Album Voyage

  • - es ist nicht möglich, sich auf dem Album 'Hits' oder eine Fortsetzung der 70er Jahre herbeizusehnen. Das schaffen andere Kultbands wie z.B. Depeche Mode, die übrigens auch ABBA-Fan sind, nicht mehr, oder diese werden nicht mehr angenommen. Hier bleibt wohl 'Personal Jesus' oder 'enjoy the silence' für viele der Kult, so wie bei ABBA es wohl 'SOS' oder 'the winner takes it all' bleiben wird.

    Die Band hat sich verändert, die Fans haben sich auch verändert.

    Das geht mir bei vielen Bands so. Depeche Mode sind ein gutes Beispiel, wobei das für mich immer eine Single-Band war. Auch wenn ich viele Alben von ihnen habe, mag ich im Grunde keines richtig gern.

  • Mei, was willst' machen - Papier ist geduldig, und Bits und Bytes sind noch viel geduldiger. Blödsinn im Internet schreiben ist nicht strafbar. Und ich nehme an, wenn er diesem Album nichts abgewinnen kann, führt er ein freudenarmes Leben. Vielleicht ist er auch Veganer.


    Rupert

  • Der Kerl, der das ins Internet stellt, hat wohl nicht alle Latten im Zaun.

    Grundsätzlich kann man nicht voraussetzten, dass jeder das Album Voyage für gut empfindet und sachliche Kritik sollte daher auch respektiert werden.


    Eindeutig fehlt es hier aber an sachlichen Contra-Argumenten, daher ist dieser Kommentar für mich nicht der Rede wert.

  • Der Kommentator des Schweizer Fernsehens hat in der "Tagesschau" ähnlich argumentiert (natürlich nicht so derb): Abba stünden für fröhliche, mitreissende Popsongs. Nur: "Echte" (sorry, falls ich jemanden auf die Füsse stehe) Abba-Fans lieben ja (eher) die späten, melancholischen Songs sowie unveröffentlichte Songperlen der frühen Jahre. Ich auf jeden Fall höre mir Waterloo & Co nicht mehr an.


    Mit dieser Kritik hat er sich selber disqualifizert

  • Ich spreche mal für mich und sage, daß ich mir sehr gerne fast alles von "People need Love" und "Nina, pretty ballerina" bis zu "The day before you came" und "Cassandra" anhöre. Wenn man als Chefredakteur die Rezension des neuen ABBA-Albums von jemandem schreiben läßt, der von ABBA nur "Dancing Queen" kennt, dann kommt eben nichts Gescheites raus.


    Rupert

  • Ich lebe in der Wagnerstadt Bayreuth und meine, deshalb etwas zu diesem Thema beitragen zu können. Da gibt es nämlich Parallelen.


    1. ABBA sind die Zweiten, die ein eigenes Theater bauen, wo nur ihre Werke aufgeführt werden sollen. Der Erste war Richard Wagner.

    2. So wie es Leute gibt, die paarmal den Walkürenritt gehört haben und meinen, Wagner zu kennen, gibt es Leute, die sich nach dem Konsum von Waterloo und Dancing Queen berufen fühlen, was über ABBA zu blubbern. Kenner wissen, was sie davon zu halten haben.

    3. "Je preiser ein Stück gekrönt wird, desto durcher fällt es." (Heinz Erhardt) Viele Kritiker meinen, schon von Berufs wegen die Nase rümpfen zu müssen über das, was dem Publikum gefällt. Kunst, die der Pöbel versteht, ist doch keine Kunst! Diese Einstellung sehe ich bei Kritiken zu Wagner-Inszenierungen ebenso wie bei Kritiken zu diesem Album.


    Rupert

  • Da sich mir der Sinn der SHM-CD nicht wirklich erschließt und diese ja auch digitaltechnisch nur einer normalen Audio-CD entspricht (44,1 KHz Abtastung und 16 bit Auflösung) habe ich schließlich noch in HiRes-Audio investiert.


    Damit habe ich nun neben

    - Spotify-Stream im Premium-Abo fürs "Hören-to-Go",

    - CD für die Heimanlage,

    - die schwarze Vinyl für Genießerstunden und das sentimentale Glücksgefühl,

    - die goldene Picture-Vinyl zum Ansehen während des Abspielens in audiovisuellen Glücksmomenten


    .. auch die technisch verlusstärmste Version als Hi-Res-Audio, da hier in 96 kHz und in einer Auflösung von 24 Bit abgetastet wurde. Das entspricht zumindest den Daten, mit denen auch im Studio produziert wird. Das gesamte Album ist dann immerhin 844 MByte groß, kostet derzeit allerdings auch 23,49€ im Download bei Qobuz.


    Das ganze ist sicher zunächst nur so ein Technik-Spleen, immerhin habe ich aber einen Player, der auch HiRes-Audio abspielen kann. Allerdings kann ich damit nun selbst auch etwas herumspielen und verschiedene Kompressionen austesten.


    Ganz amüsant ist nebenbei auf der oben verlinkten Qobuz-Seite die Albumbeschreibung:

    Zitat

    In einer Szene aus Luis Buñuels Der diskrete Charme der Bourgeoisie erzählt ein junger Unteroffizier von einem Traum, in dem er mitten in einer Einkaufsstraße dem Gespenst seiner Mutter begegnet, was beim Zuschauer eine seltsame Mischung aus Angst und Traurigkeit hervorruft. Wie in dieser surrealen Darstellung von Buñuel finden wir das ABBA-Haus nach 40 Jahren des Schweigens in demselben Zustand vor, in dem wir es verlassen haben. Ein Geisterhaus, in dem nichts angerührt wurde und in dem nur eine dünne Staubschicht die orangene Farbe der raumzeitlichen Möbel kaum trübt. Der Hörer wandert durch die Schatten einer vergangenen Zeit, in der ein beruhigendes Gefühl von Nostalgie auf eine kitschige Ästhetik trifft, die ein Lächeln oder Unbehagen hervorrufen kann. Ein Weihnachtslied wie Little Things - mit Kinderchor und glitzerndem Glockenspiel - ist nicht mehr und nicht weniger als ein vergilbtes Polaroid von einem 24. Dezember, auf dem ein Onkel in Schlaghosen und eine Cousine mit einer 70er-Jahre-Dauerwelle posieren. Das neunte Album der schwedischen Band ist zwar mit der heutigen Technik aufgenommen worden, und die Stimmen haben jetzt einen verwitterten Charme, aber der positive und verbindende Stil von ABBAs Musik ist immer noch präsent. Genauso wie ihr Gespür für den raffiniert inszenierten Hit. Synthetische Dudelsäcke, anmutige Flöten und reich verzierte Klavierakkorde sind die bevorzugten Instrumente des Quartetts, das weltweit 390 Millionen Alben verkauft hat. Als eine Art Zerrspiegel ihrer zeitlosen Hits (Dancing Queen, Mamma Mia, Fernando...) besteht Voyage aus Popsongs (Don't Shut Me Down, Keep An Eye On Dan) und Balladen (I Can Be That Woman), deren emotionale Kraft immer noch anwesend ist. © Nicolas Magenham/Qobuz

    :)

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