Der Wandel in den ABBA Songs

  • Ich denke, bei einer solchen Frage wird oft außer Acht gelassen, wie der jeweilige Zeitgeist einer Epoche war....und oft werden dann auch Äpfel mit Birnen verglichen.......Das ist wie im Sport......Die deutschen Fussball-Weltmeister von 1954 wären aufgrund völlig anderer Voraussetzungen völlig chancenlos gegen die Weltmeister der heutigen Zeit......Aber sind sie deswegen schlechter oder qualitativ minderwertiger ?.......Sicherlich nicht.......Und so ist das auch in der Musik....


    Die Beatles wurden hier beispielsweise als Beispiel aufgeführt, bei denen die Entwicklung eine ähnliche wie bei ABBA gewesen sei........Das ist so sicherlich richtig, aber das hat vor allem etwas mit einem veränderten Zeitgeist zu tun und nicht unbedingt etwas mit einer qualitativ höheren und nachhaltigeren Qualität....


    Nehmen wir beispielsweise eines ihrer frühen Werke......CAN*T BUY ME LOVE.......Dies ist ein genialer Popsong seiner Zeit und er ist in diesem Kontext sicherlich qualitativ um keinen Jota minderwertiger als die ausgeklügelten Songs der späten Beatles Ära....


    Ähnlich ist das bei ABBA........Das Album SUPER TROUPER etwa ist das vielleicht perfektionistischste der gesamten ABBA-Ära.......Ausgeklügelt und absolut perfektionistisch........Ähnlich verhält es sich mit dem VISITORS-Album...........Aber ist es deswegen besser als ein Album wie beispielsweise das 3. Studioalbum ABBA ?....


    Ich habe da meine ganz klaren Zweifel.........Dies ist auch immer eine Frage der Kriterien........Denn solche Alben wie SUPER TROUPER und VISITORS sind natürlich perfektionistischer als das Album ABBA, dafür fehlen ihnen aber andere ganz maßgebliche Dinge...........Zum Beispiel die Spontaneität, die Lebendigkeit, die Exaltiertheit oder diese ganz spezielle lebendige Dynamik dieser früheren Songs.........


    Was stuft man also als besser ein ?.......Was ist anspruchsvoller ?.........ich denke nicht, dass das so einfach und leicht zu beantworten ist.........Derjenige, der den Perfektionismus liebt, wird SUPER TROUPER vorziehen......Derjenige, der die Dynamik und Spontaneität liebt, diese Lebendigkeit, der wird das Album ABBA vorziehen......


    Was also besser ist, lässt sich in diesem Kontext gar nicht so leicht, wenn überhaupt, beantworten....


    Textlich waren die späten ABBA-Werke sicherlich facettenreicher und auch anspruchsvoller als die frühen ABBA-Werke, was aber wie gesagt vor allem auch eine kommerzielle Frage war........Aber das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn wie oben schon beschrieben, waren auch die Texte Agnetha's aus der Vor-ABBA-Ära um Längen stärker und anspruchsvoller als die frühen ABBA-Texte und sind von ihrer Aussagekraft mit den späten ABBA-Texten zu vergleichen...........Und dies ist sicherlich auch eine Frage der kommerziellen Gewichtung dieser musikalischen Werke als vor allem auch die Gewichtung der Bedeutung der Lyrik an sich......


    Die spätere Gewichtung einiger Songs auf einen musical-hafteren Stil hat dabei für mich keine Relevanz in der Frage der reinen Qualität bzw. des Anspruchs .......Es war im Prinzip nur ein alternatives Genre, das man auf popmusikalischen Alben mit inkludiert hat.......


    Viele dieser Details werden oft auch nach eigenen Präferenzen beurteilt......Und das ist sicher legitim, ist dann aber oft keine Antwort auf die Frage nach Qualität und Anspruch eines musikalischen Werkes...


    Noch eine kleine persönliche Bemerkung...

    Vielen Dank Chabba / Me and I und Min Vän für Eure interessanten Beiträge.


    Für einen Themenersteller ist es immer eine schöne Sache, wenn sich möglichst viele Leute mit den unterschiedlichsten Meinungen an einem Thread beteiligen.....Das geht uns sicherlich allen so....


