ABBA und die DDR

  • Liebe Leute, darf ich Euch um Hilfe bitten? Ich bin ein deutscher Musikwissenschaftler, der in Norwegen lebt. Momentan bereite ich ein kleines Forschungsprojekt zur ABBA-Rezeption in der DDR vor und bin auf der Suche nach Gesprächspartnern, Sammlern und Fans. Könnt Ihr helfen? Herzlichen Dank und beste Grüße aus Kristiansand, Michael

  • ABBA - das waren fantastische Künstler, allerdings von einem anderen Stern.
    So wie ich empfanden das sicherlich die meisten der ummauerten und eingezäunten Menschen.


    Ihr Auftritt im "Bunten Kessel" bestätigte, mehr Freiheit kann man nicht erwarten.

    Tatsächlich war das Erhaschen einer Platte mehr als nur ein glücklicher Moment.

    Manche haben sich durch deren Erwerb finanziell fast ruiniert...


    Besitzer von Aufnahmegeräten, egal welcher Art, zählten fast schon zu den Privilegierten, sofern
    sie entsprechende UKW-Sender möglichst rauschfrei empfangen konnten.


    Allerdings verbrachten sie viel Lebenszeit an den Geräten, um die gewünschten Titel zu erwischen
    und sie wieder zu löschen, weil der dämliche Moderator rein gequatscht hat.

    Man freute sich aber auch über abgebrochene Aufnahmen.


    Die Krönung war natürlich, ABBA im Fernsehen zu sehen, soweit der Empfang überhaupt möglich
    war.

    Ja, das waren Zeiten...

  • Ich kann heute noch nachempfinden, wie der Puls stieg, wenn ABBA im Radio oder gar TV kam. Adrenalin pur🤩

    Habe alles mit dem Kassettenrecorder aufgenommen. Irgendwann bekam ich von meiner Westverwandtschaft ( welche nur Klassik hörte🙄), die VoulezVous - Kassette. Sie läuft heute noch in meinem alten Ford Ka 😃.

    Papierausschnitte aus Bravo und Co zu bekommen; tauschen, kaufen, jammern, betteln, weinen....waren ein Highlight 🥰

    Ja, es war sehr aufregend 😉

  • Besitzer von Aufnahmegeräten, egal welcher Art, zählten fast schon zu den Privilegierten, sofern
    sie entsprechende UKW-Sender möglichst rauschfrei empfangen konnten.


    Allerdings verbrachten sie viel Lebenszeit an den Geräten, um die gewünschten Titel zu erwischen
    und sie wieder zu löschen, weil der dämliche Moderator reingequatscht hat.

    Man freute sich aber auch über abgebrochene Aufnahmen.

    Das kann ich bestätigen. Abends Rias Berlin mit Lord Knut. Der war zumindest in den 70ern darauf bedacht, nicht in die Songs reinzuquatschen, damit die Hörer in Ostberlin auch was davon hatten. Später in den 80ern wurde seine Moderation immer überdrehter und da hat er dann auch reingequatscht. Es gab auch eine Radiosendung von Stimme der DDR "Wünsch dir doch mal Tanzmusik", die von 23 Uhr bis 3 Uhr lief und Hörerwünsche erfüllte. Da habe ich immer versucht mitzuschneiden und vor allem nicht einzuschlafen. :D

  • Liebe Leute, vielen Dank für Eure Kommentare! Ich bin in der DDR aufgewachsen und erinnere mich gut an die vielen Schwierigkeiten, aber auch den großen Wert, den "westliche" Musik damals für uns besaß. Seinerzeit war ich kein großer ABBA-Fan, habe aber sofort den Film in einem kleinen brandenburgischen Kino angeschaut und eine ABBA-LP in der CSSR gekauft. Heute weiß ich die Musik der Band sehr zu schätzen. – Ich suche vor allem Kontakt zu Leuten, die zu DDR-Zeiten in Fanclubs o. Ä. organisiert waren und vielleicht noch Unterlagen "von früher" (Fanzines usw., sofern es so etwas überhaupt gab) besitzen. Könnt Ihr helfen? Danke! Herzliche Grüße aus Norwegen – Michael

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