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Donnerstag, 14. Februar 2019, 12:02

Liedtexte, unter die Lupe genommen!

Wusste jetzt nicht, wie ich es besser nennen könnte ^^

Als ich heute, im speziellen, den Song "SLIPPING THROUGH MY FINGERS" hörte, ging mir wieder so durch den Kopf, was für ein persönlicher, emotionaler Text das ist!

Dann viel mir auf, das wir schon immer Mal wieder über die Texte gesprochen haben, aber es dafür keinen speziellen Thread gibt. Zumindest habe ich keinen gefunden.
Deshalb dachte ich, ich eröffne einen, in dem man näher auf die Texte eingeht.
Erzählen, warum sie einem gefallen, was sie bedeuten, was wir darin hören, warum sie uns gefallen und warum nicht.
Es gibt Texte, die von Stig geschrieben wurden und viele von Björn. Er hat oft Persönliches einfliesen lassen, mal bewusst, mal unbewusst!

Vielleicht habt ihr Lust, da auch vieles mit beizusteuern.
Ich könnte mir vorstellen, das das ein unendlicher Thread wird, weil wir viele Texte auch manchmal anders interpretieren... wie z.B. bei THE DAY BEFORE YOU CAME oder UNDER ATTACK!

Ich möchte heute beginnen mit SLIPPING THROUGH MY FINGERS:
Es ist für mich nicht nur in der Melodie und am Gesang von Agnetha ein Meisterwerk, sondern auch der Text hat für mich was persönliches, emotionales und so treffendes ausgedrückt, das ich jedesmal Gänsehaut und Tränen in den Augen habe. Auch für mich, ein sehr passender Text, wo sich wohl jede Mutter und Vater hineinversetzen kann und das auch durchlebt hat. Bei mir ist das zumindest so gewesen und auch heute noch so. Es kommen immer wieder neue Abschnitte dazu!

Hier mal der Text:

Schoolbag in hand, she leaves home in the early morning
Waving goodbye with an absent-minded smile
I watch her go with a surge of that well-known sadness
And I have to sit down for a while
The feeling that I'm losing her forever
And without really entering her world
I'm glad whenever I can share her laughter
That funny little girl

Slipping through my fingers all the time
I try to capture every minute
The feeling in it
Slipping through my fingers all the time
Do I really see what's in her mind
Each time I think I'm close to knowing
She keeps on growing
Slipping through my fingers all the time

Sleep in our eyes, her and me at the breakfast table
Barely awake, I let precious time go by
Then when she's gone, there's that odd melancholy feeling
And a sense of guilt I can't deny
What happened to the wonderful adventures
The places I had planned for us to go
(Slipping through my fingers all the time)
Well, some of that we did but most we didn't
And why, I just don't know

Slipping through my fingers all the time
I try to capture every minute
The feeling in it
Slipping through my fingers all the time
Do I really see what's in her mind
Each time I think I'm close to knowing
She keeps on growing
Slipping through my fingers all the time
Sometimes I wish that I could freeze the picture
And save it from the funny tricks of time
Slipping through my fingers

Slipping through my fingers all the time
Schoolbag in hand she leaves home in the early morning
Waving goodbye with an absent-minded smile


...hier auch gleich die Übersetzung:


Die Schultasche in der Hand verlässt sie frühmorgens das Haus
Winkt zum Abschied mit einem abwesenden Lächeln
Mit einer Woge dieser wohlbekannten Traurigkeit sehe ich sie gehen
Und muss mich für einen Augenblick setzen
Das Gefühl, dass ich sie für immer verliere
Und ohne ihre Welt wirklich zu betreten
Bin ich froh wann immer ich mit ihr Lachen kann
Dieses lustige, kleine Mädchen.

Sie entgleitet mir aus den Händen immerzu
Ich versuche jede Minute zu bewahren
Das Gefühl
Sie entgleitet mir aus den Händen immerzu
Sehe ich wirklich was in ihr vorgeht?
Jedes Mal wenn ich denke, ich bin nah daran es zu wissen
Wächst sie weiter
Sie entgleitet mir aus den Händen immerzu

Den Schlaf noch in unseren Augen, sie und ich am Frühstückstisch
Kaum wach lasse ich wertvolle Zeit vergehen
Danach, wenn sie gegangen ist, ist da diese seltsame Melancholie
Und ein Schuldgefühl, das ich nicht verleugnen kann
Was ist mit den wundervollen Abenteuern passiert
Den Orten zu denen ich sie führen wollte
Gut, einiges davon haben wir getan, aber das Meiste nicht
Und warum, ich weiß es nicht

Sie entgleitet mir aus den Händen immerzu
Ich versuche jede Minute zu bewahren
Das Gefühl
Sie entgleitet mir aus den Händen immerzu
Sehe ich wirklich was in ihr vorgeht?
Jedes Mal wenn ich denke, ich bin nah daran es zu wissen
Wächst sie weiter
Sie entgleitet mir aus den Händen immerzu

Manchmal wünschte ich, ich könnte die Bilder einfrieren
Um sie vor den seltsamen Tricks der Zeit zu bewahren
Sie entgleitet mir aus den Händen…
Die Schultasche in der Hand verlässt sie frühmorgens das Haus
Winkt zum Abschied mit einem abwesenden Lächeln

Winkt zum Abschied mit einem abwesenden Lächeln

Weiter im 2. Posting...
Ta det bara med ro

2

Donnerstag, 14. Februar 2019, 12:03

...Fortsetzung:

Wenn ich mir den Text so durchlese, ist es genau das, was ich auch schon durchlebt habe.
Und wenn ich ihn höre, mit der Melodie drumherum und der emotionalen, persönlichen Stimme von Agnetha, spüre ich die Wehmütigkeit, die sie wohl beim Singen dieses Lied verspürt hat. Auch Björn´s Vatergefühle kann man in dem Text herauslesen. Es ist ja sowieso schon eine sehr schwere Zeit gewesen.
Die Trennung von Agnetha und Björn!
Das neue, unterschiedliche Leben. Die Veränderungen! Nicht nur für Agnetha und Björn. Auch in Linda´s Leben beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Sie kommt in die Schule, sie macht einen grossen Schritt weiter und muss gleichzeitig die Trennung ihrer Eltern erleben.
Eine schwere Zeit, für Alle.
Dann auch die Zereissprobe zwischen Beruf und Familie! Was möchte, was muss geändert werden?
Was versäume ich, was muss ich unbedingt tun, was ist einfach verloren, was kann ich noch umsetzen, wie geht es weiter?

Björn schildert die Zeit in "Licht und Schatten" ja so, das ihm der Text einfiel, als er Linda beobachtete, wie sie zur Schule aufbrach.
Der Stolz, wie gross und selbständig sie schon geworden ist und das es ein ganz natürlicher Schritt war, vom Kleinkind zum Schulkind.
Und trotzdem er das Gefühl hatte, etwas verpasst zu haben, was nie wieder gut zu machen scheint.
Für ihn war der Text wohl auch eine Aufarbeitung seines bisherigen Lebens mit Linda. Er, der wohl mehr Zeit mit ABBA und seiner Karriere aufbrachte und seine kleine Familie oft darüber vergass. Obwohl ich jetzt vergass, nicht so ganz treffend finde.
Er dachte wohl, so ist es nunmal.
Die Karriere und den Erfolg von ABBA stellte er über sein Kind Linda. Es gab ja z.B. eine Nanny.
Agnetha dachte anders darüber. Sie wollte soviel wie möglich Zeit mit ihren Kindern verbringen.
Das war wohl auch oft ein Streitpunkt zwischen ihr und Björn. Sie empfand es als sehr wichtig, so viel als möglich Zeit mit Linda und später auch mit Christian zu verbringen.
Die Zeit kommt nie wieder, man kann diese verlorenen Jahre nicht zurückdrehen.
Björn weiss heute, was ihm verloren ging, weil er mehr Zeit mit ABBA und seiner Karriere verbrachte und das Wichtigste überhaupt vergass... die Familie!

Der Text ist sehr Persönlich. Das sind Björn´s Empfindungen, die er in dem Lied preisgibt.
Für mich, eines der persönlichsten Texte, die er je geschrieben hat. Das geht durch und durch.

Mir lag es am Herzen, als allererstes dieses Lied auszuwählen und diesen Text. Ich glaube für diesen Text, war Agnetha Björn sehr dankbar und empfand bestimmt wieder Liebe für ihn. Da waren Vater und Mutter, die das Gefühl hatten, etwas entgleitet ihnen. Was wollten sie nicht noch alles mit ihr machen, was erleben. Das Baby wurde gross, so schnell. Pläne, die man geschmiedet hatte, vielleicht schon vor der Geburt, wurden nicht umgesetzt. Die Zeit verrinnt, ist zu kurz gewesen, anderes oft wichtiger!
Agnetha war das schon immer ganz bewusst und als Björn ihr den Text vorlegte, wusste sie, das auch er, tief in seinem Herzen es spürte, was er verloren und nicht mehr zurückholen konnte. Wie schnell die Zeit vergeht, wie schnell die Kinder gross werden.