    Gerade deswegen finde ich es ein kleines bisschen schade, wenn sich ein TE nur bei denjenigen im Kontext eines "interessanten Beitrags" bedankt, die vor allem sein eigenes Meinungsbild widerspiegeln....


    Das soll jetzt keine Kritik an Dir sein, AnnAfrid, sondern mal so eine ganz allgemeine Feststellung, da ich das schon des Öfteren in diversen Threads bei verschiedenen Themen und TE festgestellt habe...


    Ich habe mich jedenfalls gerne an diesem von Dir eröffneten sehr interessanten Thread beteiligt, AnnAfrid....... ;) :P
    .

  • ich denke kaum das z.B. The Visitors mir 1975 / 1976 gefallen hätte


    ich denke kaum das z.B. das Album ABBA mich 1981 zu Jubelstürmen hingerissen hätte.


    Alles war den Fähigkeiten, Möglichkeiten, Entwicklungen und dem Zeitgeist geschuldet.

  • Es finden sich zu diesem Thema überall hier interessante Beiträge. Jeder sieht das auch aus der ganz eigenen Perspektive. Das kommt zu der zeitlichen Entwicklung sicherlich dazu. Einige schauen auf Statistik, andere wiederum lassen sich nur vom Geschmack leiten. Ich bin ein sehr musikalischer Mensch bei mir "funkt" es wenn die Musik Gefühle u Gänsehaut hervorruft. Unabhängig von der Zeit, der jeweiligen musikalischen Mode.
    Nicht viele Gruppen ausser der einigen Grossen wie ABBA u die Beatles haben sich lange am Pophimmel gehalten. Und das ist für mich die Fähigkeit die Musik jedwegiger Umstände anzugleichen, weiter zu entwickeln. Das ist Können. Und dann noch die Fans über Jahrzehnte in Atem zu halten.
    Ich freue mich so sehr auf die NEUEN SONGS.

  • Nicht viele Gruppen ausser der einigen Grossen wie ABBA u die Beatles haben sich lange am Pophimmel gehalten. Und das ist für mich die Fähigkeit die Musik jedwegiger Umstände anzugleichen


    Na, da gabs schon einige, die sich lange am Musikhimmel bis heute gehalten haben wie etwa QUEEN, LED ZEPPELIN, ALLA PUGACHEVA, EAGLES, PINK FLOYD, TERESA TENG, AC/DC, EMINEM, STONES, ELVIS, BARBRA STREISAND, SINATRA, FLEETWOOD MAC, FAYE WONG, MARC BOLAN, DEEP PURPLE, BEE GEES, SANTANA, SIMON & GARFUNKEL, DIRE STRAITS, ANDREJ MAKHAREVYCH, DYLAN, BEACH BOYS, bis hin zu BEETHOVEN, MOZART, TCHAIKOVSKIJ usw. und viele mehr.....


    Für mich ist das vor allem eine Frage der qualitativen Nachhaltigkeit von Musik..........Unbedingt an Umstände angleichen muss man sich dafür nach meiner Meinung nicht.........Vielmehr ist es die Fähigkeit, ein musikalisches Können mit einer Art von Alleinstellungsmerkmal zu verbinden, was in eine Nachhaltigkeit der jeweiligen Musik führt....
    .

  • @AnnAfrid,
    das stimmt allerdings, es gibt viele große Namen, und doch, nur wenige sind tatsächlich so nachhaltig populär.


    ABBA ist in der Tat ein gutes Beispiel dafür wie Fans ihren Idolen
    jahrzehntelang treu bleiben.


    Zumal ABBA ganz viele junge Menschen erreichte, nicht natürlich zuletzt durch die MM Filme und das MM Musical.


    Wie komplex ihre Songs waren und sind wissen auch viele Musiker, Musiker die heute nicht mehr hinter den Berg halten damit um zu sagen, ABBA Musik ist einzigartig.


    Mit jeder Single, jedem Album konnte man merken spüre und hören wie sie sich veränderten, Dinge ausprobierten...


    Dein Thread ist spannend, bewog mich dazu eine interne Kritik über die Songs für mich zu machen.


    Eine grandiose Zeitgeschichte, gefielen mir tatsächlich als 14 jähriger Song wie Im a Marionette....u.s.w.


    So etwas funktioniert nur mit dieser Magie die auch heute noch so strahlt wie damals....und noch heute sie Menschen erreicht, und neue junge Fans dazu gewinnen.

