The Day Before You Came - Eine Betrachtung der Aufnahmen eines großen Werkes

  • " Greatest Hits " werden ja auch nicht wirklich für die " wahren " Fans einer Band etc gemacht....diese Alben sollen bewußt die Menge erreichen.
    Und durch dieses erreichen der Menge bleiben so einige dann auch bei den Bands hängen, und kaufen auch reguläre Alben....


    Ich kenne ein paar Leute die sich nach " ABBA Gold " auch andere ABBA Alben zulegten. Das ist doch wunderbar, wenn man merkt, woe da steckt ja mehr dahinter als diese " unzähligen " Super Hits !!


    TDBYC ist und bleibt für mich eine der besten Balladen von ABBA. So und nicht anders wie diese Single erschien hätte sie klingen dürfen!
    Es ist ein absolutes Meisterwerk, ein Song den ich immer hören kann.
    Erst gestern im Radio gelaufen, allerdings etwas gekürzt....

  • .....etwas gekürzt heißt sicher das der Schluß nach Ende von Agnetha's Gesang weggekürzt wurde, so ist es hier auch immer. Übrigens nicht nur bei TDBYC, Gimme ! Grimme ! Grimme ! wird auch so gekürzt ( es fehlt der Anfang und nach dem singen des 2. Refrains wird ausgeblendet ), One Of Us beginnt ohne das Mandolinenvorspiel gleich mit der ersten Strophe..........Radio Arabella ist der Sender, kann man ja ruhig mal benennnen

  • Bei gekürzt fällt mir ein, dass ganz oft im Radio bei "The Name of the game" gekürzt wird...


    und zwar nicht am Ende, sondern der 2. Teil, wo Agnetha singt :thumbdown:

  • Der Text gibt Rätsel auf. Singt die Frau von ihrem Tod (dem Tag bevor sie getötet wurde), hat sie den Mann gar nie getroffen? Wenn ja, hat es gut oder schlecht geendet. Björn wurde mal befragt, aber er sagt nichts und erfreut sich am Rätselraten der Hörer (typisch


    Zu dieser sehr interessanten Frage möchte ich mich mal kurz äußern.....


    Die Bedeutung eines Textes.......die Bedeutung eines Liedes.....


    Wenn man über den Inhalt eines Liedes spricht, bzw. den inhaltlichen Teil eines Liedes beleuchten und deuten will, gibt es dazu immer 2 Möglichkeiten......


    Einmal die Deutung des Inhaltes durch die Intention des Lyrikers, wie er seinen Text geschrieben hat und verstanden haben will...................Und einmal die Deutung des Inhaltes durch die Art und Weise, wie der Interpret eines Liedes den Text des Liedes singt, wie er ihn deutet, wie er ihn dann ganz real interpretiert......


    Genau dies gibt dem vorhandenen Lied bzw. einer bekannten Performance dann seine Seele und seine Bedeutung.....


    Und hier können wir den Text von THE DAY BEFORE YOU CAME ganz klar und auch zweifelsfrei einordnen......


    Für viele gab dieser Text ja seine Rätsel auf und es gab auch immer verschiedene Deutungsmöglichkeiten, was seine Lyrik betrifft....


    Björn hat in der Tat auf Rückfragen diese Interpretationen offen gelassen, wodurch diese verschiedenen Deutungsmöglichkeiten auch nie ganz verschwanden......


    Aber Agnetha hat dazu sehr klar und deutlich Stellung genommen, wie sie den Text dieses Liedes interpretiert hat und wie sie dieses Lied gesanglich, künstlerisch und schauspielerisch angelegt hat......was er im Sinne ihrer Interpretation bedeutet....... und wie sie die Emotionen dabei lebendig gemacht hat......


    Sie hat eine einsame Frau dargestellt, die über ihr Leben singt, wie es am Tage war, bevor sie jemanden kennengelernt hat, wodurch sich ihr Leben und alles darin verändert hat und wo sich die Bedeutung aller Dinge in ihrem Alltag geändert haben...........Sie stellte eine Frau dar, die sehr einsam geworden war, ohne das eigentlich selbst zu wissen und die von der Heftigkeit dieser Veränderung mitgerissen wurde.........


    Dieses Lied hat in der uns bekannten Interpretation nie etwas mit Tod oder gar Mord zu tun gehabt, sondern mit der Tatsache, dass das Kennenlernen eines Menschen die Sichtweise auf das komplette Leben verändern kann...........Und dass man von einer Einsamkeit gefangen sein kann, ohne es wirklich zu merken und zu begreifen.......bs zu dem Tage, als jemand kommt und die ganzen Koordinaten eines eingefahrenen Lebens verändert kann....