Damals schrieb Björn den Text aus der Situation heraus und er empfand in dem Moment auch so. Wahrscheinlich wollte er auch alles dann ab sofort besser machen. Aber wie das Leben so spielt, man nimmt sich fest was vor und der Alltag hat einen viel zu schnell wieder.
Ich glaube zwar, das Björn es bei seinen Kindern Anna und Emma wohl besser gemacht hat, aber die verlorene und verstrichene Zeit mit Linda und Christian war vorbei. Sowas kann man nicht mehr zurück holen. Linda hatte wenigstens die ersten 5 Jahre noch eine harmonische Familie, aber bei Christian sah das ganz anders aus.

Agnetha hat nach der Scheidung ihre Kinder ganz nach oben gestellt und setzte das auch durch. Von dem Moment an wusste sie, das ihr das am Wichtigsten ist. Sie wollte ihre Kinder glücklich aufwachsen sehen. Und ihre Kinder sind ihr auf Immer und Ewig dankbar dafür.

Ich möchte jetzt auch noch das Video einstellen, ihr kennt es alle, aber nicht nur der Text, die Melodie, die Stimme, sondern auch zu sehen, wie sie es Live performen, ist für mich das abgerundete, das I-tüpfelchen.
Für mich ist da Agnetha´s Singstimme die Persönlichste in einem ABBA Song. Ich glaube, sie hatte während des Singens Gänsehaut, wie ich bei jedem Hören!

https://youtu.be/eyotdaQ9V2Q


Gerne wäre ich dabei gewesen, als Agnetha das Allererstemal das Lied im Studio sang.

Die Zeit verrinnt so schnell. Nichts kann man zurückholen, nichts nochmal erleben. Die Zeit als Kind, wie man sie erlebt, wie sie vergeht, kommt nie wieder!
Ta det bara med ro

Stockholm

unregistriert

3

Donnerstag, 14. Februar 2019, 12:36

Ja, ohne es jetzt tiefgründig zu zerpflücken....ich denke hier spricht der Text allen emotionsvollen Menschen aus dem Herzen....

Den meisten Menschen dürfte es im Rückblick auf ihr Leben so gehen....und sich so manchmal auch die Frage stellen,

Warum tat ich das nicht ?
Jenes ?
und dieses ?

....so ist es eben; Unser Leben....!

4

Donnerstag, 14. Februar 2019, 17:00

@Nissi vielen Dank für Diesen Thread. Ich habe mich nicht so ausführlich mit den Texten von ABBA beschäftigt, aber langsam verstehe ich warum viele die Texte von Björn so toll finden. Ich sollte manchmal die Texte besser beachten.

Schönen Tag allen Forenteilnehmern.

5

Freitag, 15. Februar 2019, 11:41

Ein sehr schöner Thread, den Du da eröffnet hast, Nissi......und auch das genau "richtige" Lied, mit dem Du da begonnen hast....

Denn auch für mich ist SLIPPING THROUGH MY FINGERS inhaltlich/lyrisch das wertvollste und wichtigste ABBA-Lied überhaupt.....

Es ist der persönlichste Text unter ALLEN ABBA-Liedern........Björn selbst bezeichnete den Text als den EINZIG gänzlich autobiographischen, den er je geschrieben hat.........Agnetha bezeichnete ihn als den persönlichsten und authentischsten Text, den sie je im Rahmen als ABBA-Mitglied je gesungen hat. (Solo gibt es noch einige Lieder von ihr, die in gleichem Sinne persönlich sind).......

Sie sagte dazu einmal......

SLIPPING THROUGH MY FINGERS war sicher der Song, den ich von allen am liebsten gesungen habe. Es hat sich unwahrscheinlich....wie soll ich sagen...,echt und wahr angefühlt, dieses Lied zu singen. Die Situation war genau diejenige, die ich erlebt habe, wenn unsere Tochter morgens in die Schule gegangen ist. Auch wenn das Gedanken sind, die mehr oder weniger auf Björns Worte zurückgehen, so sind das auch meine Gedanken. Ich denke, er hat da auch meine Gedanken genau eingefangen

Der Text dieses Liedes ist aber nicht nur für Agnetha und Björn so extrem persönlich, sondern er ist auch für viele Menschen, Mütter wie Väter, zu einem unglaublich persönlichen Text geworden, der auch in ihrem Leben eine entscheidende Rolle gespielt hat....

So war das auch bei mir, weswegen ich hier auch einige persönliche Zeilen dazu schreiben möchte......

Als ich das Lied als 23jähriger junger Mann erstmals gehört habe, hat mich der Text dieses Liedes und die Intensität, wie Agnetha ihn interpretiert hat, sofort gefesselt und tief beeindruckt.......Ich hatte damals dieses Lied auch sofort für mich gewonnen und ich nahm mir schon damals vor, in meinem Leben nie das Aufwachsen meiner späteren Kinder "verpassen" zu wollen und es nie anderen Dingen wie Karriere zu opfern.......

Die Umstände haben es dann ergeben, dass ich ein sogenannter ""später" Vater wurde........Ich war 38 bzw. 41 Jahre alt, als unsere Tochter und unser Sohn zur Welt kamen, meine Frau ist um einige Jahre jünger.........Als dann die Zeit kam, als zuerst unseree Tochter und später unser Sohn in die Schule kamen mit ihren überdimensionalen Schultaschen auf dem Rücken, die fast halb so groß als sie selbst waren, und sie sich dann auf den Weg in unsere dörfliche Grundschule aufmachten und dabei immer wieder zurückgeschaut und gewunken haben, war dieses Lied und die Worte von SLIPPING THROUGH MY FINGERS immer in meinen Gedanken und meinem Kopf.......Es hat mich all die ganzen Jahre begleitet.......Es war auch MEIN Lied und es war auch das Lied meiner Frau...........Und dieses Lied hat mich auch immer daran erinnert, eben nicht den Fehler zu begehen, den viele Eltern und hier im besonderen viele Väter machen........Nämlich denjenigen, das Aufwachsen der eigenen Kinder einfach zu "verpassen", es hinter die eigene Karriere zu stellen oder es gar ihr zu opfern. Ich hatte dabei den Vorteil, als "später" Vater auch die Möglichkeit zu haben und auch die Reife zu besitzen, dies zu tun............Das Aufwachsen der eigenen Kinder zu "verpassen" ist ein Fehler, den viele erst zu spät erkennen und ihn dann tief bereuen. Denn man kann die Zeit nie mehr zurückholen und auch ein guter Kontakt zu den später erwachsenen Kindern kann das nie und nimmer ersetzen, denn diese Zeit der Kindheit ist ein für alle Mal vorbei und kehrt auch nie mehr wieder zurück.....

Wir alle haben nur dieses eine Leben......und jeder muss für sich entscheiden, was wirklich wichtig ist in diesem einen Leben......

Wie Du sehr zutreffend schreibst, Nissi, ist das etwas, was Björn heutzutage durchaus bereut und er hat das auch schon das ein oder andere Mal kommuniziert. Aber er hat das damals anders gesehen. Da war ABBA und da waren die eigenen Pläne und Träume, die sich eben aus seinem Blickwinkel nicht wirklich mit dem täglichen Kümmern um die eigenen Kinder vereinbaren liessen. Ähnlich ist das bei Frida und Benny. Auch sie hatten damals andere Prioritäten als die eigenen Kinder und haben gewissermaßen diese Zeit ihres Lebens verpasst. In Frida's Fall ist es besonders tragisch, weil ihre Tochter ihr das später zunächst nicht verziehen hat, und als sie sich dann doch wieder näher kamen, ist ihre Tochter tödlich verunglückt.

Björn hat diese Gedanken in seinen Text von SLIPPING THROUGH MY FINGERS einfliessen lassen. Dies allerdings zu einem Zeitpunkt, wo er räumlich schon von seinen beiden Kuindern Linda und Christian getrennt war und wo er diese Zeit schon verpasst hatte und auch nicht mehr zurückholen konnte. Mit seinem räumlichen Umzug nach England einige Jahre später, hat er diese Trennung dann sogar noch intensiviert, was er später auch sehr bereut hat, wenn man einige Kommentare von ihm zur Grundlage nimmt.....

Er hat diesen Text sicher auch für Agnetha geschrieben, was ja auch Agnetha so beschrieben hat.......Und gerade der LIVE-Auftritt zeigt das ja auch in sehr speziellem Maße, als er Agnetha wie bei keinem anderen Lied immer wieder anblickt......

Björn ist mit dem Text von SLIPPING THROUGH MY FINGERS eines seiner Meisterstücke gelungen und Agnetha's gesangliche Interpretation dieses Textes und des Liedes ist für mich nicht mehr und nicht weniger als eine absolute Sternstunde der Popmusik......ein Moment gelebter Wahrhaftigkeit im Gewande eines Popsongs........und für Agnetha war es einfach nur sie selbst......