  • Gerade deswegen finde ich es ein kleines bisschen schade, wenn sich ein TE nur bei denjenigen im Kontext eines "interessanten Beitrags" bedankt, die vor allem sein eigenes Meinungsbild widerspiegeln....

    Dies war auch mein Gedanke, zudem hat sich der TE bisher kaum detailliert geäußert und konstruktive Fragen auch nicht beantwortet. ?(

  • Ich entscheide selbst bei wem ich mich bedanke @ Webmark, genau wie andere TE auch. Deine ständigen Spitzfindigkeiten in meinen Posts sind für mich ein Fall für die Moderatoren!
    Wenn dir dir das alles nicht gefällt u auch meine Reaktionen nicht dann schweige doch bitte u mach einen eigenen Thread auf.

  • Was stuft man also als besser ein ?.......Was ist anspruchsvoller ?.........ich denke nicht, dass das so einfach und leicht zu beantworten ist........

    Diese Frage lässt sich auch keineswegs einfach und vor allem nicht im Allgemeinen beantworten.


    Wie bereits geschrieben ist dies ein für mich sehr interessantes Thema, zu dem auch bereits diverse konstruktive Beiträge geschrieben worden sind, die alle zum nachdenken anregen, auch wenn ich persönlich teilweise anderer Meinung bin.


    Schade finde ich nur, dass AnnAfrid (TE) sich bisher kaum detailliert geäußert hat, aber dennoch die Meinungen diverser Mitglieder mehr oder weniger ignoriert, so zumindest mein Eindruck.

  • An dieser Stelle möchte ich den Song "Disillusion" aus dem Album "Ring Ring" einbringen, was den für mich anspruchsvollsten Song auf diesem Album darstellt und der aus meiner Sicht den Spätwerken von ABBA in keinster Weise nachsteht.


    Dies nur als Beispiel wie komplex und gleichermaßen interessant dieses Thema (aus meiner Sicht) ist.


    Nun seid ihr dran...

  • @AnnAfrid,


    hast Du eine bevorzugte Zeit bei ABBA ?

  • Ganz speziell habe ich da keine Visitors. 1976 mit Arrival war ein Meilenstein. ABBA auf dem Zenit des Erfolges, die Songs leicht u unbeschwert außer vielleicht KMKY.
    Rückblickend gesehen.
    Mir gefallen ja fast alle Songs. Immer passend zur jeweiligen Zeit.

  • Mir gefallen ja fast alle Songs. Immer passend zur jeweiligen Zeit.

    Und daher erneut meine Frage, weshalb du dann dieses Thema eröffnet hast, ohne bisher detaillierte Angaben gemacht zu machen?


    Welche Kommentare erwartest du, bzw. was möchtest du eigentlich lesen.


    Sorry, aber ich verstehe nicht was du mit diesem für mich absolut interessanten Thema bezweckst, wenn du auf Fragen oder Antworten einiger Mitglieder in keiner Weise eingehst und du deren konstruktive Antworten den Moderation meldest, anstatt auf diese, in dem schließlich von DIR eröffneten Thema näher einzugehen. ?(

  • An dieser Stelle möchte ich den Song "Disillusion" aus dem Album "Ring Ring" einbringen, was den für mich anspruchsvollsten Song auf diesem Album darstellt und der aus meiner Sicht den Spätwerken von ABBA in keinster Weise nachsteht.


    Dies nur als Beispiel wie komplex und gleichermaßen interessant dieses Thema (aus meiner Sicht) ist.


    Nun seid ihr dran...


    Genau das sehe ich auch so........


    .....und das ist es, was ich auch in meiner Ausgangsposting dieses Threads ausgedrückt habe...


    Auch zu Beginn der ABBA-Zeit war es möglich, Musik und auch Lyrik zu verfassen, die den Texten zum Ende der ABBA-Zeit in absolut nichts nachstanden.......DISILLUSION ist hier ein weiteres sehr gutes Beispiel, welches Du hier ausführst, Webmark......


    Im Zuge einer gewollten weitgehenden Kommerzialisierung der Songs aber wurde da eher ein Lied wie RING, RING als Aufmacher und als Singleauskoppelung gewählt, obwohl es sicherlich weit weniger anspruchsvoll als DISILLUSION ist......sowohl als musikalisches als auch als lyrisches Werk..


