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Dienstag, 8. Oktober 2019, 03:39

ABBA und ROXETTE....Die extreme Erfolgs-Diskrepanz diesseits und jenseits des Atlantiks

USA
ABBA 1 ROXETTE 4

GROSSBRITANNIEN
ABBA 9 ROXETTE 0

DEUTSCHLAND
ABBA 9 ROXETTE 2


Das sind die Ergebnisse der Nummer-1-Hits der wohl berühmtesten 2 Bands, die jemals aus Schweden kamen.....

Hier fällt sofort die unglaubliche Diskrepanz der chartmäßigen Wertschätzungen für beide Bands diesseits und jenseits des Atlantiks auf.....

Während ROXETTE in Großbritannien gegenüber ABBA völlig chancenlos blieb und nicht einen einzigen Nummer-1-Hits schaffte, während es ABBA auf immerhin 9 Nummer-1-Hits schaffte..........und während es in Deutschland nicht viel anders aussieht bei 2 Roxette-Nummer 1-Hits gegen ebenfalls 9 Nummer-1-Hits von ABBA............

....sieht es in den USA vollkommen anders aus..........Währed es ABBA hier nur auf einen einzigen Nummer-1-Hits schaffte, eroberte ROXETTE hier immerhin 4 Mal die Nummer 1 in den Staaten.......

Bei der Frage, an was dieses Phänomen liegt, wird oft die fehlende Präsenz von ABBA in den Vereinigten Staaten aufgeführt, aber ich persönlich glaube, dass das nicht der Huptgrund für diese Diskrepanz ist, sondern allenfalls ein kleines Puzzleteil dazu......

Hier muss man auch sehen, dass ABBA in Australien schon großen Erfolg hatte, BEVOR sie ihre Australien-Tour hatten......und dass sie auch in Lateinamerika großen Erfolg hatten, ohne da jemals präsent gewesen zu sein

Andererseits war ROXETTE in Großbritannien mindestens ebenso präsent wie in den USA, eher noch präsenter, hatte da aber nicht annähernd den gleichen Erfolg wie in den USA

Fakt ist jedenfalls, dass man ABBA vor allem als eine "europäische Band" bezeichnen kann mit großer Beliebtheit eben auch in Lateinamerika und Australien, während ROXETTE als schwedische Band, was den Erfolg betrifft, eindeutig eher als "amerikanische Band" bezeichnet werden kann....

An was liegt das ???.........Am Stil der Musik ?......An den Personen ?........An dem jeweiligen damaligen Zeitgeist ?...

Es gibt viele Möglichkeiten und Gründe dafür.........und ich würde mich mal interessieren, wo ihr hier die Hauptgründe für diese außergewöhnliche Diskrepanz in dem Erfolg dieser beiden musikalischen "Giganten" aus Schweden seht....

Ich selbst habe da meine klare Meinung dazu, möchte die aber hier jetzt nicht im Detail äußern, um die Unvoreingenommenheit für weitere Meinungen von Euch zu wahren....

Bin mal gespannt, obs da Meinungen von Euch zu dieser für mich außergewöhnlichen Statistik gibt.......

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Dienstag, 8. Oktober 2019, 08:10

Ich liebe auch Roxette sehr. Aber ich denke, dass sie in den USA "amerikanischer" rüberkommen. Eventuell könnte das erstmal an der Art der Musik liegen, aber auch an der "Aufmachung". Roxette wirkte insgesamt rockiger (musiktechnisch gesehen) und auch die Outfits waren amerikanischer. ABBA war ja berühmt für ihre Kostüme, während Roxette eher grundsätzlich mit Lederhose- und Jacke oder in zerfetzten Jeans aufgetreten sind. Dann darf man natürlich auch "Pretty woman" nicht vergessen. Schon allein wegen "It must have been love" hatten sie ein großes Plus. Wenn ich nicht so ein großer Verehrer von Roxette wäre, würde ich ja sagen, dass die Amis einfach keinen Geschmack haben. Aber das wäre dann wohl doch unfair. Ganz einmal davon abgesehen, dass Frida und Marie ein herrliches Duo waren.