Die ABBA-Kinder hatten es auf eine gewisse Art und Weise sicher nicht einfach, um einmal mit dem Ruhm ihrer Eltern zu leben und zum Anderen, weil sie teilweise ohne ihre Eltern aufwachsen mussten.......In diesem Kreise der "ABBA-Kinder" nehmen Linda und Christian dabei eine Sonderstellung ein, weil sie die einzigen beiden dieser Kinder sind, bei denen beide Eltern "Pop-Legenden" sind......Alle andere dieser Kinder hatten nur einen berühmten Elternteil und sind dann jeweils hauptsächlich vom anderen, nicht berühmten Elternteil, aufgezogen worden........

Die Berühmtheit von ABBA schien damals alles aufzufressen, so auch die Solokarrieren der Vier........aber es gab eine Grenze, gegen die konnte selbst das mächtige ABBA-Universum mit all seinen weltübergreifenden Begleiterscheinungen nicht ankommen.......nämlich gegen die Mutterliebe Agnetha's. ....Sie stellte ihre Kinder unmissverständlich über ABBA.......und das ist Ursprung meiner größten Bewunderung für sie.........Viele ABBA-Fans kamen deswegen vielleicht weniger in den Genuss von noch mehr ABBA-Tourneen und noch mehr ABBA-Konzerten.......aber Linda und Christian wuchsen nicht bei einer Nanny auf, sondern erhielten die tägliche Liebe ihrer Mutter, was für mich um so viel wichtiger ist.....

Heute haben Linda und Christian selbst Kinder............und auch meine Kinder sind inzwischen erwachsene junge Menschen mit 23 und 20 Jahren............und ich bin glücklich darüber, dass ich es NICHT verpasst habe, wie sie aufgewachsen sind..........weil sie für meine Frau und für mich das Wichtigste waren und sind...

.......und da hat SLIPPING THROUGH MY FINGERS auch ein ganz kleines bisschen dazu beigetragen......

Kann man etwas schöneres über einen Popsong sagen ?
.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Scotty« (15. Februar 2019, 12:04)


6

Freitag, 15. Februar 2019, 12:51

Die Darstellung im ABBA Museum mit dem Küchenfenster und dazu läuft SLIPPING THROUGH MY FINGERS ist etwas vom Schönsten im ganzen Museum.
Ich kriege da jedes Mal wieder Augenwasser....

Gruss Charly

*** ABBA Forever ***

7

Freitag, 15. Februar 2019, 14:06

Ja, mir ging es ähnlich. Zuerst wollte ich es gar nicht wahrhaben, aber die Situation dort im Museum ist so perfekt arrangiert, dass es einen mitreisst, als würde man selbst Linda davongehen sehen, oder eben das eigene Kind… Obwohl ich selbst keine Kinder habe, aber man spürt die Traurigkeit dabei. Auch letztlich das, dass Eltern irgendwann ihre Kinder loslassen müssen, was nicht immer so gut funktioniert…

Danke Nissi für diesen tollen Thread! :thumbup:

8

Donnerstag, 21. März 2019, 11:20

Heute nehme ich mal das Lied "WHEN ALL IS SAID AND DONE" unter die Lupe!

Auch ein spezielles Lied, gesungen von Frida, in einer Zeit, als das Leben zwischen Benny und Frida sich plötzlich, gefühlt aus dem nichts, veränderte.
Es war aber wohl eher auch ein schleichender Prozess, der sich mit den Jahren in ihrer Beziehung so entwickelte, das sie es nicht mehr verhindern konnten, oder wollten.
Obwohl ich in dieser Beziehung schon denke, das Frida der Verlierer war. Ich glaube nicht, das sie eine Trennung von Benny wollte.
Sie wurde vor vollendeten Tatsachen gestellt, die sie so hinnehmen musste und nichts dagegen tun konnte.
Sie hatte Benny verloren, auf eine, für mich, schäbigste Art... Benny präsentiert ihr einfach eine neue Freundin und geht.
So empfinde ich es. Es wird sich schon lange davor eine Veränderung entwickelt haben, aber keiner der Beiden hat es gesehen oder zu verhindern gewusst. Vielleicht wollten sie sich auch nicht damit auseinandersetzen. Es waren nur sie Zwei, keine gemeinsamen Kinder, eine Liebe mitten im Karriere Höhepunkt.
Ein Leben auf der Überholspur (vielleicht kann man es so nennen).
Frida vielleicht zu anhänglich, sich voll auf Benny verlassend...
Benny ein Vollmusiker, der den ganzen Tag am Klavier sitzen könnte und sich von Frida vielleicht zeitweise auch eingeengt fühlte...

(sind meine Empfindungen, wenn ich an die Zwei denke)

Wie es wirklich so zwischen ihnen war und warum sie sich trennten, wissen nur die Beiden.
Manche Liebende sind nur für eine gewisse Zeit füreinander geschaffen und diese Zeit war glücklich und voller Liebe.
Nicht für alle Paare reicht es für ein ganzes Leben.
Obwohl ich das sehr schade fand bei Frida und Benny, genauso wie bei Agnetha und Björn.
Der Text, den Björn geschrieben hat, in dieser Trennungsphase von Frida und Benny, hat ein bisschen damit zu tun. Es wird angeritzt, ein bisschen zu locker (womöglich um besser damit umzugehen), aber ein sehr passender Text, schon sehr nah an der Wirklichkeit!
Für Frida vielleicht eine Befreiung, es in einem Lied auszudrücken, ohne als Verliererin dazustehen.
Hier konnte sie es mit ihrer Stimme, Empfindungen ausdrücken.
Ich weiss jetzt nicht, ob Frida dieses Lied im Beisein von Benny im Studio einsang, oder ob sie alleine war?!
Die Zeit war eh schon schwer genug für sie und auch für Benny, gemeinsam weiter zu machen.

Laut "Licht & Schatten" haben auch Frida und Benny einen Eheberater aufgesucht, schon vor Mona. Das habe ich erst aus dem Buch erfahren.
Noch kurz bevor Benny sich in Mona verliebte, kauften er und Frida sich sogar noch ein gemeinsames Wochenendhaus.
Also, wäre keine Mona gewesen, wäre es noch gemeinsam weitergegangen... zumindest wohl eine Zeitlang!
Vermutlich hätten sie sich dann später irgendwann getrennt...
Wenn ich jetzt die Zeilen in dem Buch "Licht & Schatten" lese über ihre Trennung und wie es ihnen ging, wird es mir ganz schwer ums Herz (siehe ab Seite 506).

Hier jetzt mal der Text von "WHEN ALL IS SAID AND DONE":

Here's to us one more toast and then we'll pay the bill
Deep inside both of us can feel the autumn chill
Birds of passage, you and me
We fly instinctively
When the summer's over and the dark clouds hide the sun
Neither you nor I'm to blame When All Is Said And Done


In our lives we have walked some strange and lonely treks
Slightly worn but dignified and not too old for sex
We're still striving for the sky
No taste for humble pie
Thanks for all your generous love and thanks for all the fun
Neither you nor I'm to blame When All Is Said And Done


It's so strange when you're down and lying on the floor
How you rise, shake your head, get up and ask for more
Clear-headed and open-eyed
With nothing left to try
Standing calmly at the crossroads, no desire to run
There's no hurry any more When All Is Said And Done


Standing calmly at the crossroads, no desire to run
There's no hurry any more When All Is Said And Done

Und auch auf Deutsch:

Noch ein letztes "Prosit, auf unser Wohl!" und dann werden wir die Rechnung bezahlen
Tief im Inneren spüren wir beide bereits die Kühle des Herbstes
Zugvögel, die wir beide sind
fliegen wir instinktiv los
Wenn der Sommer vorbei ist und die dunklen Wolken die Sonne verdecken
Weder du noch ich bin schuld, wenn alles gesagt und getan ist


In unserem Leben sind wir einige seltsame und einsame Pfade gegangen
Leicht abgenutzt, aber würdevoll und nicht zu alt für Sex
Streben wir immer noch nach dem Himmel
Kein Gedanke daran, klein beizugeben
Ich danke dir für deine großzügige Liebe und danke für all den Spaß
Weder du noch ich bin schuld, wenn alles gesagt und getan ist


Es ist so seltsam, wenn man niedergeschlagen ist und auf dem Boden liegt
Wie man sich dann wieder aufrappelt, den Kopf schüttelt und es aufs Neue versucht
Klar im Kopf und mit offenen Augen
nichts unversucht gelassen
Steht man ruhig am Scheideweg, ohne Drang zu rennen
Es gibt keine Eile mehr, wenn alles gesagt und getan ist


Steht man ruhig am Scheideweg, ohne Drang zu rennen
Es gibt keine Eile mehr, wenn alles gesagt und getan ist


Ein trauriger und doch auch lockerer Text, der einem aber hilft, mit der Situation und Veränderung fertig zu werden.
Es löst zwar nicht die Probleme, kann aber wohl helfen, etwas besser mit dem Ganzen umzugehen. So schwer die Zeit auch ist.

Ich fand es von Björn wieder mal einen sehr gelungener Text.
Er fragte ja Frida, weil ihm ja auffiel, wieviel er da über dieses Ende von Frida und Benny so treffend schrieb.
Seine Bedenken waren unbegründet, ob Frida dies Singen konnte und wollte. Für Frida bot es eine Möglichkeit, über die ganze Trauer und den Schatten, der über ihr hereinbrach, besser umzugehen.

