legendären Beatles-Album REVOLVER veröffentlichte Song TOMORROW NEVER KNOWS

Als ich das ABBA-Lied "Visitors" erstmals gehört habe, hat es mich von der ersten Sekunde an an "Tomorrow Never Knows" erinnert.

TOMORROW NEVER KNOWS

https://www.youtube.com/watch?v=pHNbHn3i9S4

Es gibt noch eine ganze Rihe von ABBA-Liedern, aber auch von Solo-Stücken, die von bestimmten Werken inspiriert wurden..

...denn manchmal waren es einfach auch nur einzelne Werke, die solche Inspirationen nach sich zogen

Stellvertretend möchte ich hier mal 3 Stück aufführen...

Da ist zum ersten das ABBA-Lied WATERLOO, das maßgeblich von dem Song SEE MY BABY JIVE beeinflusst wurde, das gerade ein Riesenhit war, als Waterloo geschrieben wurde.....Björn selbst hat das einmal in einem späteren Interview bestätigt

SEE MY BABY JIVE

https://www.youtube.com/watch?v=dPSZJ3xH5sA

Und hier auch einmal 2 wunderbare Beispiele für Agnetha's Inspirationen von 2 ihrer Songs, was Arrangment und Art, ein Lied zu singen, betrifft, die ich auch hier im Forum schon mal beschrieban habe...

So hat sich Agnetha zu ihrem Lied ZIGENARVÄN, dem bekanntesten Lied ihrer 2. Solo-LP, maßgeblich von dem legendären "Gipsy-Dance" von MARIA SCHELL und den dazu erklingenden Klängen aus der DOSTOJEWSKIJ-Verfilmung DIE BRÜDER KARAMASOV inspirieren lassen...

Hier diese schon legendäre Szene des "Gypsy-Dances" mit MARIA SCHELL aus dem Film DIE BRÜDER KARAMASOV

https://www.youtube.com/watch?v=J2-TmWUxaOA

Und für ihr ironisch-beschwingtes Lied DOKTORN auf ihrem 5-Soloalbum ELVA KVINNOR I ETT HUS liess sie sich von einem Lied inspirieren, welches ihr damals besonders gefiel, und zwar dem Lied PORQUE TE VAS von der Sängerin JEANETTE ANNE DIMECH

PORQUE TE VAS

https://www.youtube.com/watch?v=y4XWlmtB8y8

3 Beispiele aus einer Reihe, die man noch eine Weile weiterführen könnte...

10

Samstag, 2. Mai 2020, 16:52


Beim Lied VISITORS gibt es gleich eine ganze Reihe von Beatles-Songs, bei denen man dessen stilistische Wurzeln heraushören kann...

Wohlgemerkt, hier geht es nicht um eine ähnliche Melodie, sondern um die diversen musikalisch-stilistischen Ähnlichkeiten von Liedern...

Ein gutes Beispiel für Lied VISITORS ist der 16 Jahre früher auf dem legendären Beatles-Album REVOLVER veröffentlichte Song TOMORROW NEVER KNOWS

https://www.youtube.com/watch?v=pHNbHn3i9S4

Danke Scotty! Eine musikalisch-stilistische Ähnlichkeit kann ich nun auch erkennen, wobei es hier in der Tat nur um stilistische, aber unverkennbare Ähnlichkeiten geht.


Ist zwar etwas Off-Topic, aber der danach gespielte Song "The Beatles -> "Now and Then" erinnert sehr an ELO, wobei ja Jeff Lynne auch gesagt hat: "Ich möchte dort weitermachen, wo die Beatles aufgehört haben." Dies nur am Rande....

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Webmark« (2. Mai 2020, 16:59)


11

Samstag, 2. Mai 2020, 16:59

Wie ich gerade gelesen habe, wurde dieser Song auch von Jeff Lynne produziert...

visitors1963

unregistriert

12

Samstag, 2. Mai 2020, 18:31

....das wird es immer geben, es gibt von allen Interpreten Musik die einen mal weniger mal mehr erinnern.

Bleibt nicht aus, gewisse Einflüsse gabs immer, davon lebt die Musik doch erst überhaupt.

Für mich machte ABBA trotzdem schon ihre " eigene " Musik....jedenfalls erfanden sich ABBA immer wieder neu.