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Dienstag, 8. Oktober 2019, 09:28

Aus meiner Sicht hat es auch mit ihrem Sound zu tun, der zumindest zu Beginn ihrer Karriere eher als Pop/Rock zu bezeichnen war.
THE LOOK, aus ihrem 2. Album LOOK SHARP!, schnellte 1989 gleich in mehreren Ländern inklusive USA auf Platz 1. Die Engländer misstrauten diesen Schweden wohl eher. In England waren in jener Zeit wohl eher Produktionen von Stock/Aitken/Watermen oder Disco/Dance Songs angesagt. Da passten auch Roxette's Balladen nicht wirklich rein.

Also ich gehe mit Anderle insofern einig, dass es am rockigeren Sound liegen muss und auch ihrem Leder-Outfit, dass Roxette in den USA besser ankamen. Da waren ABBA einerseits wegen ihres Aussehens, aber aufgrund dem Pop Sound in den 70er den Amis wohl eher suspekt. Die wollten damals ja vorallem Country und Rock hören.

An Roxette's Hit IT MUST HAVE BEEN LOVE alleine kann es aber nicht gelegen haben, da PRETTY WOMAN erst 1990 herauskam und da hatten Roxette ja schon 2 Nummer 1 Hits mit THE LOOK und LISTEN TO YOUR HEART in den USA. Beide ab dem LOOK SHARP Album, welches es in den USA immerhin bis auf Platz 23 schaffte.

Auch ich mag Roxette sehr gerne. Vorallem ihre Balladen wie CRUSH ON YOU, SPENDING MY TIME oder IT MUST HAVE BEEN LOVE und vorallem ihr erstes Album LOOK SHARP finde ich sensationell.
Ich würde vielleicht nicht gerade sagen, dass die Amis was Roxette betrifft keinen Geschmack haben, schliesslich waren Roxette mal ausgenommen UK überall fast genauso genauso erfolgreich wie in den USA.

Vielmehr haben die USA einfach versagt, was ABBA betrifft!!! Ihre Wertschätzung kommt erst 30/40 Jahre später, indem sie einer CHER nachjaulen und die MM Filme mit ihren Schauspielern reinziehen....
Gruss Charly

*** ABBA Forever ***

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »chabba« (8. Oktober 2019, 09:41)


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Dienstag, 8. Oktober 2019, 20:12

@Scotty, du hast hier ein für mich absolut interessantes uns spannendes Thema eröffnet. :thumbup:

Ich war nie ein großer Fan von Roxette, kenne aber die oft gespielten Hits, wobei mir darunter auch der ein- oder andere Song recht gut gefällt.

Auf deine Frage zur außergewöhnlichen Diskrepanz in dem Erfolg dieser beiden musikalischen "Giganten" aus Schweden, habe ich persönlich leider keine Erklärung.

Manchmal kann es auch einfach daran liegen zum "optimalen" Zeitpunkt den "richtigen" Song zu veröffentlichen. Ob dies bei Roxette bzgl.. USA so war kann ich nicht beurteilen.

Laut Wikipedia wird der internationale Durchbruch von Roxette folgendermaßen begründet:

Zitat von »Wikipedia«

International bekannt wurde das Duo im Frühjahr 1989, nachdem der US-amerikanische Student Dean Cushman ein Exemplar des Albums Look Sharp, das er während eines Schwedenurlaubs gekauft hatte, an eine US-Radiostation weitergegeben hatte. Diese spielte das Lied The Look in Heavy Rotation, und so wurde der Song innerhalb weniger Wochen ein Nummer-eins-Hit der Billboard Charts – ohne Öffentlichkeitsarbeit seitens Roxette.

Auf weitere Details und Meinungen bin ich sehr gespannt....

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Mittwoch, 9. Oktober 2019, 00:24

Also, in einem Buch von Christiane F. steht, dass sie dafür verantwortlich war, dass 99 Luftballons so erfolgreich war in den USA. Sie war dort für Interviews wegen des Films und ein DJ/Radiomoderator fragte sie nach ihren Lieblingsliedern und sie ließ 99 Luftballons spielen ....

Ähnlich liest sich die Geschichte bei Roxette auf Wikipedia: Ein Austauschstudent, der nach USA zurückkam, verlangte das Lied im Radio und es wurde dann schnell beliebt.