Ich bin gespannt, wie ihr den Text und das Lied empfindet und hoffe, das ihr fleissig dies hier mitteilt.
Ich habe mein Gefühl, wenn ich an diese Zeit und an Frida und Benny denke, hier aufgeschrieben.
In Kurzform, aber beim Schreiben, ist mir immer noch schwer ums Herz.
Ich mochte das Paar "FRIDA & BENNY". Sie passten für mich so gut zusammen.
Ta det bara med ro

9

Donnerstag, 21. März 2019, 13:29

Sehr schön, dass Du diesen sehr interessanten Thread weitergeführt hast, Nissi, und ich möchte Dir darauf auch sehr gerne antworten...........in der Hoffnung, dass hier auch noch mehrere ihre Meinungen kundtun, denn solch ein Thread finde ich in jedem Falle spannender als so ein Thread über Spekulationen über unveröffentlichte neue Lieder......

Nun zum Thema.....

WHEN ALL IS SAID AND DONE......

Ein schönes Lied, dass aber niemals zu meinen Favoriten gehört hat und in meiner All-Time-ABBA-Liste nur auf dem 78.Platz unter den 107 ABBA-Liedern liegt..........Das hat unter anderem damit zu tun, dass es zwar von Frida sehr schön gesungen ist, aber dass es für mich musikalisch in bezug auf seinen versöhnlichen Text viel zu hart und "abgehackt" arrangiert worden ist........Mit einer langsameren und ruhigeren Arrangementierung hätte es mir wesentlich besser gefallen...

Aber darum soll es hier ja nicht gehen, sondern es geht hier ja rein um die lyrische Verarbeitung......

Aber auch hier stehe ich dem Lied bestenfalls sehr ambivalent gegenüber.....

Zunächst mal........Alles das, was Du in Deinem ersten Absatz geschrieben hast, sehe ich auch so, Nissi.........Die Geschichte der Menschheit hat uns gezeigt, dass die Liebe von 2 Liebenden oft sehr ungleich sein kann, sowohl was Art als auch was Intensität betrifft, und ich glaube, Frida und Benny waren ein Paradebeispiel dafür.........Ich denke, die Liebe von Frida gegenüber Benny war immer absoluter und ausgeprägter als die Liebe von Benny zu Frida. Wir waren zwar alle nicht dabei, aber es gibt Aussagen während ihrer Partnerschaft und Aussagen danach, es gibt Verhaltensweisen während ihrer Partnerschaft und vor allem auch Verhaltensweisen danach, die diesen Schluss als sehr plausibel erscheinen lassen. Frida war wohl diejenige bei ABBA, die die Liebe zu ihrem Partner an die wenigsten Bedingungen geknüpft hat, sie war sehr absolut, und Frida war leider dann auch die Einzige bei ABBA, die von ihrem Partner recht schmählich betrogen wurde. Du hast das Wort "schäbig" benutzt, was ein sehr hartes Wort ist, aber es ist wohl auch ein sehr zutreffendes Wort, denn Frida bekam ja nicht nur eine neue Frau an Benny's Seite präsentiert, nein, sie bekam ja auch das präsentiert, was sie nie mit Benny hatte, nämlich ein Kind von Benny's neuer Partnerin. Ich denke, es gibt NICHTS, was eine liebende Frau mehr verletzen kann.

In diesem Konetxt muss man nun auch den Text des Liedes WHEN ALL IS SAID AND DONE sehen.........und hier muss ich im Gegensatz zu Dir konstatieren, dass ich diesen Text, wenn man ihn für das Trennungslied von Frida und Benny sieht.....und als das wird er ja immer bezeichnet........als EXTREM unpassend und unstimmig empfinde, denn dieser Text hat eigentlich so gut wie NICHTS mit der Trennung von Frida und Benny zu tun....

Das mag auch daher kommen, dass dieser Text eben von keinem der beiden Beteiligten geschrieben wurde......weder von Frida, noch von Benny......sondern von einem Dritten, nämlich Björn........Er schrieb den Text und fragte anschliessend Frida und Benny, ob er so okay sei..........Beide antworteten dann "ja".......aber er hat eigentlich nichts mit ihrer tatsächlichen Trennungt zu tun......

Vergleichen wir hier dazu mal die Texte der beiden Trennungslieder WHEN ALL IS SAID AND DONE und THE WINNER TAKES IT ALL............und vergleichen wir dann weiter die tatsächlichen Trennungen von einerseits Frida und Benny und andererseits von Agnetha und Björn......

Was sagen uns die Lieder ?

THE WINNER TAKES IT ALL erzählt von einer unversöhnlichen Trennung, erzählt von tiefen Verletzungen, erzählt davon, dass es einen Verlierer gibt und einen Sieger, erzählt von tiefen psychischen Abgründen, erzählt von einer Anderen, die in die Beziehung eingedrungen ist.......es ist ein extrem dramatisches, bitteres und auch unversöhnliches Trennungslied voller Verletzunngen....

WHEN ALL IS SAID AND DONE dagegen erzählt von einer versöhnlichen Trennung, erzählt davon, dass das Ende auch wieder ein Neuanfang ist und man weiter freundschaftlich verbunden ist, es erzählt nicht von einseitigen Verletzungen, sondern eher von Hoffnung und Versöhnung, es erzählt nicht von einer Anderen, die in die Beziehung eingedrungen ist, es erzählt davon, dass man sich auseinandergelebt hat........es ist ein sehr zukunftsweisendes und versöhnliches Lied.....

Was aber sagen uns die tatsächlichen Trennungen von Agnetha/Björn und von Frida/Benny ??........

Nun, sie sagen uns das exakte Gegenteil........Sie erzählen diese Geschichten exakt umgekehrt......

Die Trennung von Agnetha und Björn war einvernehmlich......Sie stand am Ende einer Entwicklung, die sich über fast 2 Jahre abgezeichnet hatte........Es gab keine einseitigen Verletzungen........Sie hatten sich auseinandergelebt, weil sie völlig unterschiedliche Vorstellungen davon hatten, was im Leben wirklich wichtig ist.........Und sie sind dann nach ihrer Trennung sehr freundschaftlich miteinander umgegangen..........Es war bei allem Schmerz und aller Enttäuschungen eine doch sehr versöhnliche Trennung.....

Die Trennung von Frida und Benny war das exakte Gegenteil.........Sie kam für einen der beiden Partner wie aus heiterem Himmel.........Sie war extrem unversöhnlich.......Es gab tiefe einseitige Verletzungen.......Der eine der beiden Partner missbrauchte in extremer Weise das Vertrauen des Anderen..........Und nach der Trennung konnte man eine sehr lange Zeit nicht freundschaftlich miteinander umgehen und Benny setzte diese Verletzungen mit diversen Kommentaren nach der Trennung eher noch fort........Es war eine extrem unversöhnliche Trennung......

Man kann also sagen, die beiden Lieder erzählen also eigentlich die Geschichte der jeweils Anderen......ihre Lyrik ist überkreuz

Trotzdem gibt es hier noch einen markanten Unterschied der beiden Lieder.........THE WINNER TAKES IT ALL wurde von Björn, also von einem direkt Beteiligten, geschrieben und von Agnetha, also von einer der direkt Beteiligten, gesungen. Björn machte immer deutlich, dass der Text nicht autobiographisch sei, da es bei ihrer Trennung keinen Sieger gegeban habe. Damit liegt er sicher richtig. Agnetha interpretierte das Lied dann aber als eine der beiden Verlierer dieser Trennung, denn sie empfand das Scheitern ihres Traums einer intakten Familie, die zusammen alt wird, als eine bittere Lebensniederlage und konnte damit dieses Lied in einer unglaublich intensiven Authentizität interpretieren. Dies war auch ein wichtiger Puzzleteil dafür, dass THE WINNER TALES IT ALL heutzutage von vielen als das größte Meisterwerk in der Geschichte ABBA's gesehen wird.......

Bei WHEN ALL IS SAID AND DONE trifft das nicht zu, denn hier wurde der Text eben nicht von einem Beteiligten geschrieben und vor allem deckt dieser versöhnliche Text eben in keiner Weise die tatsächlichen Begebenheiten und Verletzungen der Trennung von Frida und Benny ab.......

Für Frida mag es dann gut gewesen sein, dass sie bei all diesen Verletzungen, denen sie ausgesetzt war, nun einen relativ versöhnlichen Text singen konnte, vielleicht auch als eine Art von therapierender Maßnahme nach all diesen Verletzungen........aber dieser Text bildet eben nun überhaupt nicht die tatsächliche Trennung von Frida und Benny ab...........weswegen ich mir auch immer sehr schwer damit getan habe, dieses Lied als das Trennungslied von Frida und Benny zu sehen......