Frida z.B. konnte damals mit dem MusikSTIL Beatles, Hep Stars etc. nichts anfangen.
Sie wußte das es sie gab.

Fridas Interesse galt einer anderen Musik, sie mochte Jazz, aber wem sag ich das.
Wer kennt sie als ABBA Fan nicht, Fridas wunderschöne ersten Werke.

Benny brachte ihr diese Beat Musik näher....sie befasste sich dann damit mal mehr.
Gänzlich unbekannt war ihr diese Musik keinesfalls, es sprach sie damals bloß nicht an....ihr Liebe gehörte der Jazz Musik !

Benny & Björn behielten all die Zeit ihre Genialität, ohne irgendwo bewußt abzukupfern..
aber selbst das, wird immer wieder einmal passieren.

Gewisse Notenreihen wiederholen sich eben....

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »visitors1963« (2. Mai 2020, 18:39)


13

Samstag, 2. Mai 2020, 19:54

"Dancing Queen" als Beispiel ist stark geprägt durch den Welthit von George McRae "Rock Your Baby".
Findest du? Ich kann hier keinerlei Gemeinsamkeit erkennen :S
„Björn and Benny gave a lot of thought to how they would best achieve the dance feel they were after. For inspiration they turned to George McCrae’s 1974 disco hit ‘Rock Your Baby’, a pioneering recording within its genre. Added rhythmical influence came from the drumming on the 1972 album Gumbo by Dr. John, a favourite of ABBA session drummer Roger Palm and engineer Michael B. Tretow.“

Das steht sogar auf abbasite.com dass B+B von diesem Song inspiriert wurden.





Gruss Charly

*** ABBA Forever ***

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »chabba« (3. Mai 2020, 10:16)


14

Samstag, 2. Mai 2020, 21:19

Es geht mir hier um die Inspiration die ABBA in ihrem musikalischen Schaffens hatten, der natürlich auch schon aus ihren Solozeiten davor sich entwickelt haben. Sogar schon im Kindesalter waren sie ja von Musik geprägt.
Sie haben nicht abgekupfert oder aus anderen Liedern was entnommen, so meinte ich das nicht.

Ich kann mir vorstellen, das solche Künstler, wie unsere 4 sind, ein Lied, ein Album nicht nur einfach anhören, sondern es genauer unter die Lupe nehmen. Wie setzt sich dieses oder jenes zusammen? Wie sind sie darauf gekommen?

Und durch diese Inspiration sind sie bei ihren Produktionen auf das eine oder andere gestoßen. Das was vielleicht noch gefehlt hat. Nicht abgekupfert, nein, etwas gefunden, was einem in einer Sackgasse weiterhilft.

Wenn ich ABBA höre, höre ich ABBA! Und doch klingen die einzelnen Lieder so, weil sie sich durch die anderen Künstler leiten ließen oder den letzte Körnchen holten.

Versteht ihr was ich meine?
Ist es nicht so, das wenn man tagelang oder gar wochenlang an einem Song arbeitet, das naheliegendste gar nicht mehr hört und so in einer Sackgasse steckt, das da andere Arbeiten einen weiter bringen?
Auch Micke Tretow hatte da einen entscheidenden Einfluss und ihm fiel dann auch noch ein oder das I-Tüpfelchen ein, was fehlte.
SUMMER NIGHT CITY ist doch z.B. so ein Song.
Da haben sie sich doch sehr schwer getan und ich weiß noch, als er erschien, hatte ich nicht gleich den WOW Effekt. Der kam erst, als ich das Lied zum 1. Mal Live hörte, wo er mir mit dem Intro einfach so noch besser gefällt. Aber ABBA waren irgendwie nie richtig zufrieden und wahrscheinlich standen sie damals auch so unter Druck, endlich eine neue Single zu veröffentlichen.

Es ist das Jahr, wo es nicht viel neues Material gab, was sie veröffentlichen hätten können. Zuerst die Babypause, der Film, dann der wohlverdiente Urlaub und letztenendlich die Trennung von Agnetha und Björn. Kein einfaches Jahr.
Man sieht es auch an der B-Seite auf der Single. Für mich, die schlechteste B-Seite bei ABBA.