    Und genau dies führt eben in gewisser Sicht auch die These prinzipiell ad absurdum, dass der Wandel der Lieder im Zeichen der Zeit vor allem einer persönlichen Weiterentwicklung obliegt......viel eher liegt er im Wandel des Zeitgeistes und den Fragen einer sich verändernden Kommerzialisierung...
    .

  • UND.... was in diesem Zusammenhang auch auffällt: auch Disillusion hat Agnetha geschrieben. Obwohl der Text, glaube ich, von Björn ist. Es ist aber auch eines meiner Lieblingslieder. Irgendwie scheint es, dass sie, zumindest musikalisch gesehen, zu dieser Zeit entweder schon reifer war, oder aber den "reiferen" Musikgeschmack hatte. Oder es hat wirklich nichts mit persönlicher Reife zu tun, sondern nur damit, was sich dem Zeitgeist entsprechend besser verkaufen lässt.

  • UND.... was in diesem Zusammenhang auch auffällt: auch Disillusion hat Agnetha geschrieben. Obwohl der Text, glaube ich, von Björn ist. Es ist aber auch eines meiner Lieblingslieder. Irgendwie scheint es, dass sie, zumindest musikalisch gesehen, zu dieser Zeit entweder schon reifer war, oder aber den "reiferen" Musikgeschmack hatte. Oder es hat wirklich nichts mit persönlicher Reife zu tun, sondern nur damit, was sich dem Zeitgeist entsprechend besser verkaufen lässt.


    In der Tat, Anderle, hat Agnetha DISILLUSION geschrieben..........Sie hat das Lied komponiert und hat auch die inhaltliche Lyrik für das Lied vorgegeben.......In seiner schwedischen Version MINA ÖGON hat sie den Text gemeinsam mit BOSSE CARLGREN geschrieben und der von ihr vorgegebene Inhalt für die englische Version wurde von Björn in einen fertigen englischen Text geformt, die inhaltliche Lyrik aber stammte für beide Versionen von Agnetha....


    Zu Deiner Bemerkung, dass Agnetha damals in der Vor-ABBA-Zeit reifer war als Benny und Björn bzw. den reiferen Musikgeschmack hatte als die beiden ABBA-Männer, kann ich Dir absolut beipflichten, Anderle.....


    Ich sage ganz ehrlich, dass ich dies in meinen bisherigen Postings bisher nur deswegen thematisch nicht in dieser Form geschrieben habe, um nicht wieder eine erneute Agnetha-Diskussion heraufzubeschwören, gerade auch, weil AnnAfrid als Themenerstellerin bisher manchmal sehr empfindlich auf wohlwollende Agnetha-Beiträge reagiert hat und ich diesen Thread nicht in eine solche Richtung lenken wollte....


    Da dies aber hier nun dankenswerterweise von anderer Seite geschehen ist, möchte ich kurz dazu Stellung nehmen.....


    Wenn wir, vollkommen neutral und vorurteilsfrei, uns die VOR-ABBA-Lieder von Benny und Björn betrachten, etwa jene aus ihrem Album LYCKA......und diese vergleichen mit Agnetha's VOR-ABBA-Liedern aus ihrem Album NÄR EN VACKER TANKE BLIR EN SANG, und die entsprechenden einzelnen Lieder sowohl musikalisch und auch lyrisch miteinander vergleichen, dann kann man sehr leicht diese deutlich größere musikalische und thematische Reife von Agnetha zu diesem damaligen Zeitpunkt erkennen, was absolut erstaunlich ist, da Agnetha ca. 5 Jahre jünger als alle ihre ABBA-Kollegen ist....


    Agnetha hatte diese ungeheure frühe Reife schon als 15-16jähriges Mädchen, als sie ihre ersten Nummer-1-Hits wie JAG VAR SA KÄR komponierte......Wenn man sich viele der Frühwerke von Agnetha anhört, die sie im Alter von 15-17 Jahren geschrieben hat, kann man sich kaum vorstellen, das ein solch junges Mädchen bereits zu dieser Reife fähig war...


    Benny und Björn erarbeiteten sich diese Reife erst in einem deutlich späteren Lebensalter, bedingt auch durch ihre extrem "fruchtbare" gegenseitige Zusammenarbeit....