Ich denke, es gehört einfach auch Glück dazu und in diesem Sinn hatte ABBA Pech oder möglicherweise war die Welt damals einfach nicht so vernetzt.

Aber und das glaube ich auch, die Musik von ABBA ist sehr europäisch. Schlager, Pop als die Haupteinflüsse. Und das war den USA möglicherweise damals fremd. Rock und Country waren möglicherweise die angesagten Trends in den 70ern.

Aber in den 90ern? Auch Ace of Bace waren recht erfolgreich in den USA zur gleichen Zeit. Ist das ein Zufall?

Nur so ein paar Gedanken ...

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Mittwoch, 9. Oktober 2019, 08:30

Interessantes Thema!
Ich habe ROXETTE mit Joyride entdeckt und mir
gefallen einige Songs der Beiden!
PRETTY WOMAN mit der ganzen Musik ist für mich ein
MUSS zu sehen, wenn er im TV kommt :thumbsup:

Warum Roxette erfolgreicher in den USA waren als ABBA ist
schwer zu sagen!
Ich glaube, die 70iger waren überhaupt ein schwieriges Jahrzehnt für Künstler aus Schweden. Nicht nur in den USA!
Schweden? Die können Popmusik? Nie gehört ;)

Wie weit die USA Singles und Alben kaufen, oder ob sie sich nur im Radio inspirieren lassen, kann ich nicht sagen.
Als ich schon ein paar Mal in USA war, bemerkte ich, das es eine Masse an Radiosender gibt. Für jeden etwas, jeder Musikstil und eine Menge Country und Rock!
In Los Angeles war ich auch in einem Mega Record Store, da gab es alles an Alben und CDs was man sich vorstellen konnten.
Aber gross ausgekannt mit europäischer Musik, nach meinen Fragen, hatten sie nicht!
Country und Rock ist aber dort Mega angesagt und ich habe dort für mich u.a. Lady Antebellum und Miranda Lambert entdeckt :thumbsup:
Klasse Musik!

ABBA und auch ROXETTE haben immer ihrem Heimatland den Vortritt gelassen. ROXETTE hat sich auch gewehrt, ein Album in USA zu produzieren. Björn und Benny haben einige Songs dort angefangen zu schreiben und doch in Schweden fertig gestellt.
Sie wollten Fuss fassen in USA und dachten wohl, dazu benötigt man auch die Equiqment dort.
Den Einfluss hört man schon im Album VOULEZ VOUS!

Ihre Tour 1979 war sehr erfolgreich & sie hatten ihren Erfolg! Heute noch mehr, als Ende der 70iger!
ROXETTE hatte nach der initiative des Fans und dem Film PRETTY WOMAN genau den richtigen Zeitpunkt getroffen. Der Erfolg hielt aber wohl auch nicht lange an.
Ich denke auch, das ABBA heute in den USA grösser und erfolgreicher sind als ROXETTE oder auch ACE OF BASE!

Die 70iger waren bei weitem auch nicht so gut vernetzt wie ein/zwei Jahrzehnte später! Dem Internet sei Dank.
Aber ABBA ebnete anderen Künstlern aus Schweden den internationalen Weg!

In den 70igern waren in USA andere Künstler mehr angesagt und ABBAs Popmusik war nicht ganz das, was dort INN war!
Als ROXETTE kam hat sich das etwas gewandelt, war aber trotzdem noch schwer. Sie waren vielleicht in USA in den 90igern erfolgreicher, aber es war auch für sie schwere Arbeit Schweden und USA zu vereinen.
Als dann Marie Anfang der 2000er erkrankte, hatten sie andere Prioritäten!
Muss man immer über den eigenen Kontinent hinaus erfolgreich sein und werden?
Sie haben es versucht, weil es einfach wohl dazugehört: erst das eigene Land, dann Grossbritannien, dann Europa und dann die restliche Welt...
Da stellt sich mir die Frage, während ich das hier schreibe, welchen Einfluss evtl die BEATLES dabei hatten? Waren die USA nach den BEATLES noch nicht bereit für eine neue, grandiose Band aus Europa und ABBA hatten es dadurch noch schwerer?