15

Samstag, 2. Mai 2020, 21:53

Ja, Nissi. ich habe die Intention Deines Threads Punkt für Punkt genau so verstanden, wie Du sie gerade eben nochmal beschrieben hast...

Ich habe ja auch diesbezüglich mehrere Beispiele thematisiert wie etwa VISITORS, HASTA MANANA, WATERLOO, ZIGENARVÄN, DOKTORN, wo man dies allesamt wunderbar beobachten und nachvollziehen kann und könnte dies sicherlich noch bei vielen weiteren Liedern tun...

Man wird beeinflusst und inspiriert aus einer emotionalen Seite heraus, von einem Lebensgefühl, von einer Atmosphäre, aber man wird auch beeinflusst und inspiriert auch von musiktechnischen Dingen bzw. Innovationen oder auch von gesangstechnischen Dingen

Das alles hat absolut Null und Nichts mit kopieren oder nachspielen zu tun.....

Man wird inspiriert von einzelnen Menschen, von Gruppen und von ganzen Stilrichtungen, aber man kann auch inspiriert werden von einzelnen Momenten und Erlebnissen...

Schau Dir doch mal dieses Beispiel an mit dem Filmausschnitt des Filmes DIE BRÜDER KARAMASOV mit MARIA SCHELL, was ich oben verlinkt habe und hör Dir direkt danach Agnetha's ZIGENARVÄN an........Man kann diese inspirativen Einflüsse förmlich dabei spüren und fühlen.......Agnetha hat einmal von diesem Moment erzählt und von der daraus resultierenden Stimmung, wie sie dann das Lied ZIGENARVÄN kreieren und singen wollte......Es ist nachgeradezu ein frappierendes und großartiges Erlebnis, was man dabei haben kann, weil man so direkt nachfühlen kann, wie sich Agnetha da ihrem eigenen Lied genähert hat und wie sie es gefühlt hat.......

Kannst Du es nachvollziehen ?

Oder höre Dir das Lied PORQUE TE VAS an und dann direkt dahinter DOKTORN.........Agnetha hat gesagt, dass sie das Lied geschrieben hat in der Zeit, als sie dieses Lied von Jeanette gehört hatte, weil sie von dieser Atmosphäre inspiriert wurde.......Nicht von der Melodie, sondern von der Atmosphäre, wie sich dieses Lied anhören sollte....Du kannst da wunderbar diese fast sinnliche und laszive Ironie nachvollziehen, die Agnetha hier ihrem Lied DOKTORN gegeben hat....

Das sind zwei wunderbare Beispiele, wie man diese inspirativen Einflüsse nachvollziehen kann, denn melodiös sind diese beiden Lieder Agnetha's völlig anders als ihr inspirativer Ursprung, es sind völlig andere Lieder, aber man kann diese Inspiration, was diese atmosphärischen und auch gesangstechnischen Einflüsse betrifft, wunderbar daraus nach erleben

Mich würde mal interessieren, wie Du das empfindest....oder auch andere.......wenn Du mal diese inspirativen Beispiele nachvollziehst........Ich finde solche Erkenntnisse absolut genial, gerade was als Beispiel das Lied ZIGENARVÄN betrifft....

Ahnlich ist es mit HASTA MANANA oder VISITORS oder WATERLOO oder THE DAY BEFORE YOU CAME usw....

Wobei das Beíspiel VISITORS für mich allerdings wesentlich problematischer ist als alle anderen Beispiele, weil sich hier ABBA musikalisch eher so anhören wie ihr inspirativer Einfluss als wie sie selbst....
.

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Scotty« (2. Mai 2020, 22:22)


16

Samstag, 2. Mai 2020, 22:58

Björn and Benny gave a lot of thought to how they would best achieve the dance feel they were after. For inspiration they turned to George McCrae’s 1974 disco hit ‘Rock Your Baby’, a pioneering recording within its genre. Added rhythmical influence came from the drumming on the 1972 album Gumbo by Dr. John, a favourite of ABBA session drummer Roger Palm and engineer Michael B. Tretow.“

Das steht sogar auf abbasite.com dass B+B von diesem Song inspiriert wurden.


Das mag ja sein, dass es irgendwo steht, aber dennoch kann ich nicht die geringste Gemeinsamkeit erkennen.