    So hat Agnetha dieses Lied interpretiert..........Es geht dabei auch gar nicht um die Frage, wie das alles endet........ob es zum Beispiel ein Happy-End gibt oder nicht.........sondern wichtig dabei ist alleine der Moment, wenn ein Ereignis in einem Leben .....wie das Kennenlernen eines anderen Menschen.........das bisher Gewesene mit einem Schlag völlig verändern kann......


    So wie wir das Lied also kennen, hat es also rein gar nichts mit dem Tod einer Frau zu tun..........


    Im Endeffekt wissen wir also nicht, was sich Björn gedacht hat, als er diesen Text zu Papier gebracht hat...........Aber wir wissen sehr wohl, was sich Agnetha bei dem Text gedacht hat, als sie ihn gesungen und interpretiert hat..........und damit auch, welche Bedeutung sie diesem Lied inhaltlich gegeben hat


    Und NUR SO können wir daher die inhaltliche Interpretation dieses Liedes verstehen......


    Das ist übrigens ein Phänomen, was es auch noch in anderen ABBA-Liedern gibt.....


    THE WINNER TAKES IT ALL ist dabei das beste Beispiel..........Björn hat immer wieder betont, dass er das Lied nicht autobiographisch geschrieben hat.........Aber Agnetha hat immer wieder betont, dass sie das Lied auf eine autobiographische Art interpretiert und gesungen hat..........Zumindest hat sie sich bei der Interpretation des Liedes vollkommen in die Rolle dieser Frau hineinbegeben, über sie sie gesungen hat.......


    Ist THE WINNER TAKES IT ALL also ein autobiographisches Lied oder nicht ??........Ist es in diesem Kontext also auch ein sehr authentisches Lied oder nicht...????


    Sicher ist es das........Weil das, was wir mit unseren Ohren hören, vollkommen authentisch ist............weil es vollkommen authentisch und aus einer autobiographischen Sicht interpretiert worden ist durch Agnetha.............


    Und da ist es dann für die inhaltliche Bewertung des Liedes auch nicht mehr entscheidend, dass Björn dieses nicht autobiographisch zu Papier gebracht hat...........denn das ist nicht die Frage.........weil die künstlerische Interpretation des Liedes durch Agnetha dem entgegensteht..........Und das ist natürlich dann auch die entscheidende Identifikation eines Liedes

  • Ich habe den Text vom ersten Tag an genau so interpretiert wie Agnetha es gesehen hat.


    Obwohl ich natürlich neugierig gewesen wäre, wie dann der nächste Tag ausgesehen hätte… Da kann man natürlich die Fantasie spielen lassen.


    Ähnlich hab ich etwa die Vorstellung, was wäre gewesen wenn Kristina gar nicht… Na da könnt ihr euch was ausdenken… :D

  • Obwohl ich natürlich neugierig gewesen wäre, wie dann der nächste Tag ausgesehen hätte… Da kann man natürlich die Fantasie spielen lassen.

    Da bringst Du mich auf eine Frage, die ich mir jetzt auch gleich stelle:


    Wann endlich bringen ABBA die Fortsetzung heraus?
    Ich will auch wissen, wie der nächste Tag aussieht. :lol:

  • Wann endlich bringen ABBA die Fortsetzung heraus?


    Zumindest musikalisch gibt's die ja....... ;) .........Wenn auch nicht wirklich textlich.........so doch zumindest musikalisch.....


    https://www.youtube.com/watch?v=4xFC9OUhEKM


    Bei THE WINNER TAKES IT ALL passt die "Fortsetzung" vom Text her natürlich wesentlich besser......Einfach genial..........TWTIA Teil 2 !!!!!!!


    https://www.youtube.com/watch?v=DC47J0QRUdU


    Aber das ist ja dann wieder ein anderes Thema

  • Zumindest musikalisch gibt's die ja....... .........Wenn auch nicht wirklich textlich.........so doch zumindest musikalisch.....


    https://www.youtube.com/watch?v=4xFC9OUhEKM

    Das stimmt natürlich. Ein hervoragender Song von Josefin Nilsson, für mich persönlich ihr bester.