Nur so meine Gedanken zu diesem Thread!
Eine schöne Abwechslung und interessante Sichtweisen von euch! LG
Ta det bara med ro

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Mittwoch, 9. Oktober 2019, 09:45

Nissi, ich denke, das hast du sehr gut beschrieben. Mein Eindruck ist, das Liveauftritte in Amerika eine grössere Relevanz haben als in Europa. Die ersten beiden Welttourneen von Roxette haben sicherlich auch zum Erfolg von Roxette in den USA beigetragen. Für mich sind Roxette eher eine Liveband als Abba.

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Mittwoch, 9. Oktober 2019, 19:20

Mein Eindruck ist, das Liveauftritte in Amerika eine grössere Relevanz haben als in Europa. Die ersten beiden Welttourneen von Roxette haben sicherlich auch zum Erfolg von Roxette in den USA beigetragen.


Ein meiner Ansicht nach wesentlicher Punkt, der zum Erfolg von Roxette in den USA beigetragen hat.

9

Mittwoch, 9. Oktober 2019, 19:28

Ich selbst habe da meine klare Meinung dazu, möchte die aber hier jetzt nicht im Detail äußern...
Jetzt kannst du uns deine Meinung aber mitteilen....

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Donnerstag, 10. Oktober 2019, 02:47

Jetzt kannst du uns deine Meinung aber mitteilen....

Das kenn ich gerne tun, Webmark....

Da ich beim Posten gemerkt habe, dass es wieder etwas zu lang geraten ist, um es an einem Stück zu versenden, teile ich es wieder in 2 Teile auf......

Schon mal vielen Dank für alle Eure interessanten Antworten bisher zu diesem Thema....

Da waren ja eine ganze Reihe sehr interessanter Argumente und Meinungen dabei.....

Interessant auch, dass ihr die Thematik fast alle von der Seite von ABBA's "Erfolgslosigkeit" in den USA betrachtet habt und weniger von der Seite von ROXETTES's noch deutlich größerer "Erfolglosigkeit" in Großbritannien.........."Erfolglosigkeit" natürlich immer relativ gesehen, daher auch die Anführungszeichen

Nun möchte ich dem Ganzen auch noch einige eigene Gedanken zu dieser Thematik hinzufügen......

Ich persönlich denke, dass dies alles viel weniger an der fehlenden Präsenz von ABBA vor Ort liegt, als viele das vermuten, sondern dass der Hauptgrund vielmehr eine Mischung aus Zeitgeist, Art der Musik und auch Darstellung dieser Musik und ihrer handelnden Personen ist.

Gehen wir dazu nochmal weitere 10 Jahre zurück.........Als die BEATLES erstmals amerikanischen Boden betraten, fielen sie in den USA ein wie ein Hurrikan, der über das Land tobt........Obwohl die Beatles bis zu diesem Zeitpunkt ja auch noch nicht persönlich in den USA präsent waren, wurden sie schon am Flughafen wie die Könige empfangen und es brach sofort eine völlige Hysterie aus, die sich auf das ganze soziale Leben der USA legte. Die Amerikaner lagen im Beatlemania-Fieber. Dieser Einzug der Beatles in den USA war auch Grund und Start der sogenannten "British Invasion", in deren Verlauf britischen Pop- und Rockgruppen für die nächsten Jahre musikalisch den amerikanischen Musikmarkt total beherrschten. Hinter den Beatles beherrschten britische Gruppen wie THE SEARCHERS oder THE WHO oder THE KINKS oder ROLLING STONES und noch ganz viele mehr die amerikanische Szene, während die Sterne vieler amerikanischer Größen wie die eines Elvis Presley oder die der Beach Boys zu sinken begannen........Diese Vormachtstellung der britischen Gruppen hielt fast die gesamten 60er-Jahre an, während sich gleichzeitig zurückgeworfene und alteingesessene amerikanische Musikkulturen wie die Rock- und Country-Szene langsam wieder erholten und verlorenes Terrain wieder versuchten zurückzuholen...