Rein neutral gesehen verfügt das Lied WHEN ALL IS SAID AND DONE über eine wirklich sehr schöne Lyrik...........aber es ist eben nicht die Lyrik von dem, als was es immer bezeichnet wird........nämlich von der Trennung von Frida und Benny
.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Scotty« (21. März 2019, 13:41)


10

Donnerstag, 21. März 2019, 20:05

Danke Scotty für Deine Sichtweise zu dem Lied!
Sehr interessant zu lesen, auch Dein Vergleich mit "TWTIA"!

Ich muss auch noch dazu sagen, das ich "WHEN ALL IS SAID AND DONE" nie als Trennungslied von Frida und Benny sah. Das hab ich hier immer mal wieder von Usern gelesen, die das aber so sehen.
Auch wenn Agnetha das Lied sang, war für mich immer "ONE OF US" das Trennungslied von Frida und Benny. Ich hab das glaub an anderer Stelle schon mal eingeworfen, aber die meisten hier sehen "WAISAD" als "das" Trennungslied.
Aber diese Interpretation darf jeder sich ausmalen wie er will. Wir haben schön öfter festgestellt, das viele in dem Text eines Liedes etwas anderes liest oder zu erkennen glaubt.

"WAISAD" ist für Frida damals, so glaube Ich, eine Hilfe gewesen, mit der Situation besser umgehen zu können, die sie wie ein LKW überrollt hat. Es ging nicht darum über das Geschehene zu Singen, sondern es als leichter hinzunehmen, als es tatsächlich war.
Wenn Frida damals darüber Singen hätte müssen, über das was wirklich passiert ist, Mann verlässt sie wegen einer anderen Frau, die ein Kind von ihm bekommt, was sie nie mit ihm hatte, sie wäre wohl durchgedreht.
Frida steckte in einer ganz anderen Phase, als irgendein anderer der Drei! Sie hat eine schmerzhafte, quälende Zeit alleine durchlebt! Ihr damaliger neuer Haarschnitt, ist für mich heute noch wie ein Hilfeschrei!
Ich kann es nicht anders beschreiben...
Ta det bara med ro

11

Freitag, 22. März 2019, 01:04

Ja, Nissi.......WAISAD gilt natürlich für die meisten als das Trennungslied von Frida und Benny, weil Frida und Benny das selbst auch so kommuniziert haben.....und es war in der Tat ja auch als ihr Trennungslied ausgelegt.....

Aber im Prinzip ist das eben auch ein bisschen "in die Tasche gelogen" gewesen, denn WAISAD hat nun eben von seiner Lyrik so absolut rein gar nichts mit der tatsächlichen Trennung von Frida und Benny zu tun.......wirklich absolut gar nichts...

Es waren eben Björns Worte, die dann von Frida und Benny so "abgesegnet" wurden.........abver es spiegelte natürlich in keiner Weise die Realität der Trennung von Frida und Benny wider.......

Das von Dir angesprochene ONE OF US hätte rein von seiner Lyrik in der Tat die Trennung von Frida und Benny besser widergespiegelt, aber es wurde niemals als ein Trennungslied von Frida und Benny konzipiert oder angesehen, ganz einfach, weil dieses Lied eben in seiner ganzen Art und Charakteristik durch und durch Agnetha ist. ONE OF US ist ein absolut typisches Agnetha-Lied und Agnetha stand da von Anfang an auch als Leadsängerin für dieses Lied fest und sie hat es auch mitarrangiert und keiner der Vier wäre damals auf die Idee gekommen, es als ein Trennungslied für Frida anzusehen........Auch das Video dazu war komplett auf Agnetha zugeschnitten............aber rein von seiner Lyrik, da gebe ich Dir recht, kam es den Gegebenheiten der Trennung von Frida und Benny sicher näher als WAISAD.

Für Frida selbst war WAISAD damals in der Tat eine Hilfe und, wie ich ja oben geschrieben habe, vielleicht sogar eine Art von therapierender Maßnahme........Für sie war es damals mit Sicherheit das richtige Lied........Aber es als Trennungslied von Frida und Benny zu bezeichnen, war definitiv auch eine Flucht vor der Realität, die doch so völlig anders ausgesehen hat......
.

12

Mittwoch, 27. März 2019, 09:43

Und weiter geht es mit dem nächsten Text!

ONE OF US

They passed me by all of those great romances
You were, I felt, robbing me of my rightful chances
My picture clear everything seemed so easy
And so I dealt you the blow One of us had to go
Now it's different I want you to know

One of us is crying One of us is lying in a lonely bed
Staring at the ceiling wishing she was somewhere else instead
One of us is lonely One of us is only waiting for a call
Sorry for herself feeling stupid, feeling small
Wishing she had never left at all

I saw myself as a concealed attraction
I felt you kept me away from the heat and the action
Just like a child stubborn and misconceiving
That's how I started the show One of us had to go
Now I'm changed and I want you to know

One of us is crying One of us is lying in a lonely bed
Staring at the ceiling wishing she was somewhere else instead
One of us is lonely One of us is only waiting for a call
Sorry for herself feeling stupid, feeling small
Wishing she had never left at all
Never left at all

Staring at the ceiling
Wishing she was somewhere else instead
One of us is lonely
One of us is only
Waiting for a call
Sorry for herself
Feeling stupid, feeling small

Und auf Deutsch:

Sie gingen an mir vorbei, all die tollen Romanzen
Ich hatte das Gefühl, du raubtest mir meine rechtmäßigen Chancen
Mein Bild wurde klarer, alles schien so einfach
Und da versetzte ich dir den Stoß
Einer von uns musste gehen
Jetzt ist es anders, das will ich dich wissen lassen

Einer von uns weint, Einer von uns liegt alleine in einem Bett
Starrt an die Decke, wünschte sie wäre stattdessen woanders
Einer von uns ist einsam, Einer von uns wartet nur auf einen Anruf
Bemitleidet sich selbst, fühlt sich dumm, fühlt sich klein
Und wünschte, sie wäre niemals fortgegangen

Ich sah mich selbst als versteckte Schönheit
Ich hatte das Gefühl, dass du mich von den aufregenden Dingen des Lebens fernhieltest
Wie ein Kind, bockig und missverstehend
So begann ich das Theater
Einer von uns musste gehen
Jetzt habe ich mich geändert und dies will ich dich wissen lassen

Wie ich schon geschrieben habe, empfinde ich den Text eher als das Trennungslied von Frida und Benny.
Sie wird vor vollendete Tatsachen gestellt, wird einfach so an einem Tag von dem Mann informiert, das er eine andere Frau liebt, die auch noch ein Kind von ihm bekommt.
Sie lässt ihr Leben Revue passieren, ist gekränkt, ist wütend, ist traurig. Sie würde manches anders machen, um ihn zurückzubekommen. Sie liebt ihn und hofft, obwohl sie weiß, das es dafür zu spät ist, das er zurückkommt, wenn sie ihm ihre Fehler gesteht!

Dieses Lied singt Agnetha und dadurch empfinden es viele als Aufarbeitung von Agnetha´s Eheende mit Björn.
Und sie sieht für Außenstehende wieder wie eine Verliererin aus. Ich glaube, das gerade diese Texte es so aussehen liessen in den Medien & bei einigen Fans, das Agnetha die Einsame, Traurige und Verlassene sei.

Genau diese Texte und das Interpretieren der Lieder (die heute die absoluten Klassiker von ABBA sind) haben dazu beigetragen, das Agnetha in der Öffentlichkeit so dargestellt wurde. Was vollkommen falsch war/ist.

Im Video sieht man, wie die Frau (AGNETHA) in eine neue Wohnung zieht und ihr dabei diese Gedanken kommen.
Ich finde, mit wenig Aufwand, gut rübergebracht:

https://youtu.be/IIKAe8Wi0S0

Agnetha konnte sich perfekt in einen Text hineinversetzen. Ihre Gefühle freien Lauf lassen und sich mit der Person im Text vereinen. Das ist Schauspielern!
Das machte den Song dann ja aus. Es ist nicht nur wichtig eine gute Melodie und Text zu haben, sondern auch, wie das Lied gesungen wird. Und jeder Künstler macht und kann das anders. Benny und Björn wussten immer sehr genau, wer welches Lied singen sollte und sie lagen damit richtig.

ONE OF US hätte ganz anders geklungen, wenn es Frida gesungen hätte.
Vielleicht einige Takte langsamer, vielleicht ähnlich wie bei I WONDER.
Das sind aber nur meine Vorstellungen.

Jeder hört in dem Lied etwas anderes. Deshalb auch dieser Thread, um eure Meinungen zu lesen.
Wenn ihr das tun möchtet, würde ich mich wirklich freuen.

Ich lese sehr gerne andere Meinungen und überdenke dann manchmal auch meine Eigene.
Ta det bara med ro

13

Mittwoch, 27. März 2019, 14:17

Jetzt musst Du schon wieder mit mir vorlieb nehmen, Nissi, wenn ich Dir hier nun antworte....... :thumbsup:

Sehr schade, dass bei diesem so richtig spannenden Thread sich bisher nur wenige beteiligt haben......

Du hast in Deiner Analyse des Songs schon so einiges geschrieben, was sehr zutreffend ist......