Du etwa? Oder beziehst du dich hier vielmehr auf die niedergeschriebenen Worte?

17

Sonntag, 3. Mai 2020, 10:15

Auf jeden Fall geht es mir um den Einfluss auf ABBAs Lieder, der letzte Schliff, die Inspiration, was dann letztendlich die Melodie, der Rhytmus, den Gesang usw. ausmacht.
Es geht mir hier um die Inspiration die ABBA in ihrem musikalischen Schaffens hatte
Das mag ja sein, dass es irgendwo steht, aber dennoch kann ich nicht die geringste Gemeinsamkeit erkennen.
Es geht ja um die Inspiration in diesen Thread. Der Titel heisst "ABBAs Inspirationsquellen".
Darauf habe ich mich bezogen. Wenn B+B aussagen, dass ihre Inspiration zu DANCING QUEEN vom damaligen Disco-Hit ROCK YOUR BABY ausgingen, dann glaube ich das.


Und ja, dieser Disco Groove hört man vorallem zu Beginn von DANCING QUEEN schon raus. Denkt dir einfach mal das Piano weg.
Gruss Charly

*** ABBA Forever ***

18

Sonntag, 3. Mai 2020, 14:58

Ist zwar etwas Off-Topic, aber der danach gespielte Song "The Beatles -> "Now and Then" erinnert sehr an ELO, wobei ja Jeff Lynne auch gesagt hat: "Ich möchte dort weitermachen, wo die Beatles aufgehört haben." Dies nur am Rande....
Jetzt bin ich grad ziemlich baff. Weil diesen Song kenne ich gar nicht. Und ich habe doch alle CDs der Anthology Reihe 8o
Gruss Charly

*** ABBA Forever ***

19

Sonntag, 3. Mai 2020, 15:02

Ich hab mir jetzt die verlinkten Beispiele angehört und muss sagen, gerade bei diesen Beispielen

SEE MY BABY JIVE

https://www.youtube.com/watch?v=dPSZJ3xH5sA

Hier diese schon legendäre Szene des "Gypsy-Dances" mit MARIA SCHELL aus dem Film DIE BRÜDER KARAMASOV

https://www.youtube.com/watch?v=J2-TmWUxaOA

und auch

PORQUE TE VAS

https://www.youtube.com/watch?v=y4XWlmtB8y8

kann ich das ganz gut hören und verstehe die Umsetzung, den Stil in dem Song zu kreieren! Der Einfluss ist da. So findet man wohl das Richtige für "seinen" Song :thumbup:


Bei dem Song von den Beatles

TOMORROW NEVER KNOWS

https://www.youtube.com/watch?v=pHNbHn3i9S4

Ich habs versucht... geht gar nicht!
Es ist ein schreckliches Lied und ich höre da kein THE VISITORS.
Ich frag mich auch gerade Scotty, ob an der Aufnahme was nicht stimmt? Ich konnte es kaum anhören, sorry!


Bei den Inspirationen muss man sich schon vorstellen können, wie ein Künstler arbeitet. Es ist ja nicht, was man aus dem Ärmel schüttelt. Manchmal kommt man vielleicht aus ein paar Takten nicht heraus und sucht nach einer Richtung. Wohin soll es gehen? Mehr was mit Reggae oder Schlager. Was mit fließendem oder stampfenden Rhytmus.
Dann ja auch noch, wie soll es sich aufbauen. Der Anfang, die Mitte, das Ende...
ABBA haben ja immer wieder, wie jetzt bei WATERLOO oder OUR LAST SUMMER am Ende noch so einen Abschluss gemacht um es zu steigern. Oder eine 3. Strophe, wie bei CASSANDRA, HAPPY NEW YEAR oder LAY ALL YOUR LOVE ON ME. Was dann immer auch noch eine Steigerung und Höhepunkt brachte.


Beim Beginn der Kompositionen ist das einem noch nicht klar.
Während man mittendrin ist, ergibt sich das wahrscheinlich erst. Es entwickelt sich.
Da sitzt man bestimmt da und erinnert sich: ja die Beatles haben das benutzt, die Beach Boys hatten den Einfluss usw. ...