    So hätten ABBA in den 90er wohl geklungen. :love: Zu gerne würde ich diesen Song von Agnetha und Frida hören... :rolleyes:

  • Und ich rätsele nach wie vor, weshalb Benny und Björn bei diesem und ansonsten sehr guten Song, einen Drumcomputer eingesetzt haben. ?(
    Wäre hier ein echtes Schlagzeug zum Einsatz gekommen, wäre "The Day Before You Came" für mich einer der absoluten Favoriten unter den ABBA Songs.


    Ich lege grundsätzlich sehr großen Wert auf die Art und Weise wie ein Musikstück entstanden, bzw. geschrieben, produziert und arrangiert wurde. Aus diesem Grund lese ich auch stets zunächst das Booklet, bevor ich mir eine CD anhöre. Dabei hat u. a. der Einsatz von richtigen Instrumenten, für mich einen sehr hohen Stellenwert.

  • Da kann ich zustimmen, aber der Drumcomputer ist mir weniger aufgefallen als die synthetischen Keyboards, für die Benny offenbar so schwärmte.


    Ich höre schon erstmal die Musik, bevor ich mich mit dem Booklet beschäftige, sonst bin ich vielleicht voreingenommen…

  • Ich kann mit dem Lied nicht wirklich was anfangen. Ich mag Lieder, die Emotionen hervorrufen. Negative oder positive.
    Doch TDBYC wird für mich einfach nur gelangweilt dahergesungen mit einem leicht ironischen Unterton. Es ist nicht ersichtlich ob dieser Tag an dem er oder sie dann eintraf ein freudiges oder ein bedrohliches Ereignis war. Für mich ist auch nicht erkennbar, ob dann bei der Sängerin irgendeine Veränderung oder Erleuchtung eintraf, z.B. ihren Lebensstil betreffend. Da sie ja im Rückblick singt, würde ich das erwarten.


    Oft denke ich mir im stillen, wenn ich Agnetha so höre "Ja dann war er halt da, gell" :thumbsup:


    Würde Agnetha das Lied nun angsterfüllt singen oder voller Erwartung, bin ich mir sicher, könnte mich das Lied mitreissen. Aber so? Es schildert halt relativ gelangweilt einen normalen Alltag ohne besondere Höhepunkte. Und ich kann daran nichts negatives erkennen, denn dass diese Frau ihre Zeit verplempert würd ich so nicht sagen. Es bleibt für mich einfach nichts hängen von dem Lied.

  • Für mich ist TDBYC eines der besten ABBA-Stücke. Ich erinnere mich noch genau, daß ich von der 7"-Single im Oktober 1982 zwei Exemplare kaufte. Das eine Exemplar schenkte ich einem Klassenkameraden zu dessem 14. Geburtstag mit der Aussage "die neue von ABBA - eine richtige Granate". Von den anderen Geburtstagsgästen gab es weitgehend irritierte Blicke, viele dachten gar, daß sich die Gruppe bereits getrennt hätte. All die aus jener Schulclique, zu denen ich heute noch Kontakt habe, schwärmen jetzt von dem Song ^^ . Trotz der Länge von 5:50 denke ich jedes Mal, "ach, wäre der Song im Outro doch bloß noch etwas langsamer ausgeblendet worden". :)

  • Vielleicht muss man den Song live miterlebt haben. Dann war man so in der Entwicklung von Abba drin und klar wenn man auf die neue Platte wartet, hat man ganz anderen Bezug zu einem Song als wenn man ihn 35 Jahre später zum ersten Mal hört. :)

  • Es ist nicht ersichtlich ob dieser Tag an dem er oder sie dann eintraf ein freudiges oder ein bedrohliches Ereignis war. Für mich ist auch nicht erkennbar, ob dann bei der Sängerin irgendeine Veränderung oder Erleuchtung eintraf, z.B. ihren Lebensstil betreffend. Da sie ja im Rückblick singt, würde ich das erwarten.


    Es kommt hier wohl auch überhaupt nicht darauf an, ob das Ereignis freudig oder bedrohlich ist, Elba...........zumindest nicht aus der Intention, wie es gesungen wurde..........Da sind die Grenzen auch fliessend


    Agnetha hat das Lied so angelegt und interpretiert.........völlig unabhängig, was Björn sich bei dem Erstellen der Zeilen gedacht hat........, das eine Frau über ihr Leben singt, wie es am Tage war, bevor sie jemanden kennengelernt hat, wodurch sich ihr Leben und alles darin dann völlig verändert hat und wo sich die Bedeutung aller Dinge in ihrem Alltag geändert haben...........Agnetha stellte eine Frau dar, die über die Jahre sehr einsam geworden war, ohne das eigentlich selbst wirklich gemerkt zu haben, ohne es zu wissen......... und die dadurch von der Heftigkeit dieser Veränderung mitgerissen wurde.........