Vor allem die Tatsache, dass es in der Tat so ist, dass die Rollen, die Agnetha und Frida in vielen ihrer Lieder vekörpert haben, diametral gegensätzlich zu ihren realen Persönlichkeiten war.

Da war Agnetha, die in vielen ihrer Lieder von tragischer Liebe gesungen hat, von Liedern, in der sie die "lonely woman" war, verletzt, einsam, traurig. ONE OF US ist ein Beispel dafür, THE WINNER TAKES IT ALL, oder THE DAY BEFORE YOU CAME usw. ...

Frida dagegen sang oft über die sehr selbstbestimmte Frau, über die selbstbewusste Frau, die ihr Leben unter Kontrolle hat, über die reife und überlegte Frau.....

Die tatsächlichen Persönlichkeiten von Agnetha und Frida waren aber auch hier diametral anders......Sie waren genau umgekehrt....

Agnetha war immer die sehr selbstbestimmte Frau, die ihr Leben und ihre Karriere immer sehr stark unter Kontrolle hatte, obwohl sie eine Frau ist, die sehr intuitiv ist. Sie ist eine unglaublich starke Frau, die sich nie davor gescheut hat, auch unangenehme Entscheidunge zu treffen, wenn sie es für notwendig hielt. Sie hat sich von Björn getrennt, als es nicht mehr anders ging, sie hat ihre Kinder ganz alleine aufgezogen, sie hat sich gegen die Presse gewehrt, als sie es für nötig hielt, sie hat künstlerisch immer darauf geachtet, dass sie die Kontrolle über ihre Aktivitäten behielt.

Frida dagegen war sehr anhänglich. Sie hat sich künstlerisch zunächst sehr auf Benny eingelassen und hat sich auch auf ihn verlassen. Als Benny dann nicht mehr für sie da war, umgab sie eine gewisse Unsicherheit, die nachvollziehbar war. Sie hat sehr unter ihren Schicksalsschlägen gelitten, sie war auch sehr fixiert auf den Zuspruch der Menschen......und aus all diesen Dingen ergab sich auch ein fehlendes Selbstbewusststein, was sie mehr als einmal auch so öffentlich kommuniziert hat, was aber viele so gar nicht wahrhaben wollten....

Aber es war nicht nur das blose Singen der Lieder, die zu diesen Klischees geführt haben, sondern es war vor allem die Tatsache, dass die Presse sehr gern auf diese Klischees eingestiegen ist, die die Rollen in ihren Liedern hergaben, weil sich die "lonely woman", über die man die absurdesten Geschichten erfinden konnte, mit Agnetha einfach viel besser verkaufen liess......Und das ist in gewisser Hinsicht auch tragisch und erforderte eines ganz starken Charakters, um nicht daran zu zerbrecchen. Und den hatte Agnetha....

Agnetha hat auch viele andere Frauen in den ABBA-Liedern verkörpert......etwa die eifersüchtige Frau bei LAY ALL YOUR LIVE ON ME.......aber das passte eben nicht in das Klischee, dass man um sie herum gebaut hat........

Aber wieder zurück zu ONE OF US......jenes Lied, dass Du hier nun thematisiert hast......

Wie ich in einem Vorgänger-Posting ja schon einmal geschrieben habe, passt ONE OF US zwar auf den ersten Blick besser zu Fridas/Bennys Trennung als WHE ALL IS SAID AND DONE......aber das auch nur, weil bei WAISAD eben gar nichts deckungsgleich mit den tatsächlichen Gegebenheiten war..........aber als Trennungslied für Frida/Benny habe ich es niemals verstanden.......und war es auch nie konzipiert.....

Bei ONE OF US war es schon ganz schnell klar, dass es die erste Single des Visitors-Album werden solle......Da waren sich alle einig......Es war auch von Beginn an klar, dass Agnetha das Lied singen würde, weil es von seiner ganzen Art durch und durch Agnetha war.....Ein eher tragisches Liebeslied, dass in seinem Arrangement auch klar erkennbar Agnetha's Handschrift trägt.......Ohne Agnetha hätte das Lied ganz deutlich musicalhafter geklungen, ohne Agnetha wäre sein Arrangement deutlich getragener und langsamer gewesen, was man an ersten Demos auch hören würde, wenn ABBA das Gleiche wie die Beatles machen würden und solche Dinge veröffentlichen würden.

Doch wieder zurück zum Text, um den es hier geht...

Björn hat den Text erst dann geschrieben, als es längst völlig klar war, dass Agnetha das Lied singen würde........Diese Entscheidungen haben ja ohnehin nicht nur Björn und Benny, sondern sehr wohl auch Agnetha und Frida mitentschieden........Schon aus diesem Grunde war der Text von Björn auch niemals als Trennungslied für Frida/Benny konzipiert..........Es gab in der Historie von ABBA ja einige wenige Fälle, wo Björn Texte für Frida geschrieben hat, mit denen er eigentlich Agnetha gemeint hat, um seine eigene Rolle in diesen Songs zu verklausulieren......Umgekehrt aber war das niemals der Fall........Agnetha hat niemals Songs gesungen, mit denen Björn eigentlich Frida gemeint hat......

Und wenn wir den Text analysieren, dann passt er auch nicht wirklich auf Frida's/Benny's Trennung......

Denn dieser Text handelt über eine Frau, die glaubt, neben ihrem Mann das Leben zu verpassen.........

They passed me by, all of those great romances
You were, I felt, robbing me of my rightful chances


Eine Frau, die sich entschliesst, ihren Mann zu verlassen und nicht umgekehrt.......

And so I dealt you the blow
One of us had to go


Eine Frau, die im Nachhinein ihrer eigenen Selbstsucht die Schuld dafür gibt, dass es zur Trennung kam und dies bereut.....

I saw myself as a concealed attraction
I felt you kept me away from the heat and the action
Just like a child, stubborn and misconceiving
That's how I started the show
One of us had to go
Now I've changed and I want you to know


Eine Frau, die dies dann aber alles bereut, und die die Zeit wieder gerne zurückdrehen möchte............

Now it's different, I want you to know
One of us is crying
One of us is lying
In her lonely bed
Staring at the ceiling
Wishing she was somewhere else instead
One of us is lonely
One of us is only
Waiting for a call
Sorry for herself, feeling stupid feeling small
Wishing she had never left at all
Never left at all


Auch das dazu gedrehte Video zeigt zunächst diese Symbolik.........Es beginnt damit, dass diese Frau gedankenverloren aus dem Fenster starrt und dem Geschehenen nachtrauert.........und es zeigt vor allem auch, dass es DIE FRAU ist, die den Mann verlassen hat, indem sie in eine neue Wohnung einzieht und sie einrichtet.......und nicht umgekehrt

Aber jetzt wird es interessant............Denn das Video geht dann noch über den Liedtext hinaus, denn es zeigt auch, dass diese Frau ihr neues Leben wieder in die Hand nimmt, ihre Wohnung einrichtet, die Wände neu steicht, ihr neues Leben annimmt......

Als ich einmal nachfragte, warum dies damals so geschehen ist, erhielt ich die Antwort, dass es ursprünglich so nicht geplant war und sich diese Symbolik im Laufe der Planungen für dieses Video ergeben hätte.........Man kann also davon ausgehen, dass diese Symbolik diese Videos eine gewisse Fortsetzung der Symbolik des reinen Liedtextets ist.....beides entstand ja nicht zeitgleich, sondern der Text entstand deutlich früher als die Konzeption des Videos.........es geht unter Anderem auf Ideen von Agnetha und Lasse Hallström zurück........was diese thematische Fortsetzuing des Videos gegenüber dem reinen Liedtext auch klar plausibel macht......

ONE OF US ist ein Trennungslied, das mit zu den stärksten und besten gehört, was ABBA jemals geschrieben, getextet, arrangiert und gesungen haben...........Es ist ein Lied voller Irrungen und Wirrungen, die eine solche Trennung mit sich bringen kann.......von einer Frau, der ihr bisheriges Leben nicht genug ist und die dann merkt, was sie mit der Trennung verloren hat........die dann aber aufsteht und ihr neues Leben annimmt.........Ein Meisterwerk......

Aber es ist aus diesem Kontext nicht das Trennungslied von Frida und Benny, denn die Thematik steht dem deutlich entgegen........Und es war nie als ein soches konzipiert, weder von Björn, der es getextet hat, noch von Agnetha, die es ansonsten nicht so gesungen hätte....

Das ist die Sichtweis auf dieses Lied, wie sie sich aus meiner Sicht und meinem Wissen darstellt.......... ;)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Scotty« (27. März 2019, 14:25)


14

Donnerstag, 28. März 2019, 08:02

Wenigstens Einer als Keiner :D

Freut mich Deine Zeilen zu lesen und Deine Sichtweise. :thumbup:

Ich dachte, das Interesse wäre größer, aber anscheinend nicht...;(

Ich hab jetzt zwar mit den mehr persönlichen Texten begonnen, aber es gibt ja so viele "neutrale"!