Dann gab es sicherlich auch Songs, die waren sofort da und innerhalb kürzester Zeit fertig.
Auch, denke ich, waren die ersten Jahre bei ABBA von Ideen geflutet. Später, auch durch die Veränderungen und Entwicklungen und den eigenen Anforderungen, nicht ganz so einfach.
Da wo Björn und Benny damals kritisch gegenüber standen, wie z.B. THE DAY BEFORE YOU CAME ist heute das Nonplusultra Lied!
Auch Agnetha und auch Frida hatten und haben bestimmt manche Songs und Alben, die ihnen eute näher sind, als damals, oder nicht.
Aber das könnten wir in deren Thread ja mal öffnen.
Dazu gibt es von denen ja auch Aussagen.


Ich hab auch noch eine Frage zu DUM DUM DIDDLE:
Wie sind sie auf das Lied gekommen?
Die Melodie ist nicht mal schlecht, obwohl ich das ein oder andere Instrument herausfiltern würde und der Text gefällt mir auch nicht. Ich könnte mir vorstellen, das man heute daran noch was besseres herausfeilen könnte. Irgendwie werde ich nicht richtig warm mit dem Lied. Ich finde auch, das es auf's Album ARRIVAL nicht drauf passt.
Was fehlt oder was ist zuviel an und in dem Lied?
Oder steht ich da alleine da?
Hatten sie da auch eine bestimmte Vorstellung?

(irgendwie hat heut das hochziehen der Verlinkungen nicht richtig geklappt... probiere die ganze Zeit schon rum. Hoffe es geht so? Nicht das alles, was ich jetzt geschrieben habe, weg ist)

Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von »Nissi« (3. Mai 2020, 15:27)


20

Sonntag, 3. Mai 2020, 16:37

Danke für Deine Antwort, Nissi....

Zu TOMORROW NEVER KNOWS / VISITORS kann aich vielleicht noch folgendes sagen....

Ich habs versucht... geht gar nicht!
Es ist ein schreckliches Lied und ich höre da kein THE VISITORS.
Ich frag mich auch gerade Scotty, ob an der Aufnahme was nicht stimmt? Ich konnte es kaum anhören, sorry!

TOMORROW NEVER KNOWS ist ein rein experimentelles Lied und das mit Sicherheit unmelodischste auf dem legendären Beatles-Album REVOLVER. Aber es steckt voller, teils völlig neuer Innovationen und musiktechnischen Details, die später in abgewandelten Formen auch viele Entwicklungen der Popmusik nach sich zogen. Die Idee zum Lied kam von John Lennon, der ein psychedelisches Lied an den Schluss des Albums legen wollte, das Fragen aufwerfen sollte. Es sollte klingen wie "die Stimme des DALAI LAMA, der das tibetanische Totenbuch interpretiert"........Er wollte dabei ein Lied kreieren, das um einen einzigen C-Dur-Akkord geschrieben wird, was an sich schon fast ein Ding der Unmöglichkeit ist. Klaus Voormann schrieb dazu einmal. "Ich hörte bei dem Lied den Beginn einer neuen Musik-Ära und in diesem Kontext quasi einen Vorboten zum genialsten Album der Musikgeschichte, nämlich SGT.PEPPERS LONELY HEARTS CLUB BAND". Eines der Stilmittel bei dem Lied war es, Schlagzeug, Bass und Singstimme in einer speziellen Art und Weise zu vermischen und dann mit Tonband-Endlos-Schleife zu verbinden, die aus bestimmten Gitarrenklängen und einem Schlagzeugmuster bestand. Diese Schleife sollte dann immer mehr verlangsamt werden, während dies bei den anderen Klängen nicht der Fall war. Und sie sollte schliesslich unter diesen anderen Klängen "ertränkt" werden, wie sich der Beatles-Arrangeur George Martin ausdrückte. Weiter entschloss man sich, Johns Stimme mit einem sogenannten Leslie-Effekt zu versehen, was in der Popmusik eine bahnbrechende Neuerung war und was später in zahlreichen Werken der Popmusikgeschichte ein Standard wurde. Sie haben dann Johns Stimme zusätzlich overdubbed. Die Schlagzeugklänge haben sie dann auch modifiziert, indem sie Kleidungsstücke in die Trommel legten, um ein dumpferes Geräusch zu erhalten und haben es dann noch einmal durch einen Filter gejagt. Dazu haben sie dann noch eine ganze Reihe von Dauerschleifen mit Geräuschen eingefügt, wie etwa ein Uhrticken, Sitarklänge, das Klingen von Gläsern usw. und haben diese dazu auch noch teilweise rückwärts abgespult, um einen surrealistischen Grundton zu erzeugen....