    Agnethas Intention des Liedes ist die Beschreibung, dass das Kennenlernen eines Menschen die Sichtweise auf das komplette Leben verändern kann...........Und dass man von einer Einsamkeit gefangen sein kann, ohne es wirklich zu merken und zu begreifen.......bis zu dem Tage, als jemand kommt und die ganzen Koordinaten eines eingefahrenen Lebens verändern kann....


    Das Lied beschreibt also nicht die veränderte Lebenssituation, NACHDEM diese Frau jemand kennengelernt hat.......sondern die Situation, in der sich diese Frau befunden hat, BEVOR sie jemanden kennengelernt hat.....


    Und dies transportiert Agnetha absolut genial, wie ich finde.....


    Wir wissen nicht, ob diese textliche Interpretation auch Björns Intention war, als der das Lied geschrieben hat, weil er sich nie dazu geäußert hat.........Aber wir wissen, wie das Lied von Agnetha gesanglich interpretiert wurde...........und das ist im Endeffekt die einzige Interpretationsmöglichkeit, an die wir uns halten können.....


    Sicher würden viele gerne wissen, wie es mit dieser Frau weitergegangen wäre..........Aber das ist schlicht und ergreifend für die Intention dieses Lied völlig uninteressant.....


    Es geht nicht darum, ob es für diese Frau ein Happy-End gibt oder nicht,.......Das ist für das Lied völlig unerheblich...........Sondern es geht um diesen Moment, der dein Leben völlig verändern kann........und das tut er ja in jedem Falle, egal wie das dann später ausgeht...........


    Würde Agnetha das Lied nun angsterfüllt singen oder voller Erwartung, bin ich mir sicher, könnte mich das Lied mitreissen


    Genau das tut sie aber.........Sie singt das Lied angsterfüllt und voller Erwartung und sie wird von der Amvibalenz dieser gegensätzlichen Gefühle mitgerissen.........


    Aber das tut sie unfassbar subtil und nuanciert.........und daher im Endeffekt auch unglaublich wirkungsvoll.........


    Schau Dir zum Beispiel ihr Minenspiel, ihre Mimik, ihre Gestik bei ihrer Interpretation des Liedes beim Auftritt in Saarbrücken an........Speziell im 2.Teil ihrer Performance wechselt sie stetig zwischen einem schüchternen Lächeln und angsterfüllten Augen ganz subtil hin und her und treibt das Spiel mit der Kamera auf die Spitze..........Auch das Video suggeriert ja diese Ambivalenz der Gefühle.....


    Und die mögliche Monotonie hat Agnetha ja aufgelöst mit ihrer Umarrangierung des Liedes mit diesem sogenannten "falschen Refrain", den sie eingefügt hat, mit diesem von mir zuvor in diesem Thread beschriebenen "Hoch-tief-hoch-tief" Rhythmus ihrer Stimme in den einzelnen Zeilen des Liedes.......


    All die aus jener Schulclique, zu denen ich heute noch Kontakt habe, schwärmen jetzt von dem


    Ich denke, das ist ein millionenfaches Phänomen in der Welt der Musik......


    Viele, die damals vielleicht weniger mit dem Lied anfangen konnten, weil ihre Erwartungshaltung bei einem ABBA-Lied ganz einfach eine andere war, sind heutzutage von diesem Lied fasziniert und sehen es als eines der 2 oder 3 größten Meisterwerke ABBAs an..........


    Und das ist es sicher.........Ein absolutes Meisterwerk........In jedem Falle wird es aus musikhistorischer Sicht heute so gesehen....

  • Das Lied lebt wohl auch von dieser Ungewissheit, was denn nachher passieren würde. Es ist wirklich ein Meisterwerk!


    Björn sagt in Carl Magnus Palms Buch (S 414) dass er eher daran gedacht hat, dass die Protagonistin zwar einen Mann kennenlernt, dieser sie aber später wieder verlässt. Daher auch diese monotone und gelangweilte Stimmung. Aus seiner Sicht wäre es also so, dass Agnetha die Geschichte im Nachhinein erzählt, zu einer Zeit in der alles schon wieder vorbei ist… Das wäre auch irgendwie logisch – wäre sie gerade am Höhepunkt ihrer Gefühle würde sie vermutlich anders singen…