Es ist ja auch nur so eine Idee gewesen um bald durch das Sommerloch :thumbsup: zu kommen und die Zeit bis es SOWEIT ist zu überbrücken.
Ich hätte es interessant gefunden, zu lesen, was der Eine oder Andere im Text so liest und ihn interpretiert.
Wie schon geschrieben, da hat ja jeder so seine Meinung.

Ich hab schon den nächsten Text in den Startlöchern und hoffe, das doch noch mehr sich beteiligen.

Eher, als vielleicht in Uraltthreads, die mich heut morgen kurz erschreckt haben ?( :huh:
Ta det bara med ro

15

Donnerstag, 28. März 2019, 13:16

Wenigstens Einer als Keiner

Freut mich Deine Zeilen zu lesen und Deine Sichtweise.

Ich dachte, das Interesse wäre größer, aber anscheinend nicht...

Ich hab jetzt zwar mit den mehr persönlichen Texten begonnen, aber es gibt ja so viele "neutrale"!

Es ist ja auch nur so eine Idee gewesen um bald durch das Sommerloch zu kommen und die Zeit bis es SOWEIT ist zu überbrücken.
Ich hätte es interessant gefunden, zu lesen, was der Eine oder Andere im Text so liest und ihn interpretiert.
Wie schon geschrieben, da hat ja jeder so seine Meinung.

Ich hab schon den nächsten Text in den Startlöchern und hoffe, das doch noch mehr sich beteiligen.

Eher, als vielleicht in Uraltthreads, die mich heut morgen kurz erschreckt haben

Hi Nissi......

mal ganz allgemein meine Meinung dazu.....

Ich finde diesen Thread und seine Thematik hochinteressant und rein inhaltlich einen der ergiebigsten der letzten Monate, was ABBA betrifft.....

Er ist viel mehr als "ein Sommerloch füllen" und ich sehe ihn als einen Thread, der einach in ein solches Fanforum gehört, weil er einen sehr interessanten Aspekt der ABBA-Lieder abbildet.....

Ich finde diesen Thread sehr substantiell und von solchen Threads lebt letztendlich auch ein Fanforum....

Es mag ab und zu vielleicht mal ganz interessant sein, was jeder für "ABBA's Lied der Woche" oder "Agnetha's Lied der Woche" oder "Benny's Lied der Woche" oder Frida's Lied der Woche" hält, aber oft sind diese Einträge ja nicht mit persönlichen Anmerkungen versehen und so entsteht dabei auch keinerlei interessante Diskussion und diese Threads haben dann zwar sehr viel Einträge, aber man kann so gut wie nichts in ihnen lesen......

Auch finde ich solche Threads, wo unendlich über "nichtveröffentlichte, neue Songs" diskutiert wird und immer wieder neue Spekulationen ausgetauscht werden, die im Endeffkt meistens doch nicht zutreffend sind und inzwischen fast 800 Einträge haben, jetzt auch nicht so wirklich prickelnd........Natürlich gehört so etwas auch zwingend in ein Fanforum und auch die Diskussionen gehören dazu.............aber manchmal würde ich mir wünschen, dass weniger über Songs geschrieben wird, die schon seit fast 2 Jahren existieren und aus kommerziell motivierten Gründen bisher einfach nicht veröffentlicht wurden, und mehr über Songs, die es sehr wohl gibt und über die man auch substantiell schreiben kann.....

Das mal nur so ein bisschen meine Sicht der Dinge.....

Die Lyrik von Musik ist oft ein sehr anspruchsvolles Thema, auch wenn die Lyrik von Liedern nicht immer generell anspruchsvoll ist.......daher denke ich, dass auch in diesem Thread noch einige mitmachen werden.....

Lass Dich aber keinesfalls entmutigen, diesen Thread weiterzuführen, denn er ist zeitlos und er ist interessant......und sicher viel mehr als ein Sommerloch zu füllen.......

Jetzt aber nochmal zu ONE OF US.....

Du hast ja geschrieben, dass Du ihn früher als Trennungssong von Frida und Benny verstanden hast......

Das war er zumindest für ABBA nicht........unter Anderem, weil es eben DIE FRAU ist, die den Mann verlässt.........und weil es nie so konzipiert war........nicht von Björn, dem Lyriker.......und Agnetha hätte dann das Lied auch nicht so gesungen.....

aber.....und das gehört auch zur Wahrheit.....

ONE OF US wäre jedenfalls zumindest teilweise passender gewesen als WAISAD, denn in ONE OF US geht es um eine traurige Frau, die bereut.........und das wäre zumindest ehrlicher gewesen, als die......sorry......"Friede-Freude-Eierkuchen"-Thematik von WAISAD, ..........Wohlgemerkt, der Text von WAISAD ist auch sehr gut........aber er ist natürlich nicht ehrlich, wenn es um Benny's Trennung von Frida geht......

Wie Du geschrieben hast, gibt es auch viele "neutrale" Texte von ABBA........und auch da sind viele Spannende dabei........also gerne her damit, wenn Du schon wieder einen in den Startlöchern hast....

16

Mittwoch, 3. April 2019, 22:02

Hallo Nissi,

ich finde diesen Thread wirklich sehr interessant, vielen Dank dafür! :thumbsup:

Wie andere es sehen, weiß ich nicht - ich habe vermutlich vor allem deshalb nichts hier reingeschrieben, weil ich einfach deutlich weniger über Agnetha, Frida, Björn und Benny weiß als Du und Scotty und viele andere hier. Da habe ich das Gefühl, nichts beitragen zu können, lese jedoch gerne im Stillen mit.

Mich spricht ja auch gerade wegen der ganz unterschiedlichen erzählten Trennungsgeschichte WHEN ALL IS SAID AND DONE mehr an als THE WINNER TAKES IT ALL. Dass es die Realität nicht trifft bzw. sogar entgegengesetzt zur Realität ist, ist mir beim Hören zweitrangig (nicht zuletzt wahrscheinlich auch deshalb, weil ich die Lieder schon lange kannte, bevor ich mich näher mit biographischen Hintergründen beschäftigt habe).
ONE OF US habe ich bis jetzt noch nicht als Trennungslied gesehen...interessant :)
A simple four-letter-word: A-B-B-A

17

Donnerstag, 4. April 2019, 21:51

Hallo Nissi,

ich habe Deinen Thread schon vor einiger Zeit gelesen und finde es wirklich toll, wie Du versuchst Dich in die Text von ABBA herein zu versetzten. Ich habe mir jetzt mehrmals den Songtext von WHEN ALL IS SAID AND DONE und ONE OF US angeschaut und bin auch der Meinung, dass ONE OF US eher die Trennung von Anni-Frid und Benny beschreibt. Mich hat es damals sehr überrascht, dass auch Anni-Frid und Benny sich nach so kurzer Zeit der Hochzeit getrennt hatten. Für mich haben Frida & Benny so toll zusammen gepasst. Ich habe erst im Buch Licht und Schatten erfahren, welche Hintergründe dazu geführt haben und finde sie echt hart und kann es auch bis heute nicht nachvollziehen. Wie Du schon beschrieben hast muss dieses Erlebnis ein großer Schock gewesen sein, weil es für Frida überraschend war. (Monas Ähnlichkeit mit Anni-Frid ist verblüffend). Dies ist mein Eindruck wie es auf mich gewirkt hat, natürlich kenne ich die wirklichen Details nicht.

Für mich war es damals sehr enttäuschend und auch traurig die Trennung beider Paare mitzuerleben, ich war sogar richtig beleidigt und habe die Zeit nach 1985 kaum noch mit der Gruppe ABBA beschäftigt, erst Mitte der 90er kam die Abbamania zurück. Meine These ist sogar, wenn die Gruppe nicht so unter Erfolgsdruck gewesen wäre, könnte ich mir durchaus vorstellen, hätte es nie eine Trennung der Ehepaare gegeben.


Heute nehme ich mal das Lied "WHEN ALL IS SAID AND DONE" unter die Lupe!

Auch ein spezielles Lied, gesungen von Frida, in einer Zeit, als das Leben zwischen Benny und Frida sich plötzlich, gefühlt aus dem nichts, veränderte.
Es war aber wohl eher auch ein schleichender Prozess, der sich mit den Jahren in ihrer Beziehung so entwickelte, das sie es nicht mehr verhindern konnten, oder wollten.
Obwohl ich in dieser Beziehung schon denke, das Frida der Verlierer war. Ich glaube nicht, das sie eine Trennung von Benny wollte.
Sie wurde vor vollendeten Tatsachen gestellt, die sie so hinnehmen musste und nichts dagegen tun konnte.
Sie hatte Benny verloren, auf eine, für mich, schäbigste Art... Benny präsentiert ihr einfach eine neue Freundin und geht.
So empfinde ich es. Es wird sich schon lange davor eine Veränderung entwickelt haben, aber keiner der Beiden hat es gesehen oder zu verhindern gewusst. Vielleicht wollten sie sich auch nicht damit auseinandersetzen. Es waren nur sie Zwei, keine gemeinsamen Kinder, eine Liebe mitten im Karriere Höhepunkt.
Ein Leben auf der Überholspur (vielleicht kann man es so nennen).
Frida vielleicht zu anhänglich, sich voll auf Benny verlassend...
Benny ein Vollmusiker, der den ganzen Tag am Klavier sitzen könnte und sich von Frida vielleicht zeitweise auch eingeengt fühlte...