    Insofern ragt DISILLUSION auch in Bezug seines Anspruchs und seiner Reife aus dem ersten ABBA-Album heraus, während gleichzeitig die schwedische Version MINA ÖGÖN, die sogar noch stärker als die englische Version ist, nicht aus Agnetha's späterem Album ELVA KVINNOR I ETT HUS herausragt, weil es sich hier in einer Reihe von gleichwertig reifen Liedern befindet...


    Benny und Björn erarbeiteten sich diese musikalische Reife vor allem durch ihre Zusammenarbeit, aber kommerzielle Gesichtspunkte machten dies zunächst nicht wirklich notwendig, da der Zeitgeist jener Jahre eben sehr in der Tradition des bunten Glam Rocks lag.....


    Erst in der 2.Hälfte des Jahrzehnts änderte sich dies dann und der bunte Glam-Rock verlor langsam seine Bedeutung in der Folge eines sich ändernden Zeitgeistes, was sich dann auch an den ABBA-Kompositionen bemerkbar machte....Und es änderten sich natürlich auch die technischen Möglichkeiten, die eine Musikgruppe hatte....


    Wenn man aber ein Album vor allem nach seinem thematischen Anspruch und seiner musikalischen Reife beurteilt und die veränderten technischen Möglichkeiten der späten 70er-Jahre außer acht lässt, dann erfüllt ein Album wie NÄR EN VACKER TANKE BLIR EN SANG aus dem Jahre 1971, das aus Liedern besteht, die zwischen 1969 und 1971 geschrieben wurden, den gleichen hohen künstlerischen Anspruch wie späte ABBA-Alben aus den Jahren 1977 bis 1981, was dem Argument einer veränderten Musik aufgrund einer größeren Lebenserfahrung bzw. eines größeren Alters eben diametral und komplett entgegensteht....

  • Letztendlich ist es alles eine Frage des Geschmacks. Ich bin zum Beispiel nicht ganz so ein großer Schlagerfan.....
    mit den poppigen oder leicht rockigeren Sachen kann ich deutlich mehr anfangen oder mit den Balladen oder Musical-ähnlichen Stücken.
    Ist das unbedingt anspruchsvoller? Wahrscheinlich nicht.
    Trotzdem gibt es Lieder von Abba, die ich sehr mag, bei denen ich aber versuche, nicht auf den Text zu achten. Zumindest Abba (und um die geht es doch hier, oder?) wurden in den letzten Jahren deutlich anspruchsvoller und komplexer, was die Texte angeht. Björn hat ja damals auch in einem Interview gesagt, dass in der Anfangsphase der Text nur der Mittel zum Zweck war (so, oder so ähnlich). Super Trouper und The Visitors haben teilweise schon sehr poetische Texte.


    Ob das jetzt alles Zeitgeist ist? Die frühen Achtziger waren jetzt keine Zeit, in denen keine blödsinnigen Texte in die Charts kamen. Teilweise waren damals schon sehr simple Lieder in den Charts und mir fällt da nicht nur Trio ein. Zeitgeist spielt vielleicht bei den Themen eine Rolle, wie bei The Visitors und der Grundangst während des kalten Krieges. Auch wollte man, als die Vorläufer von New Wave und New Romantic rauskamen, ähnlich cool wirken. Warum auch nicht.
    Benny und Björn hatten aber nach Jahren der Entwicklung irgendwann künstlerisch deutlich mehr Möglichkeiten als in der Anfangszeit. Zu Liedern wie I let the music speak oder The day before you came wären in den ersten drei Jahren künstlerisch nicht möglich gewesen. So sehe ich also durchaus eine künstlerische Entwicklung.

  • Warum Scotty? Ich verstehe das alles jetzt gar nicht. Das Thema ist Der Wandel in den Abba Songs und nicht Agnetha vs Benny/Bjorn hinsichtlich ihrer kreativen Fähigkeiten.


    Ich liebe Disillusion, es ist eines von Agnethas besten Liedern und ich finde, es passt wundervoll zu Abba. Aber reifer? Es beschäftigt sich mit Liebeskummer, mit dem Gefühl, dass man ohne diese besagte Person nicht leben kann. Es ist ein Text, der zu Herzen geht und ich liebe die Melodie. Aber reif würde ich jetzt nicht unbedingt dazu sagen. Ein reifer Mensch kann erkennen, dass Liebeskummer vergeht, was ein sehr junger Mensch manchmal nicht glauben kann. Ich glaube, was du meinst, ist, dass sich Agnetha ernsteren Themen zuwendet als Benny und Björn. Und auch das ist altersentsprechend üblich.