  • Björn sagt in Carl Magnus Palms Buch (S 414) dass er eher daran gedacht hat, dass die Protagonistin zwar einen Mann kennenlernt, dieser sie aber später wieder verlässt. Daher auch diese monotone und gelangweilte Stimmung. Aus seiner Sicht wäre es also so, dass Agnetha die Geschichte im Nachhinein erzählt, zu einer Zeit in der alles schon wieder vorbei ist… Das wäre auch irgendwie logisch – wäre sie gerade am Höhepunkt ihrer Gefühle würde sie vermutlich anders singen…


    Das ist eine sehr interessante Sache, denn das war genau NICHT die Intention, wie Agnetha diesen Text interpretiert hat und wie sie ihn aus ihrer Sicht ihrer Interpretation verstanden haben wollte.....


    Für Agnetha ging es ausschliesslich darum, die triste und gewissermaßen auch depressive Stimmung einzufangen, in der sich diese Frau am Tag zuvor befunden hat, ohne dass sie diese triste Stimmung überhaupt erkannt hat.........Erst mit dem Kennenlernen dieses Menschen wird dieser Frau diese Monotonie ihres bisherigen Alltags bewusst...........DAS ist der Punkt........Und hieraus erfolgt dann auch diese Unsicherheit dieser Frau..........Ob sie später dann wieder von ihm verlassen wurde oder nicht, hatte bei ihrer Interpretation keinerlei Relevanz


    GENAU DAS war Agnethas Interpretation des Liedes......


    Hier sind wir auch vielleicht auch bei jenem Punkt, wo ein Lyriker wie Björn die Kontrolle über einen Text und die Identität eines Liedes gewissermaßen auch aus der Hand gibt, wenn er es nicht selbst interpretiert........THE DAY BEFORE YOU CAME ist da vielleicht ein gutes Beispiel dafür.....


    Und außerdem müssen wir uns da ja auch noch einmal vergegewärtigen, wie das damals war........Benny und Björn fragten Agnetha, ob sie das Lied in einem solchen Kontext singen würde, ohne ihr übliches Charisma in ihrer Stimme einzusetzen......


    Das aber funktionierte zunächst so nicht, weil das Lied dann mit dem vorliegenden Arrangement in einer viel zu starken Monotonie versank.....


    Erst mit Agnethas Umarrangieren mit diesem in meinem Ausgangsposting beschriebenen sogenannten "falschen Refrain" funktionierte es dann...........Erst dann konnte in diesem Lied dann die notwendige Spannung aufgebaut werden.........


    Das wird zwar in solchen Diskussionen oft etwas übergangen........Aber ich halte diesen Fakt mit diesem Stilmittel für einen entscheidenden Punkt für das Gelingen dieses großartigen Liedes........

  • Für Agnetha ging es ausschliesslich darum, die triste und gewissermaßen auch depressive Stimmung einzufangen, in der sich diese Frau am Tag zuvor befunden hat, ohne dass sie diese triste Stimmung überhaupt erkannt hat.........Erst mit dem Kennenlernen dieses Menschen wird dieser Frau diese Monotonie ihres bisherigen Alltags bewusst...........DAS ist der Punkt........Und hieraus erfolgt dann auch diese Unsicherheit dieser Frau..........Ob sie später dann wieder von ihm verlassen wurde oder nicht, hatte bei ihrer Interpretation keinerlei Relevanz


    GENAU DAS war Agnethas Interpretation des Liedes......

    So denke ich das auch!
    Agnetha ist in dieser Stimmung, bevor sie dann wieder einen Mann kennenlernt. Genau so hab ich mir das auch vorgestellt!


    Für mich ist es eine Frau, die ihren tristen, immer wieder gleichen Tag, ohne grosse Höhepunkte (ausser Dallas (kleiner Scherz)) , das so rüberkommen soĺl. Immer der gleiche Ablauf... nichts weltbewegendes passiert, bis der Mann auftaucht.


    Es kann schon sein, das das Ende eine Trennung symbolisiert...
    aber, was soll uns das sagen? Das sich nur kurz das alte, eintönige Leben mit einem Mann verändert und nach der Trennung man wieder in seinen alten Trott verfällt?
    Das im Leben eine Veränderung nur auf Zeit ist?


    Agnetha hat für mich das Lied genauso in diese Stimmung gepackt in der sie mir gefällt.
    Die Stimmung, die auch ABBAs Ende eingeläutet hat.
    Vielleicht auch diese Stimmung ist in diesem Lied.
    Die Atmosphäre im Studio war bestimmt sehr drückend, traurig und hoffnungslos... das Ende war da.

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