(sind meine Empfindungen, wenn ich an die Zwei denke)

Wie es wirklich so zwischen ihnen war und warum sie sich trennten, wissen nur die Beiden.
Manche Liebende sind nur für eine gewisse Zeit füreinander geschaffen und diese Zeit war glücklich und voller Liebe.
Nicht für alle Paare reicht es für ein ganzes Leben.
Obwohl ich das sehr schade fand bei Frida und Benny, genauso wie bei Agnetha und Björn.

Laut "Licht & Schatten" haben auch Frida und Benny einen Eheberater aufgesucht, schon vor Mona. Das habe ich erst aus dem Buch erfahren.
Noch kurz bevor Benny sich in Mona verliebte, kauften er und Frida sich sogar noch ein gemeinsames Wochenendhaus.
Also, wäre keine Mona gewesen, wäre es noch gemeinsam weitergegangen... zumindest wohl eine Zeitlang!
Vermutlich hätten sie sich dann später irgendwann getrennt...
Wenn ich jetzt die Zeilen in dem Buch "Licht & Schatten" lese über ihre Trennung und wie es ihnen ging, wird es mir ganz schwer ums Herz (siehe ab Seite 506).

Hier jetzt mal der Text von "WHEN ALL IS SAID AND DONE":

Here's to us one more toast and then we'll pay the bill
Deep inside both of us can feel the autumn chill
Birds of passage, you and me
We fly instinctively
When the summer's over and the dark clouds hide the sun
Neither you nor I'm to blame When All Is Said And Done


In our lives we have walked some strange and lonely treks
Slightly worn but dignified and not too old for sex
We're still striving for the sky
No taste for humble pie
Thanks for all your generous love and thanks for all the fun
Neither you nor I'm to blame When All Is Said And Done


It's so strange when you're down and lying on the floor
How you rise, shake your head, get up and ask for more
Clear-headed and open-eyed
With nothing left to try
Standing calmly at the crossroads, no desire to run
There's no hurry any more When All Is Said And Done


Standing calmly at the crossroads, no desire to run
There's no hurry any more When All Is Said And Done

Und auch auf Deutsch:

Noch ein letztes "Prosit, auf unser Wohl!" und dann werden wir die Rechnung bezahlen
Tief im Inneren spüren wir beide bereits die Kühle des Herbstes
Zugvögel, die wir beide sind
fliegen wir instinktiv los
Wenn der Sommer vorbei ist und die dunklen Wolken die Sonne verdecken
Weder du noch ich bin schuld, wenn alles gesagt und getan ist


In unserem Leben sind wir einige seltsame und einsame Pfade gegangen
Leicht abgenutzt, aber würdevoll und nicht zu alt für Sex
Streben wir immer noch nach dem Himmel
Kein Gedanke daran, klein beizugeben
Ich danke dir für deine großzügige Liebe und danke für all den Spaß
Weder du noch ich bin schuld, wenn alles gesagt und getan ist


Es ist so seltsam, wenn man niedergeschlagen ist und auf dem Boden liegt
Wie man sich dann wieder aufrappelt, den Kopf schüttelt und es aufs Neue versucht
Klar im Kopf und mit offenen Augen
nichts unversucht gelassen
Steht man ruhig am Scheideweg, ohne Drang zu rennen
Es gibt keine Eile mehr, wenn alles gesagt und getan ist


Steht man ruhig am Scheideweg, ohne Drang zu rennen
Es gibt keine Eile mehr, wenn alles gesagt und getan ist


Ein trauriger und doch auch lockerer Text, der einem aber hilft, mit der Situation und Veränderung fertig zu werden.
Es löst zwar nicht die Probleme, kann aber wohl helfen, etwas besser mit dem Ganzen umzugehen. So schwer die Zeit auch ist.

Ich fand es von Björn wieder mal einen sehr gelungener Text.
Er fragte ja Frida, weil ihm ja auffiel, wieviel er da über dieses Ende von Frida und Benny so treffend schrieb.
Seine Bedenken waren unbegründet, ob Frida dies Singen konnte und wollte. Für Frida bot es eine Möglichkeit, über die ganze Trauer und den Schatten, der über ihr hereinbrach, besser umzugehen.

Ich bin gespannt, wie ihr den Text und das Lied empfindet und hoffe, das ihr fleissig dies hier mitteilt.
Ich habe mein Gefühl, wenn ich an diese Zeit und an Frida und Benny denke, hier aufgeschrieben.
In Kurzform, aber beim Schreiben, ist mir immer noch schwer ums Herz.
Ich mochte das Paar "FRIDA & BENNY". Sie passten für mich so gut zusammen.



Zunächst mal........Alles das, was Du in Deinem ersten Absatz geschrieben hast, sehe ich auch so, Nissi.........Die Geschichte der Menschheit hat uns gezeigt, dass die Liebe von 2 Liebenden oft sehr ungleich sein kann, sowohl was Art als auch was Intensität betrifft, und ich glaube, Frida und Benny waren ein Paradebeispiel dafür.........Ich denke, die Liebe von Frida gegenüber Benny war immer absoluter und ausgeprägter als die Liebe von Benny zu Frida. Wir waren zwar alle nicht dabei, aber es gibt Aussagen während ihrer Partnerschaft und Aussagen danach, es gibt Verhaltensweisen während ihrer Partnerschaft und vor allem auch Verhaltensweisen danach, die diesen Schluss als sehr plausibel erscheinen lassen. Frida war wohl diejenige bei ABBA, die die Liebe zu ihrem Partner an die wenigsten Bedingungen geknüpft hat, sie war sehr absolut, und Frida war leider dann auch die Einzige bei ABBA, die von ihrem Partner recht schmählich betrogen wurde. Du hast das Wort "schäbig" benutzt, was ein sehr hartes Wort ist, aber es ist wohl auch ein sehr zutreffendes Wort, denn Frida bekam ja nicht nur eine neue Frau an Benny's Seite präsentiert, nein, sie bekam ja auch das präsentiert, was sie nie mit Benny hatte, nämlich ein Kind von Benny's neuer Partnerin. Ich denke, es gibt NICHTS, was eine liebende Frau mehr verletzen kann.

@Scotty besser kann es nicht ausgedrückt werden.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »ABBAforever« (4. April 2019, 22:17)


18

Montag, 8. April 2019, 14:45

Danke für eure Feedback, ABBAforever & Leonie. :)
Freut mich sehr, das auch ihr diesen Thread lest und er euch gefällt ^^
Es macht einfach mehr Spass, wenn man dann auch andere Meinungen zu lesen bekommt und ich lese andere Sichtweisen sehr gerne. :thumbup:
Die manchmal auch meine eigene Sichtweise (die sich ja schon seit 1974 entwickelt hat) verändert!

Ich habe in den 70igern und 80igern mich kaum mit den Texten beschäftigt. Dafür heute um so mehr. :)

Es liest ja jeder etwas anderes in den Texten, interpretiert sie anders, in verschiedene Richtungen. Das finde ich spannend!

Ich glaube, das macht einen guten Texter aus, der so schreiben kann, das er für viele was anderes bedeutet!
Da muss ich wirklich sagen: HUT AB VOR BJÖRNs Genialität!!!
Er konnte Texte schreiben, wie kein anderer! :thumbup:

Ich werde bald einen neuen Text posten und hoffe auch weiterhin auf Feedback!
Wir sind doch mehr als 3/4/5 Usern, die hier im Forum mitlesen.
Kommt und macht mit :thumbsup:
Ist doch langweilig, wenn sich in Threads nur noch 2 miteinander Unterhalten und der Rest geht unter...

LG von Nissi
Ta det bara med ro

19

Montag, 8. April 2019, 15:21

Danke Nissi für Deine Antwort!

20

Montag, 8. April 2019, 17:18

Wie andere es sehen, weiß ich nicht - ich habe vermutlich vor allem deshalb nichts hier reingeschrieben, weil ich einfach deutlich weniger über Agnetha, Frida, Björn und Benny weiß als Du und Scotty und viele andere hier. Da habe ich das Gefühl, nichts beitragen zu können, lese jedoch gerne im Stillen mit.

Hi Leonie......

Schön, dass Du hier auch reingeschrieben hast.......

Es ist doch ganz egal, ob man viel oder wenig weiss über Agnetha, Björn, Benny und Frida.......Darauf kommt es wirklich nicht an......

Interessant sind doch auch eigene Gedanken, eigene Erfahrungen und eigene Gefühle, die man gegenüber Liedern und seinen Texten hat.........

Deswegen bin ich sicher, dass Du etwas dazu beitragen kannst......und ich würde das auch mit Interesse lesen...... :)

Also, mach gerne hier aktiv mit.......aber wenn Du nur lesen möchtest, ist das natürlich auch völlig ok so...... ;)
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Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Scotty« (8. April 2019, 17:45)