    Ich bin mir nicht so sicher, was die Entwicklung von Abba betrifft. Ja, was die Lebenserfahrung angeht, das sieht man sicherlich in ihren Texten und dass sie mit der Zeit versierter wurden, das ist auch klar. Auch dass sie mit dem"Zeitgeist" gingen und von anderen beeinflusst wurden ... Aber abseits von der Lebenserfahrung und der beruflichen Erfahrung gab es da eine Entwicklung, das wäre spannend herauszuarbeiten, oder? Dass - wir als ihre Fans - ihre Musik in jedem Stadium lieben, dass ist dabei auch klar ...


    Ganz ehrlich, ich kann es nicht beantworten, ich habe da zuwenig Know-How, aber es würde mich extrem interessieren!

  • Hi, Who's That Girl....


    Nein, hier geht es sicherlich nicht um einen Vergleich der kreativen Möglichkeiten der ABBA-Mitglieder, sondern es geht um die Frage, warum sich die ABBA-Lieder im Laufe der Zeit gewandelt haben......Waren das eher Gründe, die mit den Persönlichkeiten der ABBA-Mitglieder zu tun hatten oder waren das eher Gründe, die mit Dingen zu tun hatten, die eher von "außen" kamen ?......


    Und um genau dieser Antwort auf diese Frage auf die Spur zu kommen, musst Du natürlich auch die Werke betrachten, die die ABBA-Mitglieder im Laufe ihrer zeitlichen Entwicklung gemacht haben.......und da gibt es eben zwischen den einzelnen Mitglieder erhebliche Unterschiede...


    Daher ist diese Frage eben auch nicht auf die einfache Art zu beantworten.....Eine Gruppe ist eben kein gleichmäßiges Gefüge, sondern sie besteht aus individuellen Unterschieden und aus persönlichen Ungleichheiten.....Eine Gruppe besteht nicht als großes Ganzes, sondern aus der Summe individueller Fähigkeiten und Entwicklungen einzelner Menschen........Und darum muss man natürlich auch diese unterschiedlichen Entwicklungen einzelner Mitglieder anschauen, um dies alles besser beurteilen zu können...........Das ist auch der Ansatz meiner Postings in diesem Thread.


    Ich denke schon, dass es beispielsweise in der von Dir angesprochenen "Reife" einen eklatanten Unterschied gibt zwischen Liedern von z.B. Agnetha's NÄR EN VACKER TANKE BLIR EN SANG oder ABBA`'S RING RING........Und das waren Alben aus den Jahren 1971 bzw. 1973.........oder beispielsweise einem DISILLUSION oder einem RING, RING.........Ich meine in diesem Zusammenhang auch tatsächlich die Bezeichnung "reif" und nicht die Bezeichnung "ernst"....


    Diese Reife bezieht sich nämlich nicht nur auf die Lyrik, sondern auch auf die Musik selbst.........Sicherlich sind da auch eine Reihe von Liedern mit einer "ernsten" Lyrik darunter, das ist sicherlich richtig, aber sie bilden nur einen Teil dieser Reife ab.........Die bezieht sich aber nicht zwangsläufig auf "ernste" Lieder, sondern generell auf die Liederauswahl auf den entsprechenden Alben......


    Und in diesem Beispiel war das Album von 1971 sicherlich musikalisch und lyrisch reifer als jenes von 1973..


    Wo also ist die Entwicklung ?


    Ich denke, an diesem Beispiel sieht man, dass man diese Frage eben nicht mit etwas klischeehaften Lebensweisheiten beantworten kann, wie das oft gemacht wird, sondern dass die Beantwortung dieser Frage wesentlich komplizierter ist....


    Im besagten Beispiel liegt die Antwort sicherlich auf der einen Seite natürlich im unterschiedlichen Persönlichkeitsbild der Protagonisten........hier Agnetha als Einzelperson, da ABBA als eine Summe aus 4 Einzelpersonen......auf der anderen Seite aber auch noch an den zeitgeistigen Fragen, bzw. was die kommerzielle Ausrichtung eines Albums betrifft.....
    .

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