Das nur mal so ein ganz grober Überblick, was in diesem Lied alles drinsteckt.........TOMORROW NEVER KNOWS sollte niemals ein Hit werden oder gar als Single veröffentlicht werden. Es sollte keines der vielen melodischen Stücke werden, für die die Beatles ja auch so bekannt waren. Sondern es sollte einfach dieses Konzept des REVOLVER-Albums perfekt abschliessen und sollte die psychedelische Grundstimmung des Albums abrunden...

Melodisch kann einem TOMORROW NEVER KNOWS eigentlich nicht gefallen, aber das war nie seine Intention.......Ich kann da auch durchaus nachvollziehen, dass Du Dir das lied nicht anhören kannst, Nissi........Aber es ist ein Werk, das gespickt ist mit vielen musikalischen Feinheiten und Innovationen, die für die Entwicklung späterer Lieder innerhalb der Popmusik wichtig waren....

Es ist fraglos, dass ABBA hier von diesem oder ähnlichen Beatles-Liedern beeinflusst wurden. Man denke etwa an das noch viel genialere A DAY IN THE LIFE........Das Problem beim ABBA-Song VISITORS ist nur, das hier viele technische Dinge 1:1 übernommen wurden, ohne, dass die in einem Stil modifiziert wurden, der dem Song eine ABBA-eigene Identität gegeben hätte.....

Das ist das Problem bei VISITORS.........Für mich blieb daher der ABBA-Song VISITORS immer viel mehr ein Lied, das ich mit den Beatles als mit ABBA identifiziert habe. Und daran konnte auch die Stimme von Frida nichts ändern.....

Vielleicht sehe ich das auch so klar und deutlich, weil ich immer ein Fan BEIDER Gruppen war und bin und mit BEIDEN sozusagen aufgewachsen bin.......ABBA-Fans, die die Werke der Beatles nicht so kannten, empfanden das vielleicht nicht so extrem, aber für jemanden wie mich, der beiden Musikgruppen als Musik-Konsument sehr nahe steht, war dies immer gewissermaßen ein Manko, was das Lied VISITORS betrifft......

In all den anderen Liedern, die hier beschrieben wurden, ist das nicht der Fall........Lieder wie WATERLOO, ZIGENARVÄN, DANCING QUEEN oder DOKTORN usw. habe alle eine völlig eigene Identität, obwohl sie auch alle Ursprung diverser Inspirationen waren.....

Das aber kann ich bei dem Song VISITORS nicht so wirklich erkennen,.....

Was das Lied DUM DUM DIDDLE betrifft, so stehe ich hier ganz eindeutig auf der Seite von Agnetha und Benny, die das Lied immer sehr positiv beurteilt haben und kann hier die Meinungen von Björn (unerträglicher Text) und schon gar nicht jene von Frida (ein dummes Liedchen) nicht mal im Ansatz nachvollziehen oder gar teilen.

Mir hat DUM DUM DIDDLE immer sehr gut gefallen und ich war immer dankbar, dass es auf dem ARRIVAL-Album ist, wo ich es auch nie als Fremdkörper empfunden habe......Das Lied hat eine unglaublich schöne und gefällige Melodie und auch der Text ist keinesfalls so banal, wie es zunächst vielleicht erscheint, denn er hat eine gewisse Poesie, die hier genauso unterschätzt wird, wie im Gegenzug vielleicht der Fantasy-Text von EAGLE überschätzt wird......Das einzige Manko des Liedes ist seine TITELZEILE, für die es andere Möglichkeiten gegeben hätte.......Leider wurde dann oft der Fehler gemacht, das ganze Lied über seine Titelzeile zu identifizieren......Aber nach meiner Meinung ist das Lied DUM DUM DIDDLE viel, viel mehr als seine Titelzeile....

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Scotty« (3. Mai 2020, 16:48)