In dieser Zeit aber bildete sich in Großbritannien schon wieder die nächste musikalische Subkultur.......Neben der bestehenden bedeutenden Rockszene mit Gruppen wie DEEP PURPLE oder LED ZEPPELIN übernahm nach der Trennung der Beatles auch der Glam-Rock die Szene und Gruppen wie T-REX, WIZZARD, SWEET oder SLADE waren plötzlich sehr angesagt mit verrückten, wilden bunten Kostümen und sehr exaltierten Erscheinungsbildern......Und dieser Glam-Rock ließ auch erstmals gewisse Grenzen der Geschlechter verschwimmen wie z.B. die teilweise sehr feminine Kostümierung und Erscheinung einzelner Mitglieder dieser Bands.......Es schien damals plötzlich fast alles erlaubt zu sein........

Dies passte aber nun überhaupt nicht in das noch immer sehr prüde Amerika, wo diese britischen Glam-Rock-Gruppen teilweise sehr angefeindet wurden ganz im Gegensatz zu der früheren "British Invasion", die gerade mal wenige Jahre zurücklag.........Dazu kam noch die Musik dieser Gruppen, die doch sehr viel mehr in die Richtung Popmusik gingen als in die Richtung Rockmusik.-........

Und genau in diesem Kontext dieser Gruppen sah man in den USA auch ABBA........Für viele Amerikaner waren ABBA leicht durchgeknallte Musiker mit lächerlichen Kostümen und etwas peinlichen Popschlagern, die man nicht ernst nahm...........Die Amerikaner hatten von Beginn an weder die Personen von ABBA noch die Musik von ABBA verstanden........Dass diese Musik oft in höchstem Maße sehr komplex war, und dass es sich bei den Protagonisten von ABBA um geniale Musiker/innen und Sängerinnen handelte, drang bis zu den Amerikanern überhaupt nicht vor........Dazu kam für die Amerikaner noch, dass da zwei Frauen die Hauptprotagonisten und Gesichter der Gruppe waren, während man die ABBA-Männer dort kaum wahrnahm, was für ihre damalige konservative Lebensanschauung auch noch relativ suspekt war...................

ABBA und die USA......das passte vom ersten Moment an nicht mal im Ansatz zusammen.........Die Amerikaner haben ABBA niemals verstanden und ABBA hätten in den USA auch niemals eine wirkliche Chance gehabt.....

In Europa dagegen trafen ABBA genau den Zeitgeist........In Großbritannien war man gerade begeistert von Liedern wie SEE MY BABY JIVE vom völlig "verrückten" ROY WOOD und seiner Gruppe WIZZARD........und da kam plötzlich eine erfrischende und mitreißende Gruppe aus Schweden, die genauso verrückt und exaltiert erschien wie die angesagten Gruppen des Brit-Pops .....mit der gleichen Verrücktheit und Buntheit...... und dazu die mitreißenden Klänge eines WATERLOO, das in seiner Charakteristik sehr einem SEE MY BABY JIVE ähnelte,........Aber dazu kam auch noch die sehr feminine Ausstrahlung der Gruppe durch die 2 ABBA-Damen, was in Großbritannien im Gegensatz zu den USA eher ein Vorteil war. , ........Und während dabei Frida noch den Damen ähnelte wie zum Beispiel den Ladies von den NEW SEEKERS, die in GB ebenfalls sehr beliebt waren, war da auch noch mit Agnetha die personifizierte mystische kühle, blonde Schwedin, die in ihrer Ausstrahlung noch ein weiteres Alleinstellungsmerkmal ergab......... Und mit einem Song wie S.O.S. trafen ABBA nicht nur die Briten, sondern die ganzen Europäer mitten ins Herz..........S.O.S. war der Türöffner für ABBA für alles, was noch folgen sollte.........In diesem Kontext ist S.O,S. eigentlich auch das wichtigste aller ABBA-Lieder, was ihre weitere Entwicklung und Erfolgsgeschichte betrifft....

Das alles machte auf dem amerikanischen Kontinent aber eher weniger Eindruck.......Für die Mehrheit der dort lebenden Menschen war ABBA weiterhin eine dieser durchgeknallten europäischen Glam-Gruppen, die sich vor allem an kommerzieller Musik ausrichteten...............Und dann taten auch diverse Besuche von ABBA in den USA ihr übriges dazu.........ABBA wurden in den USA oft sehr schlecht behandelt........Trauriger und peinlicher Höhepunkt dabei war, als man bei einem ABBA-Auftritt mit WATERLOO und S.O,S. in einer Fernsehsendung der NBC im Untertitel einblendete, dass ABBA nur die Lippen zu dem Lied bewegen und nicht live singen würden, was aufgrund interner Grabenkämpfe innerhalb des Senders gemacht wurde......Dass S.O.S dabei sogar live gesungen wurde, interessierte niemand...

