Aber findet ihr nicht, dass die generelle Kritik an diesen Dingen, wie beispielsweise durch KI erstellte Musik ein bisschen mit zweierlei Maßstäben gemessen ist, wenn man gleichzeitig begeisterter Anhänger der ABBA Avatar-Voyage-Show ist ?
Mich beschäftigt dieses Thema gerade wieder mal. Und nun bin ich beim erneuten Stöbern in diesem Thread über diese Frage gestolpert.
Ich würde die ABBA Avatar-Voyage-Show tatsächlich im Moment noch etwas anders beurteilen. Hier handelt es sich nämlich um ein Event, bei dem die Avatare zwar künstlich sind, aber das Publikum echt (also "menschlich") ist. Das heißt, eine solche Show trägt zumindest aktuell noch dazu bei, dass Menschen physisch zusammenkommen. Es hat also etwas Verbindendes, auch wenn es schon ein bisschen "gruselig" ist, dass eine Menschenmasse hier digitalen Kunstfiguren zujubelt und applaudiert.
Das ist bei reinen Online-KI-Angeboten so nicht unbedingt der Fall. Da lauert durchaus die Gefahr, dass sich Menschen physisch voneinander abkapseln und in virtuellen Welten verlieren und sich dabei eine so individuelle Sicht auf die Realität aneignen, dass sie sich dann im real gelebten Alltag gar nicht mehr richtig verstehen, also dass es an gegenseitiger Empathie und Verständnis füreinander mangelt. Das Problem besteht bereits durch die zunehmende Fragmentierung der (digitalen) Medienlandschaft und könnte durch KI nochmals einen Schub bekommen, wobei es letztlich von uns Menschen abhängt, wie kompetent wir KI nutzen und einsetzen werden.