Die Fortsetzung meines Textes folgt gleich anschließend im nächsten Posting.....
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Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »Scotty« (10. Oktober 2019, 03:02)


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Donnerstag, 10. Oktober 2019, 02:49

Fortsetzung und Teil 2 meines oben begonnenen Postings........


......Welch ein Kontrast zu den ABBA-Auftritten in Großbritannien wie etwa beim SEASIDE SPECIAL im August 1975, als ABBA ebenfalls mit S.O.S und WATERLOO auftraten.....ein legendärer Auftritt, bei dem ABBA in ganz Großbritannien gefeiert wurden...........ABBA wurde in Großbritannien als "Eine der Ihren" gesehen......

In diesem Kontext ist es für mich persönlich nicht überraschend, dass ABBA einerseits in Großbritannien, dem wichtigsten Musikmarkt der Welt, so große Erfolge feierten, andererseits aber nur einen einzigen Nummer-1-Hit in den USA hatten. ........Ja, ich gehe sogar so weit, dass ich sage, dass das eigentlich überraschende für mich dabei ist, dass sie ÜBERHAUPT EINEN Nummer-1-Hit in den USA hatten...........Dafür ist aber nach meiner Meinung nicht der Grund darin zu finden, dass den Amerikanern DANCING QUEEN etwa besonders gut gefallen hätte, sondern der Grund dieser Nummer-1 ist eher darin zu finden, dass zu diesem Zeitpunkt die weltweite Popularität von ABBA eben an einem Siedepunkt war und diese Nummer 1 eben sozusagen ein Ausläufer war, der diese weltweiten Erfolgswellen eben bis in die USA hinübergespült hatte....

Benny und Björn und wohl auch Frida hatten den Traum, nach Großbritannien mit den USA auch den 2 führenden Musikmarkt dieser Welt zu erobern.......und sie hätten wohl auch noch vieles dafür getan, wie zum Beispiel einen mehrmonatigen Aufenthalt in den USA mit einer Reihe von weiteren Live-Konzerten.......

Dies scheiterte aber an dem "Nein" von Agnetha, die weder ihre Kinder monatelang in Europa alleine lassen wollte noch sie monatelang aus ihrer gewohnten Umgebung herausreißen wollte und sie für längere Zeit in die Staaten mitnehmen wollte,.....

Und heute kann man dazu sagen.....GOTT SEI DANK.......

Denn ich befürchte, Benny und Björn hätten damals vieles mitgemacht, was die Amerikaner von ihnen verlangt hätten und es wäre so zu einer starken Anbiederung von ABBA an den "American way of life" und an die Wünsche der Amerikaner gekommen, .....Etwas, was ABBA bei ihrer unfassbaren Popularität im übrigen Teil der Welt nun wirklich überhaupt nicht nötig hatten.........und ich denke, man kann wohl Agnetha dafür sehr dankbar sein, dass es dazu nie gekommen ist.......Denn ABBA wäre auch bei einer größeren Präsenz und bei mehreren Live-Konzerten dort niemals zu einer Popularität gekommen wie im übrigen Teil der Welt......

Aus diesen geschilderten verschiedenen Entwicklungen heraus haben die Amerikaner ABBA niemals wirklich verstanden..........Sie hatten zu ABBA nie einen Zugang, wie man ihn in Europa, Australien, Japan oder in Lateinamerika hatte.........Und ich denke, die Amerikaner haben bis heute ABBA nicht wirklich verstanden, denn sonst würde man dort den Cover-Versuchen einer CHER jetzt nicht so zujubeln.......

Als ROXETTE dann in den 90er-Jahren in den USA große Erfolge feierte, hatte sich die ganze Szenerie wieder ein Stück weit geändert.....Die musikalisch sehr bombastischen 80er-Jahre gehörten langsam der Vergangenheit an, ROXETTE verkörperte mit seinem Erscheinungsbild etwas völlig Anderes, war rockiger und generell dem amerikanischen Musikgeschmack deutlich näher als dies ABBA und die Glam-Gruppen der 70er waren.......ROXETTE hatte in den USA niemals mit dieser spezifischen Ablehnung zu kämpfen, wie es beispielsweise bei ABBA der Fall war......und die Charakteristik ihrer Auftritte entsprachen auch sehr dessen, was in den USA als sehr authentisch wahrgenommen wurde........ .Insofern ist ihr Erfolg dort durchaus nachvollziehbar.........

Schwieriger ist wohl die Frage zu beantworten, warum ROXETTE gerade in Großbritannien nie den ganz großen Erfolg hatten.......Ihre höchste Chartplatzierung, die sie in GB jemals hatten, war ein 3. Platz mit IT MUST HAVE BEEN LOVE, welches dann in der Jahres-Gesamtwertung auf dem 19. Platz lag.....Ein Jahr später schaffte es dann JOYRIDE auf Platz 4 und nur auf Platz 36 der Gesamt-Jahreswertung.........Führend in den britischen Charts waren damals Künstler wie SINEAD O'CONNOR und BRYAN ADAMS und die Charts wurden vor allem von sehr balladesken Liedern, aber auch sehr eingängiger Popmusik beherrscht.... Die musikalisch sehr üppige 80er-Jahre Charakteristik war inzwischen mehr oder weniger out und man befand sich irgendwie in einer Übergangsphase in die musikalische 90er-Jahre-Stilistik..... Vielleicht passte für ROXETTE hier einfach der Zeitpunkt nicht......Aber vielleicht ist dieser geringere Erfolg von ROXETTE in GB auch einfach der Tatsache geschuldet, dass ROXETTE eben als schwedische Band nicht die gleiche Strahlkraft wie damals ABBA hatten, um auch in den begehrtesten Charts der Welt, nämlich in jenen von Großbritannien, ganz oben zu stehen......

Das sind so im Groben so einige Gedanken von mir zu dieser Thematik, die man natürlich auch noch detailgetreuer betrachten kann........

Mich würde es freuen, wenn noch weitere Meinungen zu dem Thema kämen, bzw. auch über dies oder jenes der verschiedenen Meinungen diskutiert würde....

Danke aber nochmal für das, was bisher von Euch schon interessantes dazu geschrieben wurde.......
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Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von »Scotty« (10. Oktober 2019, 06:32)


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Donnerstag, 10. Oktober 2019, 18:53

Besten Dank, Scotty für dein ausführliches Posting.

Ich denke du hast damit vermutlich entscheidende und aus meiner Sicht nachvollziehbare Punkte angesprochen.

Eventuell kommen ja noch weitere Meinungen zu diesem interessanten Thema....

Der Beitrag von »Webmark« (Donnerstag, 10. Oktober 2019, 19:50) wurde aus folgendem Grund vom Autor selbst gelöscht: Doppelpost (Donnerstag, 10. Oktober 2019, 20:15).

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Donnerstag, 10. Oktober 2019, 19:55

ABBA hatten in den USA 20 Singles in den Billboard Hot 100.


Hier einige Fakten daraus.

Nr. 1 Hit: Dancing Queen
Top 10 Hits: 4
Am längsten in den Charts: The Winner Takes It All (26 Wochen)
Schlechteste Platzierung: On And On And On - Platz: 90


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Samstag, 12. Oktober 2019, 09:40

Interessanterweise haben auch Roxette ein Album in spanischer Sprache aufgenommen, 1996 erschien " Baladas ein español " mit 12 Titeln. ABBA machten es wohl vor und auch Roxette gelang ein wunderbares Album mir ihren Titeln in spanisch. Ich mag diese CD sehr.

Den Vergleich des Erfolgs weltweit von ABBA mit Roxette hier zu besprechen finde ich sehr interessant. Glaube auch gelesen zu haben Frida ist mit Marie befreundet, immerhin hatten sie ja ein gemeinsames musikalisches Projekt zusammen, Marie war ihre Duett Partnerin.

Nicht zu vergessen " Änglamark " von Artister För Miljö "1992